Mayschoß und seine Nachbarorte sollen Nahwärmenetz erhalten

Gimpweiler hat den Schritt hin zum Nahwärmenetz bereits vollzogen.

Geht es nach dem Willen des bis kürzlich amtierenden Bürgermeisters Hubertus Kunz, soll Mayschoß bis 2030 energieneutral werden. Durch die Flut im Juli und die verheerenden Zerstörungen im Ort, könnte dieser Wunsch des Bürgermeisters vielleicht schon früher Wirklichkeit werden.

Bis zum Winter 2022 / 2023 könnte in Mayschoß - und in den Nachbarorten Rech und Dernau - ein Nahwärmenetz aufgebaut und in Betrieb genommen werden. In der letzten Gemeinderatssitzung stellten Vertreter der Energieagentur Rheinland-Pfalz das Modell einer Nahwärmeversorgung für die Orte vor. Michael Hauer, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, betonte, dass der Zeitpunkt für eine Umstellung der Wärmeversorgung auf regnerative Energien günstig ist, da nur 20 Prozent der alten Ölheizungen, die von der Flut betroffen waren, repariert werden könnten.

Wichtig für die Nahwärme ist, so Hauer, dass sich möglichst viele Haushalte beteiligen. Es müsse nicht das gesamte Dorf an ein Nahwärmenetz angeschlossen werden, sondern es könnte auch kleinere Netze geben. Diese könnten in kommunaler Hand liegen. Für die Bürgerinnen und Bürger haben diese Wärmenetze - gegenüber von Ölheizungen - den Vorteil, dass die Kosten für die ans Wärmenetz angeschlossenen Familien günstiger und kalkulierbarer sind und der Wartungsaufwand gering ist.

Für die Wärmenetze in Mayschoß und den umliegenden Gemeinden sollen vorzugsweise Scheitholz, Pellets oder Hackschnitzel genutzt werden. Möglich sind auch Solarthermie und Pelletheizung, Hackschnitzel, Wärmespeicher, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen, oder Biogasanlagen und Wärmespeicher. Für den Einsatz der Nahwärme sind, laut Hauer, Flächenheizungen wie z. B. Fußboden- oder Wandheizungen sinnvoll. Das Wärmenetz in Mayschoß könne, so Michael Hauer, bereit für die Heizperiode 2022 / 2023 zur Verfügung stehen. Bis dahin müsste die Wärmeerzeugung mit Übergangslösungen gesichert werden.