14.09.2016

Klima-Coach: „Herausfordernder sind Aktionen, die ein bewusstes Umdenken verlangen“

Dominik Böckling, Regionalreferent Rhein-Mosel-Eifel

Energie sparen und das Klima schonen: Anregungen dazu bietet der Klima-Coach der Landesenergieagentur. Mitarbeiter der Energieagentur haben das Online-Tool getestet, sich einem Einsparwettbewerb mit Kollegen gestellt und berichten nun in einer losen Reihe über ihre Erfahrungen – Verbesserungstipps inklusive.
Dr. Dominik Böckling, Regionalreferent Rhein-Mosel-Eifel, hat’s ausprobiert:

Was für eine Aktion hast du dir ausgesucht? Warst du überrascht, wie viel CO2 du dadurch einsparen konntest?
Ich habe an folgenden Aktionen teilgenommen: Vegetarisch essen, Treppe statt Aufzug, Heizung aus beim Lüften, Stoßlüften statt Dauerkipp, Fenster abends schließen, Leitungswasser trinken, Licht aus in ungenutzten Räumen, Licht aus bei Tageslicht, Doppelseitig Drucken und öfter aufs Rad steigen.
Überrascht war ich, dass sich durch die Nutzung der Treppe statt des Aufzugs in einem Monat immerhin 4,6 kg CO2 einsparen lassen. Außerdem hätte ich nicht gedacht, dass ich an jedem Tag, an dem ich anstelle des Autos mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, 8,4 kg CO2-Emissionen vermeide. Erstaunlich ist für mich, wieviel Einsparpotenzial die Summe aller Aktionen beim Klima-Coach birgt.

Ist es dir leichtgefallen, acht Wochen dein CO2-Einsparziel zu verfolgen?
Größtenteils schon, vor allem natürlich bei den Aktionen, die ich bereits vorher fest in den Alltag integriert hatte, wie beispielsweise vegetarisch essen und Stoßlüften statt Dauerkipp. Herausfordernder waren hingegen die Aktionen, die ein bewusstes Umdenken und eine Veränderung der Handlungsroutine verlangen. So habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich statt des Leitungswassers doch zum Mineralwasser aus der Flasche gegriffen habe.

Hast du auch nach Ablauf der acht Wochen die Aktion weitergeführt?
Ja, im Prinzip auch automatisch ohne großartig darüber nachzudenken. Ich bekomme jetzt zum Beispiel dadurch, dass ich gesehen habe, wieviel CO2 sich durch die Benutzung der Treppe statt des Aufzuges einsparen lässt, schon fast ein schlechtes Gewissen allein bei dem morgendlichen Gedanken, aus Faulheit den Aufzug nehmen zu wollen. Zudem verwenden meine Kollegin und ich seitdem beim Drucken konsequent – sofern es geht – veraltete Briefbögen, die wir dann doppelseitig bedrucken. 

Hat es dich angespornt, mit deinen Kollegen um die beste CO2-Einsparung zu wetteifern?
Ehrlich gesagt bin ich gar nicht mit der Ambition in den Wettbewerb gegangen, zum größten CO2-Einsparer der Energieagentur gekürt zu werden. Aber es war schon ein gewisser Ansporn vorhanden, einen Teil mit dazu beizutragen, dass unsere eigene Abteilung den Wettbewerb gewinnt. Was uns bezogen auf die Ersparnis pro Kopf sogar beinahe gelungen wäre.

Die Fragen stellte Josephine Keller.

Der Klima-Coach ist ein Online-Tool, welches Nutzer auf Möglichkeiten des CO₂-Sparens im Büro, zu Hause oder bei Freizeitaktivitäten hinweist. Denn Veränderungen im Nutzerverhalten bieten bereits ein Energieeinsparpotenzial von fünf bis 30 Prozent. Neugierig? Hier geht’s zum Klima-Coach: www.klimacoach-rlp.de.