Klimaschutz in der Verbandsgemeinde Herrstein

Im Verbandsgemeinderat wurde das von IfaS erarbeitete integrierte Klimaschutzkonzept für die VG Herrstein vorgestellt. Tiefer betrachtet wurden in zwei Teilkonzepten die integrierte Wärmenutzung und die Mobilität.
Christian Koch hatte gleich eine gute Nachricht: Herrstein übertrifft den Bund beim Anteil der erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung. Auch bei der Stromerzeugung haben die Herrsteiner die Nase vorn. 60 % des Stromes, der hier verbraucht wird stammt bilanziell aus den Windrädern und Photovoltaikanlagen im Verbandsgemeindegebiet.

Wohin fließt das Geld?

Bislang ist es so, dass etwa 34 Millionen Euro jährlich für Wärme, Strom aber auch Mobilität aus der Region abfließen. Dieser Betrag wird noch größer, wenn die Energiepreise, darunter für Heizöl und Benzin oder Diesel, steigen.
Im Bereich der Verbandsgemeinde wird überwiegend mit Öl geheizt. Dazu kommt, dass knapp die Hälfte der Heizungen älter sind als 20 Jahre, manche sogar älter als 30 Jahre. Diese alten Kessel haben nicht die Effizienz der heutigen Anlagen und sind möglicherweise auch zu groß dimensioniert.

Effizient und warm

Ein großes Potential liegt also darin, durch eine energetische Gebäudesanierung den Wärmebedarf zu senken und danach die Heizungsanlage, entsprechend dem neuen Bedarf, zu erneuern. Oder man erspart sich gleich die eigene Heizung im Keller und schließt sich an ein Nahwärmenetz an. Ifas hat im Klimaschutzkonzept die Möglichkeiten für fünf verschiedene Nahwärmenetze berechnet. Ein gewisser Anteil des Wärmebedarfs könnte auch durch Solarthermie gedeckt werden.

Die Verbandsgemeinde hat schon einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz geleistet

Die Potentiale in Herrstein sind groß. Die Verbandsgemeinde könnte die Ziele der Bundesregierung für die Reduzierung der Treibhausgase übertreffen, so Christian Koch. Hilfreich dazu wäre auch, einen eigenen Klimaschutzmanager einzustellen.

 „Wir gehen immer mit der gebotenen Gründlichkeit an unsere Aufgaben heran“, so der Verbandsgemeindebürgermeister Weber.
Gerade auch durch die genannten Zahlen zur Ist-Situation würde sich zudem zeigen, dass „wir gar nicht so schlecht sind, wie wir uns manchmal darstellen“ so Uwe Weber weiter. Vielleicht wird die Verbandsgemeinde Herrstein ja auch noch zum Energieexporteur, wenn man sich nicht mit 100 % Erneuerbaren beim Strom zufrieden gibt.