Mini-Nahwärmenetz für die „Minis“

Im Beisein von Bürgermeister Friedrich Marx, Klimaschutzmanagerin Julia Besand und Schulleiterin Nicole Bier überreichte Staatssekretär Dr. Thomas Griese den Förderbescheid an Oberbürgermeister Frank Frühauf (v. r. n. l.).; Foto: Stadt Idar-Oberstein

Trier, Idar-Oberstein: An der Grundschule Göttschied in Idar-Oberstein ist die Errichtung eines Mini-Nahwärmenetzes geplant. Die Umsetzung des Vorhabens wurde vom Stadtrat gestern einstimmig beschlossen. Für die Maßnahme gibt es neben einer Förderung durch die Klimaschutzinitiative des Bundes auch eine des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen des Förderprogramms ‚Zukunftsfähige Energiesysteme‘.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Energie Ernährung und Forsten in Mainz übergab vor Kurzem im Rahmen einer Schulveranstaltung den Förderbescheid über 35.000 Euro an Oberbürgermeister Frank Frühauf.

In seiner Begrüßung wies Oberbürgermeister Frühauf darauf hin, dass die Stadt Idar-Oberstein in den vergangenen Jahren bereits einige energetische Maßnahmen umgesetzt hat, unter anderem die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Grundschule Oberstein. Er freute sich auch darüber, dass die wichtigen Themen Umwelt- und Klimaschutz heute selbstverständlich zum Unterrichtsstoff gehören, „aber zunächst ist es die Aufgabe von den Erwachsenen, sich darüber Gedanken zu machen“, so der OB. Frühauf dankte dem Land für die Unterstützung bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen: „Das könnten wir aufgrund unserer finanziellen Lage alleine nicht stemmen.“

Das Schullied heißt „Kinder haben Rechte“

Staatssekretär Dr. Griese zeigte sich sehr angetan von den Vorführungen der Kinder und unterstrich das Recht der Kinder auf eine gesunde Umwelt. Doch zu viel CO2 und andere Klimasünden würden die Umwelt kaputt machen. „Die Erde hat Fieber“, stellte Dr. Griese bildhaft dar, „und wir müssen die richtige Medizin verabreichen, damit sie es wieder los wird.“ Dazu gehöre unter anderem die Nutzung von Wind und Sonne anstatt Braunkohle und Öl.
Schulleiterin Nicole Bier wies in ihrer Ansprache darauf hin, dass die Erwachsenen eine Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen haben und freute sich, dass die Stadt dieser Verantwortung unter anderem mit der Errichtung des Mini-Nahwärmenetzes nachkommt. „Das ist ein lang ersehnter Schritt in die richtige Richtung, der zur Verringerung unseres CO2-Fußabdrucks beiträgt“, erklärte Bier.

Wie läuft es ab?

Die städtische Klimaschutzmanagerin Julia Besand erläutert  den geplanten Ablauf der Maßnahme. Dazu gehört auch der Austausch der alten Lampen der Sporthalle, die durch moderne LED-Technik ersetzt werden.
In den Sommerferien erfolgt dann der Ausbau der beiden bisherigen Ölheizungen im Schulgebäude und der Sporthalle. Diese werden durch eine mit Holzpellets und Erdgas befeuerte Heizung ersetzt, die in der Sporthalle installiert wird. Über eine Wärmeleitung wird damit auch das Schulgebäude beheizt. Außerdem soll auf dem Dach der Sporthalle noch eine Photovoltaik-Anlage zur Eigenversorgung der Schule errichtet werden.
Die Gesamtmaßnahme kostet rund 455.000 Euro, hierzu steuern der Bund 133.000 Euro und das Land 35.000 Euro bei.
Für den Bau der Photovoltaikanlage werden Sponsoring-Mittel der OIE erwartet. Die Klimaschutzmanagerin hat eine Einsparung von jährlich 60 bis 70 Tonnen CO2 durch diese Maßnahmen errechnet.

Informationen zum Klimaschutz in Idar-Oberstein