11.11.2017

Umweltverträglichkeit der Konferenz wird überprüft

Die Weltklimakonferenz - eine klimaneutrale Veranstaltung (Bild: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit)

Die Bonner Weltklimakonferenz soll Maßstäbe setzen in Sachen Umweltfreundlichkeit. Alle Umweltauswirkungen der Veranstaltung würden analysiert, negative Folgen so weit wie möglich verringert, teilt das Presseamt der Stadt Bonn mit. Den Maßstab dafür bildet das international anerkannte Prüfsystem EMAS, das besonders hohe Ansprüche an die Umweltverträglichkeit von Dienstleistungen stellt. CO2-Emissionen, die nicht vermieden werden können, sollen anschließend ausgeglichen werden.

Die umweltfreundliche Konferenzorganisation umfasst zum Beispiel den Papierverbrauch, die Verwendung von Recyclingmaterial, eine überwiegend vegetarische Verpflegung mit hohem Bio- und Regionalanteil, die Getränkeversorgung, das Abfallaufkommen, Mobilität, Energie- und Wasserverbrauch sowie die Zeltbauten. Auch die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden und Teilnehmenden der Konferenz gehört dazu.

Wo immer möglich, wird laut Presseamt Recyclingmaterial bzw. recyclingfähiges oder wiederbenutzbares Material eingesetzt. Dieses Ziel erstreckt sich auf die temporären Bauten genauso wie auf Konferenzmaterialien vom Namensschild bis zu Trinkflaschen.

Kodex und Richtlinien

Die mehr als 95 Lieferanten und Dienstleister sind aufgefordert, einem Nachhaltigkeits-Kodex für die COP23 zuzustimmen, der auf einem bereits angewandten UN-Kodex basiert. Ergänzend gibt es speziell für die COP entwickelte Nachhaltigkeitsrichtlinien für Aussteller, Pavillon-Organisatoren und Pavillon-Standbauer.

Auf dem gesamten Gelände stehen kostenfreie Trinkwasserbrunnen zur Verfügung, insgesamt fast 50. Jeder Konferenzteilnehmer bekommt eine eigene Trinkflasche, wodurch allein über eine halbe Million Plastikbecher eingespart werden. Auch bei der Verpflegung soll auf Abfallvermeidung gesetzt werden. Dazu gehört auch die Verwendung von Mehrweggeschirr.

Zwischen den beiden Konferenzorten stehen den Konferenzteilnehmenden kostenfreie Elektroshuttles zur Verfügung; die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in der Bonner Region ist für alle Delegierten und akkreditierte Beobachterorganisationen sowie Journalisten während der COP23 kostenlos. Außerdem können 600 kostenfrei nutzbare Fahrräder für das Pendeln zwischen den Zonen, die Fahrt in das Hotel oder auch in die Stadt genutzt werden.

Strom zu 100 Prozent erneuerbar

Die COP-Organisatoren sorgen neben der Maximierung der Energieeffizienz dafür, dass die Energie, die in Gebäuden zum Einsatz kommt, möglichst aus erneuerbaren Quellen stammt. Der Strom für die Elektro-Shuttles der Stadtwerke Bonn wird mit 100 Prozent erneuerbaren Energien erzeugt. Für die Konferenzversorgung sind mindestens 80 Prozent erneuerbare Energien angestrebt.

Unvermeidbare Treibhausgase, die vor allem durch die An- und Abreise entstehen, werden über hochwertige CO2-Emissionsminderungszertifikate aus internationalen Klimaschutzprojekten kompensiert. Als Zeichen der Partnerschaft mit Fidschi für die COP wird für den Erwerb von Zertifikaten ein regionaler Fokus auf die kleine Inselstaaten (SIDS, Small Island Developing States) gelegt.

Die Umweltaspekte werden während der COP23 von einem unabhängigen Gutachter geprüft. Im Anschluss an die Konferenz findet eine Auswertung aller erhobenen Umweltdaten statt, die den Zielabgleich ermöglichen. Auch diese Auswertung wird vom Umweltgutachter gegengeprüft.


Weitere Informationen:

Opens external link in new windowZur nachhaltigen Ausrichtung der COP
Opens external link in new windowZum EMAS-Umweltmanagementsystem
Opens external link in new windowInformationen zur nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen