Nachhaltiges Bauen und Sanieren – ein wichtiger Baustein der Energiewende

Mehr als 250 informierten sich beim Gebäudeenergieberatertag zu aktuellen Themen.

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FRANKENTHAL/KAISERSLAUTERN. Nachhaltiges Bauen und Sanieren – um dieses zentrale Thema drehte sich der landesweite Energieberatertag, zu dem sich mehr als 250 Teilnehmern aus ganz Rheinland-Pfalz zugeschaltet hatten. Denn erstmals musste das gemeinsam von Energieagentur Rheinland-Pfalz und Effizienz-Offensive Energie Rheinland-Pfalz (EOR) organisierte jährliche Treffen statt „live“ in Frankenthal virtuell stattfinden. Die Bedeutung energieeffizienter Gebäude für das Erreichen der Klimaschutzziele betonten die Referenten einhellig – und zugleich wurde in vielen Vorträgen Enttäuschung darüber laut, dass in dem seit dem 1. November geltenden Gebäudeenergiegesetz (GEG) der Gesetzgeber die geforderten energetischen Standards nur gebündelt, aber kaum angehoben hat.

Michael Hauer, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, verdeutlichte in seinem Eingangsstatement, das derzeitige Reduktionstempo reiche bei Weitem nicht aus, um die CO2-Emissionen bis 2030 im Gebäudebereich von heute rund 120 auf rund 70 Mio. Tonnen zu senken. Hauer: „In den vergangenen 30 Jahren seit 1990 haben wir es geschafft, die CO2-Emissionen im Gebäudesektor um ca. 40 Prozent zu senken; für weitere 40 Prozent Einsparung haben wir jetzt nur noch zehn Jahre Zeit – und die ‚low-hanging-fruits‘ wurden bereits geerntet.“

Umso wichtiger sei die Aufgabe, bei Bauherren Bewusstsein zu schaffen auch für den wirtschaftlichen Nutzen von Investitionen in die Gebäudeeffizienz. Denn etwa die Heizkosten im Verlauf langjähriger Nutzung würden von den meisten bei Bau oder Sanierung von Gebäuden massiv unterschätzt, betonte EOR-Vorsitzender Bertram Fleck. Mit vergleichsweise geringem Mehraufwand ließen sich über die Jahre hinweg oft gewaltige Einsparungen erzielen. Und das insbesondere auch in Gewerbebetrieben.

 

Zusätzliche Anreize kündigte Thomas Pensel als Vertreter des Mainzer Umweltministerium in diesem Kontext an: Verbunden mit gehobenen energetischen Standards, werde es schon bald zusätzliche Fördermittel vom Land geben, die die bereits etablierten bundesweiten Förderprogramme ergänzen sollten. Möglicherweise könnten die Förderrichtlinien noch in diesem Jahr fertiggestellt sein.

In einer dichten Abfolge von Fachreferaten ließen sich die teilnehmenden Energieberater über aktuelle Änderungen und Entwicklungen rund um das nachhaltige Optimieren von Gebäuden informieren – von anspruchsvoller digitaler Haustechnik über rechtliche und steuerliche Fragen bis hin zu umweltverträglichen Werkstoffen. Auf das Bauen mit Holz spezialisiert ist das Schweizer Unternehmen Pirmin Jung, deren Deutschland-Geschäftsführer Tobias Götz nicht nur die gegenüber traditioneller Massivbauweise veränderte Planung skizzierte, sondern auch eindrucksvoll das weite architektonische Spektrum bei Holzbauten präsentierte. Götz: „Die Hochhausgrenze ist schon lange gefallen.“

Intensive Nachfragen aus dem Publikum richteten sich – neben den aktuell nutzbaren Förderprogrammen – vor allem auf die Auswirkungen der vom kommenden Jahr an greifenden CO2-Bepreisung. Auch Baustoffe werden, entsprechend ihrer Treibhausgas-Bilanz, im Vergleich entweder teurer oder günstiger werden. Eine zusätzliche Chance für den umweltfreundlichen Baustoff Holz.