21.01.2015

Königskinder aus der Kita Strimmiger Berg werden zu Energieexperten

Einen bunten Windpark haben die Vorschulkinder gestaltet.

Das diesjährige Vorschulprojekt der Kita Strimmiger Berg dreht sich rund um das Thema Energie. Auf die Idee, dieses Thema gemeinsam mit den Kindern anzugehen, sind die Erzieherinnen durch den Workshop "Ein Königreich für die Zukunft - Energie erleben durch das Kindergartenjahr!" gekommen, den die Energieagentur Rheinland-Pfalz seit 2013 regelmäßig im Land anbietet.

Der Workshop fand mit organisatorischer Unterstützung der lokalen Energieagentur des Landkreises „unser-klima-cochem-zell e. V.“ am 18. September 2014 in Cochem statt. Die Kindertagesstätte Strimmiger Berg ist eine von vier kommunalen Kindertagesstätten in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) und eine zweigruppige Einrichtung mit 50 Betreuungsplätzen für Kinder im Alter von 2-6 Jahren.

Im Gespräch:
Bürgermeister Karl-Heinz Simon, Kita-Leitung Heike Schug-Ternes, Leiterin des Vorschulprojektes Verena Buchholz. Die Fragen stellte Nicole Jobelius-Schausten, Netzwerkmanagerin der Bioenergieregion Cochem-Zell.

 

Frau Schug-Ternes, was genau hat sie motiviert und bewogen, das Thema Energie als Projektthema für ihr diesjähriges Vorschulprogramm auszuwählen?

Schug-Ternes: Meine Mitarbeiterin Verena Buchholz kam hochmotiviert von der angesprochenen Weiterbildungsveranstaltung. Das Praxishandbuch „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben durch das Kindergartenjahr!“, herausgegeben vom NaturGut Ophoven, welches sie dort bekommen hatte und zu dem ihr praktische Anleitungen vermittelt wurde, hatte sie voll überzeugt und so hat sie es auch im Kollegenkreis vermitteln können. Wir wollten einfach mal ausprobieren, wie es bei den Kindern ankommt.

Wie setzen Sie Ihr Projekt im Kindergartenalltag um und wie groß ist der beteiligte Personenkreis?

Schug-Ternes: Wir würden uns wünschen, viel mehr Zeit für dieses Projekt zu haben, denn die Kinder bringen ganz viele neue, tolle Ideen mit ein. Wir haben zunächst versucht, die alljährlichen Themen im Kindergartenjahr auf das „Energiethema“ anzupassen. So war das Thema in diesem Jahr beispielsweise nicht „Der Herbst ist da“ sondern „Was bewegt sich alles durch den Wind?“. Zu Karneval möchten wir nun Strommonster und Energieroboter basteln und uns so dem Thema Strom annähern.
In Berührung mit diesem Projekt kommen bei uns schon die Allerkleinsten. Hauptsächlich aber unsere 11-köpfige Vorschulgruppe. Genau wie im Buch beschrieben haben wir hier 11 Königskinder, die passend zu jedem Energiebaustein einen Edelstein auf Ihre Krone aufbringen dürfen, sobald das Thema behandelt wurde und sich in der Projektmappe wiederfindet. Diese Vorschulgruppe durfte auch an ihrem Tagesangebot im Rahmen der Klimawoche „Energie erleben für Vorschulkinder“ teilnehmen. Und dies hat sich gelohnt. Für die Kinder war es ein tolles Erlebnis.

Frau Buchholz, wie waren Ihre Erwartungen zunächst an die Fortbildungsveranstaltung? Haben Sie damit gerechnet, dass Sie die Thematik so schnell umsetzen können?

Buchholz: Nein, damit habe ich ganz sicher im Vorfeld nicht gerechnet. Ich hatte mich zunächst auf eine eher trockene Veranstaltung eingestellt und wurde mehr als positiv überrascht. Die Kursleiterin Sylvia Ruhland hat mit ganz viel Spaß und praktischem Bezug dargestellt, mit welch einfachen Mitteln man die Kinder spielerisch für dieses Thema begeistern kann. In jedem Kind steckt ein Forscher. Sie wollen selbst lernen und entdecken und wir geben ihnen mit den gelungenen Beispielen aus dem Handbuch die nötigen Hilfestellungen.

Welche konkreten Beispiele haben Sie mit den Kindern schon umsetzen können?

Buchholz: Wir haben aus Naturmaterialien ein Windmobile gebastelt, welches draußen im Garten steht. Eine Energieecke haben wir eingerichtet, dort platzieren wir immer aktuell die Ergebnisse unserer Arbeit. Die Kinder sind mit Federn im Gebäude unterwegs gewesen um zu testen wo der Luftstrom in Bewegung ist. Sie hatten einen riesen Spaß dabei und haben ihre Tests auch zu Hause weiterdurchgeführt.

Welche Rückmeldung erhalten Sie von den Kindern und den Eltern zum Projekt?

Buchholz: Die Kinder sind voll motiviert bei der Sache. Viele Ansätze die wir geben, werden von unseren Königskindern weiterausgebaut. So wollten wir beispielsweise eine kleine Bildsammlung machen, wo uns täglich Luftbewegung begegnet. Die Kinder haben ganz aus sich heraus nach drinnen und draußen unterschieden. Drinnen haben Sie die warme Luft gespürt die von der warmen Heizung aus nach oben steigt. Draußen haben Sie die Blätter beobachtet die vom Wind fortgetragen werden und die Windrädchen die sich immer schneller drehen. Das Projekt hat durch die Kinder eine ganz tolle Eigendynamik bekommen.
Die Eltern erzählen uns immer wieder, dass die Kinder das hier erlebte auch zu Hause fortsetzen und plötzlich ein Bewusstsein dafür entwickelt haben, wo überall Strom benötigt wird. Da die Kinder selbst viel von dem Projekt, an praktischen Bezug, mit nach Hause bringen, möchten uns die Eltern auch bei der Abschlussfahrt ins Erlebnismuseum unterstützen.

Herr Bürgermeister Simon, wie haben Sie von der Umsetzung dieses Projektes erfahren und wie ist Ihre Meinung dazu?

Simon: Bei dem Elternabend, an dem Frau Buchholz den Eltern von der Planung dieses Projektes berichtete, konnte ich selbst miterleben, wie schnell sie alle Anwesenden mit ihrem Vorschlag begeisterte und mit einer Vielzahl von praktischen Beispielen die Projektplanung erklärte.
Für mich ist dies genau der richtige Ansatz - denn die Kinder sind unsere Zukunft. Das was sie heute verstanden haben, wird auch im späteren Leben für sie von Bedeutung sein. Spielerisch werden sie an die Thematik herangeführt, ohne dass es einen strengen Lerncharakter hätte. Dass es von Seiten der kommunalen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ dieses Angebot gibt und es hier in dieser Form umgesetzt werden kann ist optimal. Und der Erfolg überzeugt!


Die kostenlose Workshopreihe „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben durch das Kindergartenjahr!“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt. Die pädagogischen Fachkräfte der Vorschulerziehung erhalten Anregungen und Tipps, wie die Themen Wind, Wärme, Licht, Strom, Wasser und Sonne altersgerecht und lebensweltorientiert in den Kita-Alltag integriert werden können. Das vom NaturGut Ophoven herausgegebene Praxishandbuch steht jedem/r Teilnehmer/in nach der Veranstaltung kostenlos zur Verfügung. Die nächste Veranstaltung findet am 12. März in Plaidt statt. Weitere Informationen finden Sie hier.