21.06.2017

Regionalkonferenz: Wärmewende in der Region Rhein-Mosel-Eifel

Ministerin Ulrike Höfken verlieh im Rahmen des Regionalforums die Klimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“ an Hauseigentümer aus der Region, die ihre Wohngebäude besonders energieeffizient gebaut oder saniert haben (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH)

Rund 80 Gäste waren am Montag in den Sitzungssaal des Rathauses Mayen gekommen, um sich zum Thema Wärmewende zu informieren. Das Regionalbüro Rhein-Mosel-Eifel der Energieagentur Rheinland-Pfalz hatte zum Regionalforum 2017 „Wärmewende in der Region Rhein-Mosel-Eifel – mit Schwung in die Umsetzung!“ eingeladen. Das Forum wurde in Kooperation mit der Stadt Koblenz sowie den Landkreisen Ahrweiler, Cochem-Zell und Mayen-Koblenz veranstaltet.

Bürgermeister Rolf Schumacher begrüßte die Anwesenden und hob hervor, dass die Fair-Trade-Stadt Mayen eine umfassende ökologische Entwicklung vorantreibt – dazu zählt auch die Nutzung Erneuerbarer Energien mit dem bestehenden Fernwärmenetz im Stadtgebiet. Der Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Thomas Pensel, präsentierte anschließend den ersten Statusbericht zur Energiewende im Land. „Mit 47 Prozent Anteil an der Stromerzeugung im Jahr 2016 spielen Sonne, Wind, Wasser und Biomasse bereits eine zentrale Rolle bei der rheinland-pfälzischen Energieversorgung“, sagte Pensel. Allerdings seien gerade im Mobilitäts- und Wärmesektor noch viele Potenziale vorhanden.

Den „schlafenden Riesen“ wecken

Diesen Punkt hob auch Ministerin Ulrike Höfken bei der Vorstellung des Opens internal link in current windowWärmekonzeptes Rheinland-Pfalz hervor: „Rund 40 Prozent der energiebedingten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Wärmeenergie“, erläuterte Höfken. Das Wärmekonzept bündelt deshalb Maßnahmen, die zur Energieeinsparung und Umstellung der Wärmeversorgung auf Erneuerbare Energien beitragen. „Mit den Maßnahmen aus unserem Wärmekonzept wollen wir den schlafenden Riesen, den Wärmemarkt, wecken“, so die Ministerin. Die Landesenergieagentur sei dabei ein wichtiger Partner.

Im Anschluss verlieh die Ministerin vier Hauseigentümern aus der Region die Opens internal link in current windowKlimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“ und dankte ihnen damit für ihren aktiven Klimaschutz. Denn die Preisträger haben ihre Wohngebäude besonders energieeffizient gebaut oder saniert. 

Investitionen in den Energiebereich bedeuten regionale Wertschöpfung

Mit welchen Maßnahmen und Initiativen Kommunen einen Beitrag zur Wärmewende leisten können, zeigten die Präsentationen verschiedener Praxisbeispiele und neuer Projekte im zweiten Teil des Forums. Dirk Barbye, Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung und Klimaschutz bei der Kreisverwaltung Cochem-Zell, stellte bei der Präsentation des Projektes „Cochem-Zeller Energiedorf“ heraus, dass eine Umstellung auf Erneuerbare Energien in den Kommunen zugleich einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Dörfer im ländlichen Raum leistet. Denn Investitionen im Energiebereich sind Teil einer regionalen Wertschöpfung, die zusätzliche Einnahmen und somit Arbeitsplätze vor Ort bedeuten, zum Beispiel durch Aufträge an Handwerksbetriebe in der Region.

Wie kommunales Energiecontrolling es ermöglicht, die Einsparpotenziale bei CO2 und Energie in den Liegenschaften einer Kommune zu nutzen, erläuterten Werkleiter Jörg Hamacher von der Kreisverwaltung Ahrweiler und Thomas Wolf, Abteilungsleiter Ordnung, Schule und Soziales bei der Verbandsgemeinde Wallmerod. Auch der Bereich Baudenkmale und erhaltenswerte Bausubstanz birgt Chancen für den Klimaschutz. Diplom-Ingenieur Dieter Linden ging in seinem Vortrag auf die Fördermittel ein, welche die Umsetzung verschiedener Maßnahmen finanziell tragfähig machen. Zudem zeigte er auf, dass energetische Verbesserungen im denkmalgeschützten Bereich ohne Beeinträchtigungen der regionalen Baukultur möglich sind.

In einer Interviewrunde mit Experten aus der kommunalen Praxis wurde deutlich, dass Kommunen mit der Umsetzung vorbildlicher Projekte einen wichtigen Anstoß für weitere Sanierungsmaßnahmen im privaten Bereich liefern – und somit einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das Regionalbüro Rhein-Mosel-Eifel der Energieagentur Rheinland-Pfalz wird sich zukünftig verstärkt mit dem Thema Wärmewende beschäftigen. Das Projekt „Energie und Baukultur im Welterbe Oberes Mittelrheintal“ soll die Kommunen, aber auch die Unternehmen und Bürger im Welterbetal bei diesem Thema unterstützen, informieren und vernetzen. Zudem haben interessierte Kommunen die Möglichkeit sich bei der Einführung und Etablierung eines Energiecontrollings und -managements für ihre Liegenschaften unterstützen zu lassen.