Rheinland-Pfalz an Contracting-Modellvorhaben beteiligt

VG Hachenburg erhält Orientierungsberatung für Energiespar-Contracting

Im Rahmen des Modellvorhabens "Co2ntracting: build the future!" der Deutschen Energie-Agentur (dena) erhalten 20 Kommunen und Bundesländer demnächst für ihre Liegenschaften eine kostenfreie Orientierungsberatung zum Energiespar-Contracting (ESC). Unter den ausgewählten Teilnehmern sind Liegenschaften des Bundeslandes Rheinland-Pfalz sowie der Verbandsgemeinde Hachenburg. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat die dena bei der Suche nach geeigneten Teilnehmern unterstützt und begleitet den Prozess weiter mit. Im Rahmen der Orientierungsberatung prüfen Projektentwickler, inwiefern sich die Liegenschaften der Teilnehmer für das Energiespar-Contracting eignen. Anschließend werden aus den 20 Teilnehmern zehn ausgewählt, die dann als Modellprojekte in das Energiespar-Contracting einsteigen. Sie werden bis Ende 2021 eng durch den Projektentwickler und die dena bei der Umsetzung des Energiespar-Contractings begleitet: von anfänglicher Beratung, über die Ausschreibung des ESC, die Vergabe und Umsetzung bis hin zur Erfolgsbewertung der umgesetzten Maßnahmen.

Landesenergieagentur begleitet Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz

Unter den ausgewählten Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz ist zum einen das Bundesland, das sich mit drei  Liegenschaften durch den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) beworben hatte. Die ausgewählten Immobilien haben eine Energiebezugsfläche von ca. 60.000 qm. Jährlich fallen so ca. 670.000 Euro an Energiekosten an.

Zum anderen wurde die VG Hachenburg ausgewählt, die 31 Liegenschaften benannt hat. Darin wird jährlich ca. 3.400 MWh Energie verbraucht, die Kosten belaufen sich auf ca. 250.000 Euro. Im Rahmen der Orientierungsberatung werden von den 31 Liegenschaften diejenigen ausgewählt, die am geeignetsten für das Energiespar-Contracting sind.

Alle Teilnehmer wollen durch das Energiespar-Contracting künftig ihren Energieverbrauch senken, Kosten einsparen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Was ist Energiespar-Contracting?

Beim Energiespar-Contracting erbringt ein spezialisierter Dienstleister (Contractor) energierelevante Leistungen mit dem Ziel, den Energiebedarf bzw. Energieverbrauch des Gebäudes zu senken. Er entwickelt individuell auf das Gebäude zugeschnittene technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen, die zu einer Einsparung beim Energieverbrauch führen. Dabei werden insbesondere Sanierungsmaßnahmen durch den Contractor geplant, umgesetzt, betrieben, kontinuierlich optimiert und finanziert. Für seine Dienstleistungen und die getätigten Investitionen erhält er einen Teil der Einsparungen und refinanziert so seinen Aufwand. Der andere Teil der Einsparungen bleibt dem Gebäudeeigentümer als Gewinn.

Vorteile des Energiespar-Contracting

Die Kommune spart ab dem Tag des Vertragsbeginns, da sie die Investitionssumme nicht selbst aufbringen muss und sie profitiert von reduzierten Energieverbrauchskosten. Durch die Investition des Contractors ist kein Eigenkapital notwendig, wenn der Gebäudeeigentümer sich nicht selbst an der Investition beteiligt. Das Risiko für die Kommune wird durch die vom Contractor getätigte Investition und garantierte Einsparung minimiert. Zudem hat der spezialisierte Contractor Fachwissen, Kompetenz und Erfahrung. Die Kommune profitiert von technisch und wirtschaftlich interessanten Lösungen.  Die Übernahme des Anlagenmanagements inklusive regelmäßiger Wartung durch den Contractor führt zu einer Entlastung der Kommune. Auch der Einsatz effizienter und hochwertiger Technik sorgt für eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Durch die eingesparte Energie werden Kosten reduziert und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Modellprojekte als Vorbilder und Orientierungshilfe

Als Leuchtturmprojekte sollen die Modellprojekte Vorbilder und Orientierungshilfe für andere potenzielle Umsetzer werden. Sie sollen aber nicht nur potenzielle Anwender der öffentlichen Hand zur Nachahmung anregen, sondern auch dazu beitragen, Know-how zu ESC bei der öffentlichen Hand und den regionalen Akteuren aufzubauen. Durch den eng begleiteten Prozess sollen außerdem die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen in den Bundes-ländern aufgezeigt und gegebenenfalls deren Verbesserung angeregt werden. Letztendlich dienen die Modellprojekte dazu, einen funktionierenden ESC-Markt zu bereiten.

Weitere Informationen zum dena-Modellvorhaben "Co2ntracting: build the future!"