16.11.2016

Voneinander lernen: Rhein-Pfalz-Kreis kooperiert mit Kommune aus Costa Rica

Landrat Clemens Körner (4. v.r.), 1. Kreisbeigeordneter Bernhard Kukatzki (2. v.l.), Kreisbeigeordneter Konrad Heller (1.v.l.), Initiative und Umsetzung der Klimapartnerschaft Elke Bröckel (4. v.l.) mit Vertreterinnen und Vertretern der Administration aus La Fortuna de San Carlos (Costa Rica), Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Der Klimawandel stellt Kommunen weltweit vor große Herausforderungen. Gleichzeitig kommt den lokalen Entscheidungsträgern und Akteuren eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu. Im Rahmen einer Klimapartnerschaft übernehmen der Rhein-Pfalz-Kreis gemeinsam mit der Kommune La Fortuna, Costa Rica Verantwortung.

Erfahrungen in beide Richtungen weitergeben

Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, in beiden Richtungen Erfahrungen weiterzugeben, voneinander zu lernen und damit konkrete Projekte anzustoßen.

Die Anfangsphase der Klimapartnerschaft wurde innerhalb des bundesweiten Programms „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ finanziert und von den kommunalen Spitzenverbänden unterstützt. Während der eineinhalbjährigen Projektzeit entstand im gleichberechtigten Fachdialog ein gemeinsames Handlungsprogramm mit konkreten Projektvorschlägen sowohl in Costa Rica als auch im Rhein-Pfalz-Kreis. Dabei profitiert die costa-ricanische Seite z.B. von guten Erfahrungen in der Wertstoffverwertung und Abwasserbehandlung vom Rhein-Pfalz-Kreis, während der Rhein-Pfalz-Kreis vor allem im Bereich Umweltbildung und nachhaltigem Tourismus von der lateinamerikanischen Kommune lernen kann.

Rhein-Pfalz-Kreis profitiert von Erfahrungen der Partner im Bereich Ökotourismus

So wird als erstes Projekt die Einführung einer Getrennt-Erfassung aller Wertstoffe und die Errichtung eines Wertstoffhofes in La Fortuna  umgesetzt werden, eine Abwasserreinigungsanlage soll folgen. Entsprechende Fördermittel wurden inzwischen vom Bundeministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig soll mit einem Schüleraustausch und der Entwicklung einer zweisprachigen Ausstellung  zum Thema Klimaschutz sensibilisiert werden. Langfristig möchte der Rhein-Pfalz-Kreis  auf den reichen Erfahrungsschatz seines Klimapartners im Bereich Ökotourismus aufbauen, wenn es darum geht z.B. eine Konzeption für nachhaltigen Tourismus im Zuge der Neuordnung der Naherholungsgebiete im Rhein-Pfalz-Kreis zu erstellen. Bei so vielen gemeinsamen Projekten ist es nur selbstverständlich auch den eigenen Kaffee zusammen zu trinken und Vermarktungsstrukturen für fair angebauten und vermarkteten Kaffee zu etablieren.

Derzeit besucht eine Delegation aus Costa Rica den Rhein-Pfalz-Kreis und absolviert ein dichtgepacktes Besichtigungsprogramm von Best-Practice-Bespielen zu Abfall- und Abwassermanagement, dem Einsatz erneuerbarer Energien und Radwegeplanung im Landkreis. Zwar wird mit einem Abschlussworkshop vom 21.-23.11.2016 in Karlsruhe die Förderung der Klimapartnerschaft formal beendet sein. Für die Klimapartnerschaft bedeutet dies jedoch nicht das Ende, sondern nun beginnt die konkrete Umsetzung der ersten Projekte. Weitere Handlungsfelder sind bereits ausgemacht worden, wo die Expertise des einen Partners den anderen unterstützen kann, den Klimaschutz in der eigenen Kommune voranzutreiben.

Klimapartnerschaft lebt weiter

Mit der Klimapartnerschaft wurde eine nachhaltige Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Projekte zu Gunsten des Klimaschutzes geschaffen. Ein Vorbild das zeigt, dass auch kommunaler Klimaschutz international gedacht werden kann und sollte.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat die Partnerschaft beider Kommunen angestoßen und begleitet das Projekt als Mitglied der Steuerungsgruppe. Der Rhein-Pfalz-Kreis beteiligte sich als erste Kommune in Rheinland-Pfalz am Programm.

Weitere Informationen zu kommunalen Klimapartnerschaften finden Sie hier

Waltraud Frommherz-Hassib, Dr. Bernd Lämmlin