07.10.2015

Smart-Grids-Woche startet mit hochkarätig besetzter Auftaktveranstaltung

Unter dem Titel „Smart Grids in der Umsetzung“ erhielten Netzbetreiber, Energieversorger, Unternehmen sowie weitere Stakeholder am Montag in Mainz einen Überblick über aktuelle Marktentwicklungen, den Rechtsrahmen sowie Modellprojekte und Konzepte für ein intelligentes Energieversorgungssystem.

Besonders interessiert wurden Sichtweisen auf die Umsetzung des neuen Strommarktmodells sowie Informationen über brandneue Marktprodukte wie den so genannten Cap-Futures der EEX - eine Möglichkeit der Absicherung von Handelsteilnehmern gegen Preisspitzen für am deutschen Intraday-Markt gehandelten Strom - aufgenommen. Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung diskutierten Chancen und Herausforderungen, die sich aus den Marktentwicklungen für die Umsetzung von Smart Grids-Lösungen ergeben. Dr. Rinck, Vertreter der EEX, verwies auf die Innovationskraft der Märkte, die es zur marktwirtschaftlichen Integration Erneuerbarer Energien zu nutzen gilt.

Dr. Cremer, Konzernexperte Electricity Markets bei der EnBW Trading GmbH, erläuterte die Notwendigkeit, „Anwender“ und „Umsetzer“ abzuholen. Insbesondere bei der Nachfrage von Energie, dem Lastmanagement, müsse durch die richtigen Anreize Flexibilität mobilisiert und intelligent gesteuert werden. Mit welchen praktischen Ansätzen dies geschehen kann, stellten Referenten durch die Anwendungskonzepte FlexibilityOperator - in Österreich bereits im Test und in Deutschland konzeptionell auf dem Weg - sowie durch das Konzept der Strombank, derzeit in der Stadt Mannheim im Pilottest, vor.

Ein Highlight der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion: Übertragungsnetzbetreiber, vertreten durch Herrn Egeler, Leiter Netzwirtschaft bei der TransnetBW, Verteilnetzbetreiber, vertreten durch Herrn René Chassein, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke AG, diskutierten gemeinsam mit Vertretern relevanter Fachverbände wie dem BDEW und dem VKU sowie weiteren Experten über die Aufgaben und Mechanismen der unterschiedlichen Netzebenen. Trotz unterschiedlicher Blickwinkel waren sich die Podiumsteilnehmer einig, dass es einer gemeinsamen Kommunikationsplattform zwischen den Netzebenen bedarf, um Steuerungsmöglichkeiten regional sowie überregional abzustimmen.

Der Veranstaltungstag schloss mit einem Blick auf die Anforderungen an die Informations- und Kommunikationstechnik ab. Die vortragenden Experten stellten die Komplexität der wachsenden Steuerungs- und Kommunikationsbedarfe dar, verwiesen jedoch auch darauf, dass technische Lösungen bereitgestellt werden können. Entscheidend sei, den rechtlichen Rahmen vorab abgesteckt zu haben. Nach der Abkehr von dem angekündigten Verordnungspaket „Intelligente Netze“ von Seiten des Bundes, ist aktuell ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Vorbereitung. Dieses soll einer weiteren Zersplitterung des Energierechts entgegenwirken und relevante Aspekte der Informations- und Kommunikationstechnik, insbesondere Datensicherheit, umfassend bearbeiten.

Dem Auftakt der Smart-Grids-Woche folgen am 8. Oktober Besichtigungstermine, die praxisnah Umsetzungsmöglichkeiten intelligenter Energieversorgungsstrukturen veranschaulichen. So erhalten die Teilnehmer Einblick in eine Power-To-Heat-Anlage bei den Technischen Werken Ludwigshafen und in eine flexibilisierte Gasturbine am BASF-Kraftwerkstandort Mitte.