Verkehrswende im Hunsrück: mehr „Dorfautos“ und Radwege

Weitere 120.000 Euro in den beiden kommenden Jahren investiert der Rhein-Hunsrück-Kreis in die Ausweitung und Verstetigung seines „Dorfauto“-Modellprojekts. Elektromobilität und Car-Sharing wollen Kreisverwaltung und Energieagentur Rheinland-Pfalz die Bewohner der ausgewählten Dörfer kostenlos erproben lassen.

Nur wenige Tage, nachdem die bislang acht elektrischen Großraum-Pkw (sieben finanziert zwei Jahre lang der Kreis, das achte zusätzlich die Verbandsgemeinde Simmern) nach dem ersten Projektjahr den Standort gewechselt haben, beschloss der Kreistag jetzt die Bereitstellung weiterer Finanzmittel. Wie genau das Geld eingesetzt wird, muss noch festgelegt werden; im Gespräch sind unter anderem Zuschüsse für von den Gemeinden eigenständig betriebene Dorfautos. 

Auf zwei Punkte legt Landrat Dr. Marlon Bröhr dabei großen Wert: Die Nutzung der emissionsfreien Autos müsse erstens für die Bürger äußerst attraktiv und einfach, zweitens dauerhaft planbar sein. Denn nur dann werde das Angebot im ländlichen Raum den Betrieb von Zweitwagen überflüssig machen können.

Emissionsfrei fahren – auch mit dem Rad

Zugleich haben mehrere Verbandsgemeinden und die Stadt Boppard damit begonnen, Konzepte für eine verbesserte Infrastruktur für Radfahrer auf den Weg zu bringen. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls beschlossen, ein solches Konzept erstellen zu lassen und umzusetzen. Auch der Ausbau des Radwegenetzes soll zu einer Verringerung der Treibhausgas-Emissionen durch Individualverkehr beitragen – ähnlich wie das „Dorfauto“-Projekt.

Letzteres stieß nicht nur bei den Medien weit über Rheinland-Pfalz hinaus auf großes Interesse, Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle hat eine Vielzahl von Anfragen nach den Modalitäten beantwortet, zuletzt aus einer Kleinstadt in Baden-Württemberg.

Rückblick auf das erste Projektjahr "Dorfautos"