09.11.2016

Landesklimaschutz-Konzept: Wichtiger Beitrag für das Erreichen der Klimaschutzziele

Foto: Anna Jiménez Calaf

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz bekennt sich nicht nur im aktuellen Koalitionsvertrag zum Schutz des Klimas und den in Paris im Jahr 2015 vereinbarten Klimaschutzzielen der internationalen Staatengemeinschaft. Bereits vor der Klimaschutzkonferenz in Paris wurde im Juli 2014 ein rheinland-pfälzisches Landesgesetz zur Förderung des Klimaschutzes (Landesklimaschutzgesetz - LKSG -) entwickelt. Im Landesklimaschutzgesetz strebt die Landesregierung als Ziel die Reduktion der  Treibhausgase bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent im Vergleich zu den Gesamtemissionen im Jahr 1990 an. Bis zum Jahr 2050 wird sogar eine Klimaneutralität angestrebt.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, wurde als eine konsequente Weiterentwicklung der Klimastrategie des Landes die Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes durch die Landesregierung veranlasst. Das Klimaschutzkonzept beinhaltet über 100 konkrete Maßnahmen, die unter Einbezug einer breiten Öffentlichkeit erarbeitet und im November 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Der wesentliche Zweck des Konzeptes besteht darin, als Entscheidungsgrundlage für das Erreichen der  Klimaschutzziele des Landesklimaschutzgesetzes zu dienen. Rheinland-Pfalz hat sich mit dem Landesklimaschutzgesetz und dem Klimaschutzkonzept das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen des täglichen Lebens (Verkehrs-, Strom-, Wärmesektor, Land- und Forstwirtschaft) zu senken. Gleichzeitig strebt das Land eine klimaneutrale Landesverwaltung an. Damit macht Rheinland-Pfalz den Klimaschutz konkret und greifbar.

Energiewende als Teil der Klimaschutzstrategie

Um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen setzt die Landesregierung unter anderem auf einen Wechsel in der Energieversorgung. Das Stichwort heißt Energiewende. Besonders beim Einsatz von energieeffizienten Stromerzeugungsanlagen, wie beispielsweise Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK-Anlagen) ist Rheinland-Pfalz deutschlandweit Spitze. Im bundesweiten Vergleich gehört Rheinland-Pfalz mit einem Anteil von 50 Prozent, den KWK-Anlagen an der Gesamtstromerzeugung beisteuern und bezogen auf den Bruttostromverbrauch des Landes von ca. 30 Prozent zur Spitzengruppe innerhalb der deutschen Flächenländer. Die Bundesregierung strebt als Ziel für das Jahr 2020 einen KWK-Anteil an der Stromerzeugung von 25 Prozent an. Dieses Ziel erreichte Rheinland-Pfalz bereits im Jahr 2006.

Regenerative Energien decken mehr als 25 Prozent des Stromverbrauchs

Auch im Bereich des Ausbaus der regenerativen Energien wie Windkraft, Sonnen- und Bioenergie oder Wasserkraft hat sich in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz viel getan. Der Anteil der regenerativen Energien am Stromverbrauch stieg bis 2016 in Rheinland-Pfalz auf über 25 Prozent. Heute sind über 87.000 Photovoltaik-Anlagen, ca. 1.500 Windenergieanlagen, über 200 Wasserkraftanlagen und ca. 400 Bioenergieanlagen in Rheinland-Pfalz in Betrieb. Mit jeder Kilowattstunde erzeugten „grünen“ Stroms können beim heutigen deutschen Strommix ca. 650 g Kohlendioxid eingespart werden. Im Jahr 2015 konnten in Rheinland-Pfalz durch die vor Ort produzierte umweltfreundliche Energie somit rund 4,7 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Um eine vergleichbare Menge Kohlendioxid im Verkehrssektor einzusparen, müssten alle 2,4 Mio. in Rheinland-Pfalz zugelassenen PKWs in einem Jahr ungefähr 10.000 Kilometer weniger fahren. Im Hinblick auf die im letzten Jahr in Paris abgeschlossenen Klimaschutzziele ist dies ein nicht zu vernachlässigender Beitrag hin zur Dekarbonisierung der Energiewirtschaft.

Klimaschutz als langfristiges Ziel

Klimaschutz ist ein komplexes Vorhaben und ein langfristiger Prozess. Klimaschutz muss auf lange Zeiträume ausgelegt werden, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten. Das Klimaschutzkonzept des Landes Rheinland-Pfalz berücksichtigt dies, indem viele der aufgeführten Maßnahmen auf einen mittel- bis langfristigen Zeithorizont (bis 2050) ausgelegt sind.

Die Umsetzung der Energiewende in Rheinland-Pfalz ist ein zentraler Schlüssel bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes des Landes. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Energiewende gleichzeitig sicher, ökologisch und bezahlbar bleiben soll. Um die Energiewende und alle damit verbundenen Themen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, arbeitet die Energieagentur Rheinland-Pfalz an vielen verschiedenen Schnittstellen und Projekten im Land. Sie unterstützt Bürger(innen), Vertreter aus Kommunen und Unternehmen gerne bei der Umsetzung von nachhaltigen Projekten. Das Ziel ist es, nicht nur die Energiewende und den Klimaschutz im Land voran zu bringen, sondern eine Gesellschaft zu gestalten, in der man zukünftig leben kann bzw. leben möchte.

Dr. Ralf Engelmann, Energieagentur Rheinland-Pfalz