Umweltfreundliche & wirtschaftliche Beleuchtung in Kommunen

"Die Umstellung der Straßenbeleuchtung kann zur Reduktion der Lichtverschmutzung beitragen, führt zu einer Reduktion der Betriebskosten und weist dabei schnelle Amortisationszeiten auf - insbesondere  vor dem Hintergrund, dass Fördertöpfe gefüllt sind".

Zu diesem Ergebnis kam die gemeinsame Veranstaltung der Energieagentur Rheinland-Pfalz mit dem Bezirksverband Pfalz im Haus der Nachhaltigkeit.

Das Projekt Sternenpark wurde von Frau Köngeter, Projektleiterin beim Bezirksverband Pfalz, vorgestellt. Es strebt die Sensibilisierung von Kommunen hinsichtlich des Umgangs mit künstlichem Licht und dessen Auswirkungen an. Wesentliche Ziele sind die Umrüstung auf warmweißes Licht mit geringem Blauanteil, auf zentrierte Beleuchtung ohne große Abstrahlung, auf Abschirmungen sowie auf zeitliche Befristung der Beleuchtung. "Eine gut geplante und umweltgerechte öffentliche Beleuchtung vermeidet nicht nur die negativen Folgen von Lichtverschmutzung wie zum Beispiel Blendung oder schlechte Lichtlenkung, sondern bietet auch Einsparpotenzial für Energie und damit Steuergelder und reduziert die klimarelevanten CO2 –Emissionen" so Frau Köngeter. Für Kommunen wurden Beleuchtungsrichtlinien entwickelt. Kommunen können sich um eine Auszeichnung als "Kommune mit Stern" in drei Kategorien zertifizieren lassen und so ihren Beitrag zur Reduktion der Lichtverschmutzung und zum Erhalt des Sternenhimmels dokumentieren. Weitere Informationen rund um das Projekt Sternenpark gibt es hier

Herr Maas, Leiter des Tiefbauamts erläuterte äußerst eindrucksvoll, welches wirtschaftliche Einsparpotenzial die Stadt Pirmasens seit 2008 realisieren konnte. Die jährlichen Betriebskosten konnten seit 2007 um knapp 45 % von 585.000 € in 2007 auf 322.000 € in 2018 unter Insanspruchnahme von Bundesfördermitteln reduziert werden. Der Vortrag ist hier erhältlich.

Über Fördermöglichkeiten informierte Jan Bödeker von der Energieagentur Rheinland-Pfalz im Vortrag "Das Geld liegt auf der Straße". Zwei Förderkulissen können in Anspruch genommen werden:

  1. Kommunalrichtlinie des Bundes (Klimaschutz im kommunalen Umfeld)
    Sie fördert die Umstellung der Straßenbeleuchtung mit 20-25 % bzw. 25-30 % für finanzschwache Kommunen. Eine 50 %-Reduktion der CO2-Emmissionen ist Voraussetzung für die Förderung.
     
  2. Förderrichtlinie Zukunftsfähige Energieinfrastruktur (ZEIS-Richtlinie) des Landes Rheinland-Pfalz.
    Die ZEIS-Richtlinie orientiert sich an den Anforderungen der Kommunalrichtlinie. Um zudem negative Auswirkungen von Lichtemissionen auf die nachtaktive Tierwelt zu verhindern und um Lichtemissionen generell zu mindern, geht das Förderprogramm in den folgenden Punkten über die Anforderungen der Kommunalrichtlinie vom 1. Oktober 2018 des BMU hinaus:
  • Es muss warmweises Licht mit geringen Blauanteilen im Spektrum und einer Farbtemperatur von maximal 3.000 Kelvin (K) zum Einsatz kommen, welches Insekten weniger anzieht.
  • Es müssen Leuchten eingesetzt werden, die das Licht möglichst effizient auf die zu beleuchtende Fläche lenken. Leuchten sind zu verwenden, die kein Licht in den oberen Halbraum abgeben (Upward Light Ration ULR = 0 Prozent).
  • Die installierte Lichtleistung der Leuchtmittel soll möglichst gering gewählt werden: Dazu ist die niedrigste mögliche Beleuchtungsklasse nach DIN/EN 13201, Teil 1 nachzuweisen.
  • Die Lichtmenge soll grundsätzlich bedarfsorientiert gesteuert werden. Bei dauerhafter Beleuchtung muss die Lichtmenge zwischen 22:00 Uhr und 05:30 Uhr um mindestens 50 Prozent reduziert werden.

Die ZEIS-Richtlinie ist mit der Kommunalrichtlinie bis zu einer Förderquote von bis zu 50% kumulierbar.