Rückblick auf die Veranstaltung: "Digitalisierung: Turbo für die Elektromobilität"

Publikum

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Ende November kamen im M1-Coworking in Mainz rund 35 Interessierte zusammen, um sich über die Chancen und Auswirkungen der Digitalisierung auf die Elektromobilität auszutauschen. Durch den Tag leitete Anne Schuster, Referentin im Regionalbüro Rheinhessen-Nahe der Energieagentur. Das Regionalbüro hatte gemeinsam mit der Lotsenstelle für alternative Antriebe zur Veranstaltung eingeladen.

Integration von Elektromobilität in vorhandene Infrastrukturen - natürlich digital

Die ersten Referenten des Tages gaben einen Überblick über "Elektromobilität und deren Infrastruktur in der Smart City". Prof. Dr. Oliver Türk und Prof. Dr. Lauzi von der Transferstelle Bingen (TSB) bzw. der Technischen Hochschule Bingen gingen unter anderem auf die Frage ein, wie Elektromobilität 'intelligent', d.h. vor allem durch digitale Unterstützung in das vorhandene System der Energieversorgung und -verteilung eingebunden werden kann. Die Nutzung erneuerbarer Energien ist bei der Umstellung des Mobilitätssektors von fossilen Brennstoffen auf Strom ein ökologisches Muss. Doch die fluktuierende Verfügbarkeit erneuerbaren Stroms bedeutet auch, dass dessen Erzeugung, Nutzung und Speicherung dezentral und digital gemanagt werden muss. Bei der Umstellung von Busflotten auf Elektroantrieb müssten Wege der alltagstauglichen und zugleich netzverträglichen Betankung gefunden werden.

Carsharing in der Kommune - eine App für alle

Florian Fröhlich von der mobileeee GmbH und Uwe Hild, zuständig für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing in Friedrichsdorf im Taunus, stellten unter dem Titel "Elektromobilität: Digitalisiert in der Kommune" das gemeinsame E-Carsharing Projekt in der hessischen Kleinstadt vor. mobileeee stellt dort Elektroautos für das öffentliche Carshring zur Verfügung, das von den Bürgerinnen und Bürgern rege genutzt wird. Die Stadtverwaltung nutzt das Angebot zudem für arbeitsbedingte Fahrten - dafür stehen der Stadt zwei E-Autos exklusiv zur Verfügung. Die Buchung und der Zugang zu den Autos erfolgt ausschließlich digital über Smartphones. Auch die private Nutzung der Fahrzeuge durch städtische Mitarbeiter ist möglich, hier erfolgt eine getrennte Abrechung. Vor etwa einem Monat startete zudem ein Lieferservice für Gewerbetreibende in der Stadt, um Warenverkehr gebündelt und umweltfreundlich abzuwickeln.

Fahren ohne Reichweitenangst dank digitaler Helfer?

Die Themen Routenplanung und Reichweite standen im Fokus des Vortrag von Matthias Leonhardt von Electric Vehicles Rhein Neckar (EVRN). Er stellte "digitale Services für E-Mobilisten" vor. Hierzu zählen neben den in die Autos eingebauten Informations- und Navigationssystemen, deren Qualität er als sehr unterschiedlich einstufte, auch Apps bzw. Online-Plattformen. Gerade für längere Strecken sei es weiterhin unerlässlich, sich dieser Hilfsmittel zu bedienen, um die Reichweite des Fahrzeugs mit der Routenlänge und der auf dem Weg verfügbaren Ladeinfrastruktur sowie deren Bezahlsystem abzugleichen. Die aktuellste und umfassendste Online-Plattform, goingelectric.org, stellte Leonhardt an einer exemplarischen Routenplanung vor. Ohne solche digitalen Helfer, so sein Fazit, sei elektromobiles Fahren über einen kleinen Radius hinaus noch nicht zu bewerkstelligen.

Diskussion über die Mobilität von morgen

Nach der Mittagspause kamen die Teilnehmer in Gruppen zusammen, um gemeinsam Themen zu identifizieren, die unsere künftige Mobilität prägen werden. Herausgearbeitet wurden hier die Steigerung intermodaler Mobilität, die vor allem über digitale Hilfsmittel nutzbar gemacht werden kann ("eine App für alles"), eine zunehmende Intelligenz in der Nutzung von Verkehrsmitteln, eine klimafreundlichere und zugleich ökonomisch effiziente Mobilität, sowie eine noch höhere Abhängigkeit von Technologie und Daten. Eine Steuerung dieser Themen sahen die Teilnehmer vor allem bei hoheitlichen Institutionen, seien es der Gesetzgeber oder die Kommunen.

Im Anschluss an die Veranstaltung fand ein Workshop zum aktuellen Förderaufruf "Ladeinfrastruktur" des BMVI statt.