Landesforsten Rheinland-Pfalz testet E-Autos

Staatssekretär Thomas Griese und Prof. Achim Kampker in einem E-Fahrzeug

Staatssekretär Thomas Griese (vorne) und Prof. Achim Kampker in dem getesteten E-Fahrzeug (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Als erster staatlicher Forstbetrieb hat Landesforsten in mehreren Forstämtern und Dienststellen E-Fahrzeuge getestet. Der Fahrzeughersteller StreetScooter, eine Tochterfirma der Deutschen Post DHL Group, stand dabei als Kooperationspartner zur Verfügung. Innerhalb eines Zeitraumes von ein bis zwei Wochen nutzten Forstleute die „ScreetScooter“ im alltäglichen Forstbetrieb. Ihre Erfahrungen haben sie sodann in einem Testbogen festgehalten. Die ersten Ergebnisse wurden von Jürgen Weis, Verantwortlicher für die Fahrzeugflotte des Landesforsten Rheinland-Pfalz, bei einer Veranstaltung in Emmelshausen vorgestellt.

Bisher gibt es bundesweit keine forsttauglichen E-Autos

Um im Forstbetrieb bestehen zu können, müssen E-Autos spezielle Anforderungen erfüllen. Die Fahrzeuge brauchen Allradantrieb, eine Anhängerkupplung, ausreichende Bodenfreiheit, Aufbewahrungsmöglichkeiten für Werkzeuge, Platz für mindestens zwei Personen, ausreichende Akkuleistung und Seilwinde, um Wild auf die Ladefläche ziehen zu können. Bislang gibt es kein E-Auto auf dem Markt, welches allen Anforderungen genügt.  Jedoch könnte sich das bald ändern. Prof. Achim Kampker, Chef des Unternehmens „StreetScooter, versicherte, dass es möglich sei auf Kundenwünsche einzugehen, wenn die Nachfrage stimme. Und das Potenzial ist groß.

Geräuschlos und emissionsfrei durch den Wald

Bundesweit sind in den Flächenländern derzeit rund 6.200 Fahrzeuge für den Forst im Einsatz. Davon werden jedes Jahr etwa 10 Prozent, somit 600 Fahrzeuge, ersetzt. Für die Forstämter lohnt sich der Umstieg nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus finanzieller Hinsicht. Eine Tankfüllung des Testautos kostet momentan rund vier Euro. Folgekosten wie Wartung, Verschleiß und Reparaturen sind um 60 bis 80 Prozent geringer als bei anderen Autos. Zuletzt freuen sich auch die Waldbewohner und -spaziergänger, die durch das geräuschlose und emissionsfreie Fahren weniger gestört werden.

Einige Förster fahren bereits mit E-Bikes

Dennoch sind die Mitarbeiter der Forstämter bereits im Klimaschutz aktiv: in einigen Ämtern werden Dienstfahrten in den Wald und zu Behördenterminen mit dem E-Mountainbike erledigt. Erste Testfahrten mit den Fahrrädern begeisterten die Mitarbeiter in Trier. Es sei erstaunlich, wie es so möglich wird, selbst in stark profiliertem Gelände sehr zügig und mit großer Leichtigkeit an Ziele in mehreren Kilometern Entfernung zu gelangen. Die E-Bikes wurden im Rahmen des Pilotprojektes "Klimaneutrale Landesverwaltung" angeschafft. In diesem von der Energieagentur Rheinland-Pfalz koordinierten Projekt soll ermittelt werden, inwiefern durch Umstellung von Arbeitsprozessen und Investitionen vollkommene Klimaneutralität in kurzen Zeit unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist.

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