28.04.2018

Kommunale Wertschöpfung wichtiger Treiber für Ausbau Erneuerbarer Energien

Viele Hausbesitzer setzen heute auf Photovoltaik. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Nach Schätzungen des Rhein-Hunsrück-Kreises liegt die jährliche Wertschöpfung alleine aus dem Betrieb von Erneuerbare Energien-Anlagen in dieser Region bei mehr als 43 Millionen Euro. Das zeigt, dass der Ausbau dieser nachhaltigen Energien ein wichtiger Treiber für die kommunale Finanzkraft und Kommunalentwicklung ist. Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat sich mit der Energiewende nicht nur entschuldet, sondern Perspektiven für die zukünftige Entwicklung im ländlichen Raum geschaffen.

Vielfältige Handlungsmöglichkeiten für Kommunen durch dezentralen Charakter der Energiewende

Kommunen sind die Säulen der Energiewende. „Die Energiewende in Rheinland-Pfalz wäre ohne das große Engagement vieler Kommunen längst nicht so erfolgreich verlaufen“, zeigt sich Anja Folz, Abteilungsleiterin Regenerative Energieversorgungssysteme, überzeugt. Der dezentrale Charakter der Erneuerbaren Energien eröffnet den Kommunen, insbesondere in einem eher ländlich geprägten Bundesland wie Rheinland-Pfalz, vielfältige Handlungsfelder: Durch den Ausbau von nachhaltigen Energien können die Kommunen neue Einnahmen erschließen und wichtige Finanzmittel in der Region halten statt für Energieimporte abfließen zu lassen. Arbeitsplätze werden geschaffen und dadurch steigt auch die Kaufkraft in der Region. „Das Wertschöpfungspotential der Erneuerbaren Energien ist für Kommunen noch bei weitem nicht ausgeschöpft ist“, sagt Folz.

Kommunen mit Vorbildcharakter im Rhein-Hunsrück-Kreis

Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat die Zeichen der Zeit schon früh erkannt. Mit dem 2011 im Kreistag beschlossenen Klimaschutzkonzept setzen die kommunalen Akteure auf die Ausschöpfung der lokal vorhandenen Energieeinsparmöglichkeiten und regenerative Energien aus Biomasse, Sonne und Wind. Gemeinden wie  beispielsweise Schnorbach, Neuerkirch und Külz setzen mit ihrem Engagement in Sachen Energiewende und Klimaschutz Maßstäbe.

Schnorbach erlaubte den Bau von zwei Windenergieanlagen auf gemeindeeigenen Grundstücken. Die Pachteinnahmen fließen in die lokale Entwicklung der Gemeinde, darunter in Energiesparmaßnahmen für die rund 95 Haushalte. Das Auftragsvolumen, das durch die kommunalen Klimaschutzmaßnahmen ausgelöst wurde, lag  für die heimischen Handwerker und den Handel in den Jahren 2015-2017 bei 312.000 Euro. Die Energieeinspareffekte liegen auf Seiten der Bürger bei rund 20.000 Euro pro Jahr. Das ‚Schnorbacher Modell‘ wurde inzwischen von vielen anderen Kommunen in Rheinland-Pfalz übernommen.

Eine der größten Solarthermieanlagen in Rheinland-Pfalz versorgt die beiden Ortsgemeinden Neuerkirch und Külz mit Wärme. Auf einer Fläche von zwei Handballfeldern wandeln Vakuumenröhrenkollektoren Sonnenergie zu Wärme um. Zur Unterstützung erzeugen zwei Holzhackschnitzelanlagen Wärme. Diese Wärme gelangt über ein sechs Kilometer langes Nahwärmenetz zu den Abnehmern, immerhin 80 Prozent der Haushalte. Durch das kommunale Wärmekonzept gelingt es den beiden Ortschaften jährlich 400.000 Liter Heizöläquivalent einzusparen. Die Gemeinden tätigten für ihre Projekte Investitionen in Höhe von rund fünf Millionen Euro, die insbesondere der heimischen Wirtschaft zu Gute kamen. „Von solchen wegweisenden Projekten profitieren sowohl Wirtschaft als auch Klimaschutz. Ich bin sicher, dass derartige Synergiepotenziale noch in vielen Kommunen gehoben werden können. Beispiele im Rhein-Hunsrück-Kreis und anderen Regionen in Rheinland-Pfalz belegen das“, zeigt sich Anja Folz zuversichtlich.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz widmet sich gelungenen Praxisbeispielen und geplanten Umsetzungen, die regionale Wertschöpfung mit der dringend gebotenen Energiewende verbinden. Ein Leitet Herunterladen der Datei einExkursionsführer vermittelt BestPractices, umgesetzt im Rhein-Hunsrück-Kreis, ein digitaler Praxisleitfaden mit weiteren Beispielen aus Rheinland-Pfalz sowie erläuternden Informationen und Hilfestellungen zur Mobilisierung von Wertschöpfungseffekten und der Verbindung von Energiewende und Kommunalentwicklung wird aktuell erstellt. Auch der bevorstehende
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster Jahreskongress der Landesenergieagentur, am 14. Juni 2018 in Frankenthal, widmet sich in einem eigenen Forum der Bedeutung der Energiewende für Wertschöpfung und Kommunalentwicklung im ländlichen Raum.