07.12.2015

Marvin Schnell aus Langenbach: „Was kostet es, wenn wir weiter so handeln?“

Marvin Schnell sieht sich seinen Nachkommen gegenüber verpflichtet, sich für einen sparsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen einzusetzen

Marvin Schnell ist 21 Jahre jung und studiert an der Universität in Siegen Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im oberen Westerwald,  beschäftigt er sich bereits seit seiner Gymnasialzeit mit nachhaltigem und möglichst naturverträglichem Handeln, Leben und Wirtschaften. Insbesondere das Thema der „neuen“ Energien und die Auswirkungen des Klimawandels auf unser Ökosystem, interessieren ihn.

Klimaschutz und Naturschutz sind  für ihn nichts Gegensätzliches, sondern bedingen einander:  „Wenn wir es global nicht schaffen, unsere Treibhausgasemissionen in den nächsten Jahren massiv zu verringern, wird sich das Leben auf der Erde radikal ändern.“ Einigen Menschen würden die Lebensgrundlagen infolge des Klimawandels nahezu vollständig entzogen;  schon heute seien Millionen Menschen weltweit auf der Flucht und in Zukunft könnten es noch deutlich mehr werden.

Umweltzerstörungen und Klimawandel drohten ganze Landstriche in weiten Teilen der Erde unbewohnbar zu machen. Daher sei es vor allem unsere Aufgabe in den Industrieländern, dies zu verhindern und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Für Marvin Schnell spielt das Thema Energiewende in diesem Kontext eine überaus wichtige Rolle: „Nur wenn wir schnellstmöglich auf alternative Energien umsteigen, wird es uns möglich sein, die Schöpfung und die Lebensgrundlagen für unsere und die kommenden Generationen zu erhalten.“ Dass dies funktioniert, sei unter anderem daran zu erkennen, dass sich die CO2-Emissionen gegenüber 1990 bereits um mehr als 25% verringert hätten. Der stetige Ausbau von erneuerbaren Energien habe daran einen nicht zu verachtenden Anteil.

Atomunfälle jähren sich

Im nächsten Jahr gebe es gleich zwei traurige Jubiläen: Der Reaktorunfall in Fukushima jährt sich zum fünften Mal, bzw. der GAU in Tschernobyl zum 30. Mal. Zwei Ereignisse, die der Menschheit vor Augen geführt hätten, dass die Kernenergie eine für den Menschen unbeherrschbare Form der Energieerzeugung sei und auf Dauer keine Lösung darstellen könne. Nicht zuletzt durch den noch viele Jahrtausende strahlenden Atommüll, der auch unseren Kindern und Kindeskindern noch erhalten bleiben werde.
„Verantwortung sieht anders aus! Die Frage bei der Energiewende darf nicht länger sein, was sie kostet. Vielmehr muss die Frage sein, was es kostet, wenn wir weiter so handeln wie bisher. Leider sehen das noch nicht alle Menschen so“, mahnt Marvin Schnell an. Manche glauben, dass es vernünftiger sei, in die Erde tiefe Löcher zu graben, dreckige, hochgiftige Stoffe an die Erdoberfläche zu befördern und daraus nach etlichen Umwandlungsschritten Endenergie zu erzeugen. Die daraus resultierenden Schadstoffe und Abfälle stellen für unsere Gesundheit, aber auch noch für viele kommende Generationen eine gewaltige Bürde und Gefahr dar.

Er selbst sieht sich seinen Nachkommen gegenüber verpflichtet, sich für einen sparsamen und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen einzusetzen. Problematisch findet er das Handeln mancher Verbände und Organisationen: Sie forderten oft lautstark die Umsetzung der Energiewende und mehr Schutz für das Klima, doch wenn es vor Ort „losgehen soll“, bilde sich allzu oft  Widerstand dagegen. Hier sei von uns allen – Befürwortern wie Gegnern, Naturschützern und Behörden - mehr Augenmaß, vor allem aber Kompromissbereitschaft gefordert.

Aktiv auf vielen Ebenen

Der 21-Jährige ist selbst Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und im Bundesverband Windenergie, er setzt sich zudem regional – aber auch darüber hinaus – für eine vernünftige Energiepolitik ein. Seit Juli letzten Jahres sitzt er im Bau- und Umweltausschuss der Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Neben den kommunalpolitischer Aktivitäten gründete er in diesem September als eine Art „Aufklärungsinitiative“ und „Ideenwerkstatt“ zusammen mit einem Freund den „Alternative-Energien-Stammtisch Westerwald“, wo in regelmäßig stattfindenden Treffen sachlich über alle Themenfelder der „neuen“ Energien diskutiert werde. Jeder sei herzlich dazu eingeladen, sich aktiv an der Energiewende und dem Klimaschutz zu beteiligen.
Marvin Schnell gibt uns noch einen Satz von Barack Obama mit auf den Weg, der es für ihn auf den Punkt bringt: „Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel zu spüren bekommt und wir sind die letzte, die etwas dagegen tun kann.“