Klimaschutz in kleinen Kommunen als Thema beim Sonntagsgespräch in Reil an der Mosel

Klimaschutz in kleinen Kommunen als Thema beim Sonntagsgespräch in Reil an der Mosel

Die Likörscheune Mies in Reil war beinahe zu klein, um alle interessierten Bürger an diesem winterlichen Aprilsonntagmorgen zu empfangen. Das zeigte einmal mehr, dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz wieder an Aufmerksamkeit gewinnt, nicht zuletzt auch dank der Schülerbewegung „Fridays for Future“ um Greta Thunberg.

Nach der Begrüßung und Einführung von Dagmar Barzen, erste Beigeordnete der Ortsgemeinde, stellte Zeljko Brkic, Energieagentur Rheinland-Pfalz, das Projekt Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten (KlikK aktiv) vor. Danach kam der Hauptreferent Jochen Marwede, der erste ehrenamtliche Klimaschutzmanager in Rheinland-Pfalz, zum Wort. Der vom Bürgermeister von Hochspeyer als „Glücksfall für seine Gemeinde“ bezeichnete Klimaschutzaktivist, beschrieb in seinem Vortrag viele Maßnahmen und Projekte, die er mit der Unterstützung der Gemeinde umgesetzt hat: PV-Anlagen auf zwei gepachteten kommunalen Dächern, auf der Kläranlage und auf dem Hochspeyerer Schwimmbad. Darüber hinaus den Bürgerbus, der zweimal in der Woche verkehrt und vor allem durch ältere Bürger benutzt wird. Aber auch viele Bürgerberatungen, öffentliche Vorträge und Aktionstage in den Schulen und Kindergärten, die dann über die persönlichen Verhaltensänderungen zur Energieeinsparung beigetragen haben. „Jeder kann in seinem persönlichen Umfeld etwas für den Klimaschutz und die Energiewende tun, auch mit relativ geringen Finanzmitteln: sei es die Sanierung der Kellerdecke und des Dachbodens, der Austausch der alten Heizungspumpe oder durch seinen Verhalten bei der individuellen Mobilität oder bei der Wahl des Stromlieferanten“ betonte der ehrenamtliche Klimaschutzmanager aus der Westpfalz.

Durch seine verständlichen Ausführungen und Erklärungen hat Marwede die Besucher – darunter auch die fünf Klimaschutzpaten aus der Pilotregion Mittleres Moseltal – sichtlich beeindruckt und für weitere Taten motiviert. Das zeigte auch die anschließende lebhafte Diskussion, bei der es auch um die Rolle der Gemeinden ging. „Die Kommunen haben eine Vorbildfunktion und können trotz den leeren Haushaltskassen, dank vielseitigen Fördermöglichkeiten, viel für den Klimaschutz tun“ fügte Marwede hinzu. „Dabei werden sie durch KlikK aktiv Projektmitarbeiter, aber auch durch die gesamte Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt.

Das wird auch von dem Reiler Bürgermeister Rüdiger Niles bestätigt, der vielseitige Aktivitäten der Gemeinde Reil vorgestellt hatte. Dabei ist er besonders auf das Ehrenmobil und die einstündige Bus- und Bahnverbindung auf den beiden Moselseiten stolz, die heutzutage in ländlichen Regionen keine Selbstverständlichkeit darstellen. Die Gemeinde hat die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED umgesetzt sowie das multifunktionale Dorfzentrum energetisch saniert.

Da gerade für kleine Kommunen ein Überblick über die Fördermöglichkeiten und die formale Antragsstellung mit erheblichen Aufwand verbunden ist, hat die Energieagentur Rheinland-Pfalz das Projekt KlikK aktiv ins Leben gerufen, um gerade diese Gemeinden mit bis zu 5.000 Einwohnern zu unterstützen. Ehrenamtliche Klimaschutzpaten werden regelmäßig informiert, geschult und miteinander vernetzt.

Die Gemeinde Reil, die bereits in Sachen Umwelt- und Klimaschutz aktiv ist, wird bald die achte Kommune in der Pilotregion Mittleres Moseltal sein, die offiziell zum Projekt gehört.

Das KlikK aktiv-Team der Energieagentur Rheinland-Pfalz freut sich darauf, weitere interessierte und engagierte Kommunen und Einzelpersonen im Rahmen des Projektes aktiv unterstützen zu können. Ansprechpartner ist Zeljko Brkic, Telefon 0651 / 460 47 881, E-Mail: zeljko.brkic(at)energieagentur.rlp(dot)de