08.08.2018

Mit der Sonne im Sommer kühlen

Zum eigenen Energieversorger und Klimaschützer werden: Klimageräte und Kühlanlagen können in den Sommermonaten sowohl für Eigenheimbesitzer wie auch für Gewerbebetriebe und Unternehmen mit einer PV-Anlage betrieben werden, ohne schlechtes Klimagewissen (Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz).

Nach dem Hitzejahr 2003 könnte 2018 das bislang heißeste Jahr in diesem Jahrhundert werden. Konventionelle Energieproduzenten wie Kern- und Kohlekraftwerke müssen derzeit ihren Betrieb drosseln, weil die Wassertemperaturen der Flüsse für Wasserlebewesen bedrohlich ansteigen. Erneuerbare Energien wie die Öffnet internen Link im aktuellen FensterSolarenergie hingegen können bei hochsommerlichen Temperaturen ihr Potenzial ausschöpfen und tragen in immer höherem Maße zur Stromproduktion bei. Im ersten Halbjahr 2018 speisten, laut Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Photovoltaikanlagen in Deutschland 22,3 Terawattstunden (TWh) in das öffentliche Netz ein, 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr. „Erneuerbare Energien und insbesondere die Solarenergie sind die Treiber der Energiewende und leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz. „Und bei tropischen Temperaturen, wie sie derzeit in Deutschland vorherrschen, kann Photovoltaik auch zum Kühlen genutzt werden.“

Mit Photovoltaik zum eigenen Energieversorger werden und Räume kühlen

„Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird man zum eigenen Energieversorger“, so Pensel. Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) nutzen inzwischen mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland Solarenergie als kostengünstige Energiequelle für die Stromversorgung durch Photovoltaik (PV). Die hohe Anzahl der Solarenergienutzer zeigt: Die Preise für PV-Anlagen sind in den letzten Jahren erheblich gesunken. Gerade im Sommer nutzt so mancher Eigenheimbesitzer seinen durch die PV-Anlage erzeugten Strom nicht nur für den Betrieb der Kaffee- oder Waschmaschine, sondern auch zum Kühlen. „Klimageräte und Kühlanlagen können in den Sommermonaten sowohl für Eigenheimbesitzer wie auch für Gewerbebetriebe und Unternehmen prima mit einer PV-Anlage betrieben werden, ohne schlechtes Klimagewissen“, führt Thomas Pensel aus. Denn dann laufen Kühlanlagen, Lüfter oder Kälteaggregate tagsüber unter Volllast und beziehen ihren Strom direkt aus der Photovoltaikanlage. Einen Einblick über PV-Geschäftsmodelle insbesondere für Unternehmen und Kommunen bietet die Öffnet externen Link in neuem FensterStudie „Attraktive Geschäftsmodelle mit PV-Anlagen“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Klimaschutz ist wichtig, um den Klimawandel zu begrenzen

Der Anteil von Erneuerbaren Energiequellen an der Nettostromerzeugung lag, laut Fraunhofer ISE, im Jahr 2017 bei rund 38 Prozent. Ein Großteil der Energieversorgung fußt dementsprechend noch auf fossilen Energiequellen wie Kohle, Erdöl oder Gas. Diese Energieträger setzen bei ihrer Verbrennung große Mengen an Kohlendioxid (CO2) frei, was erheblich zur Erwärmung der Erdatmosphäre und damit zum Klimawandel beiträgt. Die Folgen sind steigende Meeresspiegel, vermehrte Extremwetterereignisse wie Stürme, Hagel oder Dürren und ein Abschmelzen der Gletscher. „Damit der Klimawandel nicht ungebremst voranschreitet, muss der Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten drei Jahrzehnten praktisch auf null reduziert werden. Das ist nur durch die rasche Ablösung fossiler Energieträger durch Erneuerbare Energien und durch Energieeffizienz möglich“, sagt Thomas Pensel.

Strom, Wärme und Verkehr müssen miteinander verknüpft werden, um den Klimawandel aufzuhalten

Wird für die Photovoltaikanlage ein ergänzender Batteriespeicher angeschafft, ist der Solarstrom nahezu rund um die Uhr verfügbar. Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms kann dadurch auf mehr als 80 Prozent steigen. Ohne Speicher liegt er bei rund 30 Prozent. Auch das eigene Elektroauto kann durch Solarstrom zum Energiespeicher werden. Eine typische Hausdachanlage erzeugt an einem sonnigen Tag rund 30 Kilowattstunden (KWh) Strom. Damit kann ein Elektroauto rund 200 Kilometer zurücklegen – wesentlich mehr, als der Bundesbürger im Durchschnitt pro Tag fährt. „Es ist wichtig, dass wir die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr miteinander verbinden und Synergien heben. Mit der Sektorenkoppelung können wir das Energiesystem hin zu Erneuerbaren Energien transformieren und uns damit in Richtung einer CO2-neutralen Versorgung entwickeln“ meint Thomas Pensel.