21.09.2016

Rangertour, H.ausgezeichnet, Windradwanderung: Das war der vierte Aktionswoche-Tag

Teilnehmer der Rangertour Moorschutz = Klimaschutz

Rangertour, H.ausgezeichnet, Windradwanderung, Stromspeicherkampagne: Auch am vierten Tag der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ haben vielfältige Aktionen rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende stattgefunden.

Rangertour Moorschutz = Klimaschutz

Um Gebiete der ursprünglichen, natürlichen Landschaft des Hunsrücks zu erkunden, trafen sich gestern rund 13 Teilnehmer am Forsthaus in Börfink am Rande des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Thema der Rangertour: Die Bedeutung der Moore für das Ökosystem und als Kohlenstoffspeicher für die Minderung von Treibhausgasen. Außerdem sind intakte Moore eine zentrale Lebensgrundlage für seltene Tier- und Pflanzenarten und auch ein wichtiger Hochwasser- und Trinkwasserschutz, da sie Wasser wie ein Schwamm speichern und filtern können. Das Highlight der Tour war die praktische Arbeit im Moor. Gemeinsam mit dem Ranger restaurierten die Teilnehmer das Moor, indem sie die in der Vergangenheit geschaffenen Entwässerungsgräben mit einem Gemisch aus Holzhackschnitzel und Sägemehl verschlossen haben. So wurde durch den Arbeitseinsatz im Moor ein Beitrag für die Zukunft der Moore als Kohlenstoffspeicher und als Klimaschützer geleistet.

„Hausgezeichnet“: Erste Auszeichnung in der Region Eifel-Ahr

Familie Joistgen in Bad Neuenahr-Ahrweiler erhielt gestern die Auszeichnung der Energieagentur Rheinland-Pfalz „H.ausgezeichnet“ für ihr Passivhaus. Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte die erste Auszeichnung im Landkreis Ahrweiler während der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein land voller Energie“. Er würdigte den Einsatz der Bauherren, die sich mit ihrem Haus auch um die Energiewende verdient machen. „Uns war Ressourceneffizienz schon lange wichtig“, sagt Christian Joistgen der dann auch nach der Entscheidung, ein eigenes Haus zu bauen, folgerichtig nach Baustandards mit niedrigem Energieverbrauch suchte. Die Familie mit drei Kindern lebt seit 2011 in ihrem Passivhaus und möchte das Raumklima in ihrem Holzständerhaus nicht mehr missen. „Gerade die Abstrahlung durch die warmen Wände und Böden ist besonders behaglich“, berichtet Julia Joistgen.

Im Zeichen des Klimawandels wohnen und leben

Wer heizt sein Geld noch zum Schornstein heraus? Noch viel zu viele laut Ronald Meyer vom Handwerker-Netzwerk  „Modernisierungsoffensive Mayen-Koblenz“, das gestern abend nach Mülheim-Kärlich eingeladen hatte. Das Netzwerk präsentierte zahlreichen interessierten Eigentümern in unterhaltsamer Form Fakten zur energetischen Modernisierung und Konzepte für barrierefreies, altersgerechtes Wohnen. „Wir sind nach diesem Abend sehr motiviert, Maßnahmen umzusetzen, um nicht nur unsere Energiekosten zu senken und den Wohnkomfort in unserm Haus zu erhöhen, sondern auch unseren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, verabschiedete sich ein teilnehmendes Paar.

Windradwanderung in Ebertsheim

Zu einer Windradwanderung lud die enosun GbR, die auch ihre Tore an der Alten Papierfabrik in Ebertsheim den ganzen Tag über geöffnet hatte. Die Wanderung führte zu den beiden örtlichen 2,5 Megawatt-Windenergieanlagen. Auf daneben liegenden Feldern projektierte Anlagen konnten dagegen noch nicht verwirklicht werden. An Ort und Stelle zeigten sich Teilnehmer der Wanderung verwundert darüber, dass die Flächen von Gegnern der Projekte als „besonders schützenswert“ deklariert wurden und somit ein Stopp der Bauvorhaben verhängt wurde.

„Die Sonne bezahlt Ihre Stromrechnung“

Im Queichtalmuseum in Offenbach ging es bei einer Veranstaltung der Initiative Südpfalz-Energie e.V. (ISE), der VG Offenbach und der Energieagentur Rheinland-Pfalz um Eigenstromerzeugung aus Photovoltaik. Fakten und Zahlen sowie Vorgehensweise schilderten Dr. Ralf Engelmann von der Energieagentur und Wolfgang Thiel von der ISE. Dass es auch unter Geldanlagegesichtspunkten sinnvoll ist, in PV-Anlagen zu investieren, ergänzten Fachleute der örtlichen Sparkasse und der VR-Bank. Die Netzbetreiber bekräftigten, dass sie private PV-Anlagen an die Verteilernetze problemlos anschließen können.

Startzuschuss zur Stromspeicherkampagne

Die Stromspeicherkampagne der Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen ist gestern während der Aktionswoche offiziell gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung im Kreishaus informierte Klimaschutzmanager Stefan Glässner über die Förderung „Made in AK“ . Bürgerinnen und Bürger des Landkreises können neben der Bundesförderung (22 Prozent Tilgungszuschuss) einen kreiseigenen Stromspeicherbonus (bis 500 Euro) bis zum 31. Dezember 2016 beantragen. "Die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Batteriespeicher im Haus sind ein starkes Tandem, um einen hohen Autarkiegrad bei der Stromversorgung zu erlangen und sich langfristig gegenüber steigenden Strompreisen abzusichern", sagte Glässner.

Die Aktionswoche findet noch bis zum 24. September 2016 mit über 100 kostenfreien Veranstaltungen rund um die Themen Klimaschutz und Energiewende statt.

Weitere Fotos der Veranstaltungen sind in der Aktionswoche-Bildergalerie, bei Twitter und auf der Energieagentur-Facebookseite abrufbar.