Klimaschutz- und Energieministerium fördert Nahwärmenetz-Projekt in Landscheid im Landkreis Bernkastel-Wittlich mit weiteren 165.000 Euro.

Übergabe des Fördermittelsbescheides in Landscheid. Geschäftsführer Harald Raskop und Klimaschutzministerin Anne Spiegel; Foto: Forst-Service Raskop

„Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass Rheinland-Pfalz bereits zwischen 2035 und 2040 klimaneutral sein soll. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die nachhaltige Wärmeversorgung im Gebäudesektor. Wie dies mustergültig umgesetzt wird, zeigt das Projekt von Forst Service Raskop“, sagte Klimaschutz- und Energieministerin Anne Spiegel am Montag in Landscheid. Dort übergab sie einen Förderbescheid über 165.000 Euro an Harald Raskop, den Geschäftsführer des ortsansässigen Familienunternehmens.

5 Kilometer für das Wärmenetz

Mit den bereitgestellten Mitteln unterstützt das Land den Bau eines insgesamt rund fünf Kilometer langen Nahwärmenetzes. Über das Leitungssystem, das voraussichtlich Ende 2022 fertig gestellt wird, werden zukünftig rund 35 Gebäude in der Ortsgemeinde – größtenteils Privathaushalte, eine Schule, ein Feuerwehrhaus, ein Festschuppen, eine Kirche, ein Aussiedlerhof sowie eine Schießsportanlage – mit Wärme versorgt.  Gespeist wird das Nahwärmenetz über eine Energieerzeugungsanlage, für deren Bau das Ministerium schon im vergangenen Jahr rund 350.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte.

Waldholz für die Heizungsanlage

Herzstück dieser aktuell im Bau befindlichen Anlage auf dem Betriebsgelände von Forst Service Raskop ist eine Rostfeuerungsanlage mit einer Leistung von 3.000 Kilowatt und einer Jahreswärmeerzeugung von 6.500 Megawattstunden. Die Anlage wird zu 75 Prozent mit Waldholz und zu 25 Prozent aus Landschaftspflegematerial gespeist. Die biogenen Rohstoffe stammen größtenteils aus der eigenen Produktion des Unternehmens, dessen Wertschöpfungskette von der Aufforstung über die Ernte bis zur Holzhackschnitzelproduktion reicht. Zusammen mit dem jetzt geförderten Nahwärmenetz können zukünftig rund 1.900 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Klimaschutz und gleichzeitig Wertschöpfung in der Region

Bei der Besichtigung der Baustelle bedankte sich Energieministerin Anne Spiegel bei Geschäftsführer Raskop und seiner Familie für ihr Engagement für den Klimaschutz und für die Region. Das Unternehmen Raskop beschäftig zwölf Mitarbeiter und stellt alle zwei Jahre zwei Auszubildende ein. Die Ministerin dankte auch der Energieagentur Rheinland-Pfalz für ihre Unterstützung und Begleitung bei der Umsetzung des Projektes.

„Es ist unser Ziel, den Ausbau des Wärmesektors mit Erneuerbaren Energien weiter voranzubringen. Dabei soll, wenn wie hier in Landscheid die wärmeabnehmer- und betriebsseitigen Voraussetzungen gegeben sind, insbesondere der Bau von Nahwärmenetzen gefördert werden. Gefragt sind vor allem innovative Konzepte mit hohen Umweltwärmeanteilen wie bei Forst Service Raskop von nahezu 100 Prozent. Von großer Bedeutung sind langfristig bezahlbare Wärmepreise, die die Akzeptanz und Teilhabe an der Energiewende stärken“, so Klimaschutzministerin Anne Spiegel abschließend.