Kommunen reduzieren Kosten durch Energiemanagement

Über 60 rheinland-pfälzische Kommunen bauen mit Unterstützung der Energieagentur Rheinland-Pfalz ihr Energiecontrolling und -management auf.

Denn ein kommunales Energiemanagement (EMS) hilft Städten, Gemeinden und Landkreisen den Energieverbrauch, die Energiekosten und Klimabelastungen beim Betrieb ihrer kommunalen Gebäude zu reduzieren.

Kosten trotz geringem Personal sparen

In Kommunen mit EMS zeigt sich, dass ein kommunales Energiemanagement 10 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs und der Energiekosten einsparen kann – und das ohne kostenintensive Maßnahmen.

Das Verhältnis von Energiekosteneinsparungen zu Personal- und Sachkosten lässt sich im Durchschnitt mit 3:1 beziffern. Jeder eingesetzte Euro in den Betrieb eines strukturierten Energiemanagements, rentiert sich also durch 3 Euro eingesparte Energiekosten.

Natürlich hängen diese Angaben in jeder Kommune von ihrer Ausgangslage und ihrem Engagement ab.

Energiemanagement aufbauen mit Kom.EMS

Um das kommunale Energiemanagement aufbauen und verstetigen zu können, stellt das Land Rheinlanf-Pfalz seinen Kommunen künftig das Qualitätsmanagementsystem Kom.EMS, kurz für kommunales Energiemanagement-System, kostenlos als Werkzeug bereit.

Kom.EMS wurde 2020 mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) vom Bundesumweltministerium ausgezeichnet und ist eine gemeinsame Entwicklung der Energieagenturen Baden-Württembergs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens.

Kom.EMS kommt an in den Kommunen. Schon zum Jahresbeginn 2021 hatten sich über 450 Kommunen aus neun Bundesländern für die Plattform Kom.EMS angemeldet. Mit dem Ziel, die Energiekosten in ihren Gebäuden zu senken.

Kommunen steuern Kom.EMS-Zertifizierung an

In Rheinland-Pfalz arbeiten seit September 2021 zehn Pilot-Kommunen auf eine Kom.EMS-Basis-Zertifizierung hin, die ihr vorbildliches Energiemanagement auszeichnen wird. Bis Ende 2022 wollen sie die Zertifizierung abschließen.

Dafür befassen sich die Pilot-Kommunen aktuell damit,

  • interne Strukturen zu schaffen, Zuständigkeiten festzulegen und Prozesse zu definieren (beispielsweise Ansprechpartner festzulegen, bei denen Daten zusammenlaufen, und auch einen Kümmerer für umzusetzende Maßnahmen zu finden);
  • ein dauerhaftes Controlling und Berichtswesen einzurichten;
  • Gebäudeportfolios anhand von Kennwerten zu analysieren sowie Gebäude zu priorisieren, auf die sich bei der Einführung des EMS fokussiert wird;
  • die Liegenschaften betrieblich zu optimieren;
  • Gebäudenutzer zu sensibilisieren sowie
  • wirtschaftlich langfristig sinnvolle Investitionsmaßnahmen zu planen

Unterstützung bekommen die zehn Pilotkommunen vom isuf Institut für Sozial- und Umweltforschung GmbH (isuf). Das isuf leitet als professioneller und zertifizierter Coach die Pilot-Kommunen individuell an. Für die Einführung von Kom.EMS auf Landesebene arbeitet die Landesenergieagentur eng mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg zusammen, die die Zertifizierung der Pilotkommunen vornimmt.

Interesse oder Fragen?

Kommunen in Rheinland-Pfalz, die sich für den Aufbau eines kommunalen Energiemanagements mit Kom.EMS interessieren, können sich an die Ansprechpartner der Energieagentur Rheinland-Pfalz wenden, die beraten und unterstützen.

Weiterführende Informationen zum Qualitätsmanagementsystem Kom.EMS finden Sie auf der Projektseite: www.komems.de.