Ladeinfrastruktur für Elektromobile: Wie? Wo? Und wer baut sie auf?

Vorführung der Technik einer Ladesäule

Frank Haney von der Inselwerke eG demonstriert die Funktionsweise einer Ladesäule. Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Neben einigen anderen Faktoren wird oft das Fehlen einer flächendeckenden Ladeinfrastrukur als Hindernis für Elektromobilität in Deutschland genannt. Jüngste Zahlen belegen zwar, dass sich hier dank intensiver Förderung einiges tut in der Republik. Doch gerade in ländlichen Regionen besteht noch Nachholbedarf. Hier stellt sich ein wirtschaftlicher Betrieb von öffentlichen Ladesäulen als besondere Herausforderung dar, was diese Standorte häufig unattraktiv für private Investoren macht.

Die Inselwerke eG zeigen, wie es funktionieren kann

Kommunen und Genossenschaften können hier, bestenfalls gemeinsam, Abhilfe schaffen. Wie dies zu bewerkstelligen ist und welche Herausforderungen und Fallstricke zu beachten sind, wurde im Workshop "E-Ladenetz aufbauen: gemeinsam, klimafreundlich, lokal" in Mainz behandelt. Auf Einladung des Landesnetzwerks Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz (LaNEG e.V.) und der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energieagentur Rheinland-Pfalz kamen etwa 30 Teilnehmer ins "Zentrum gesellschaftliche Verantwortung" der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau. Die Leitung des Workshops lag bei René Tettenborn und Frank Haney, beide im Vorstand der Inselwerke eG aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Inselwerke haben als Pioniere der genossenschaftlichen E-Mobilität auf der Insel Usedom und auf dem angrenzenden Festland erfolgreich ein Ladenetz aufgebaut, dass sie auch selbst betreiben. Dabei arbeitet die Genossenschaft mit Standortpartnern, zum Beispiel Gemeinden oder Akteuren in der Gastronomie bzw. Tourismusbranche, um die Kosten für die Installation und den Betrieb der Ladesäulen decken zu können. Denn: Bisher können nur wenige, besonders attraktiv gelegene Säulen allein durch ihre Nutzung kostendeckend betrieben werden.

Das Ladenetz als Daseinsvorsorge

Die Tipps und Erfahrungsberichte aus der Praxis der Inselwerke kamen bei den Teilnehmern aus Kommunen und Genossenschaften sehr gut an. Aber auch die theoretische Einführung zur Technik von Ladesäulen, zu den beachtenden rechtlichen Vorschriften, zu Fördermitteln, zu Betreibermodellen und zum Ablauf der Entwicklung eines Ladesäulen-Standorts wurden als sehr hilfreich erachtet.

Am Ende stand eine wichtige Botschaft: Das Ladenetz im ländlichen Raum sollte nicht nur als Dienst an (noch) wenigen Elektromobilisten erachtet, sondern als Teil der Daseinsvorsorge bzw. Regionalentwicklung verstanden werden. Die Einbindung von erneuerbarem Strom, die ein zentrales Element sein muss, gewährleistet zudem positive Effekte auf den Klimaschutz. Das Engagement von Gemeinden und Bürgern ist daher besonders zentral.

Zum Vortrag der Inselwerke eG