02.10.2017

Klärschlamm als Energierohstoff nutzen

Klärschlamm in der Kläranlage Bingen-Büdesheim. Foto: J. Sabbagh

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium unterstützt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) und den kommunalen Spitzenverbänden Kommunen bei der Neuausrichtung ihrer Klärschlammverwertung.
Bei der Kooperation „Regionale Klärschlamm-Strategien“ bilden sich regionale Initiativen, die sich abstimmen und Maßnahmen entwickeln. Hierzu zählt auch die Möglichkeit der Biogasgewinnung aus Klärschlamm. Klärschlamm als "Abfallprodukt" ist ein günstiger Rohstoff in der Energieerzeugung.

Hintergrund der Kooperation sind neue Vorschriften zum Umgang mit Klärschlamm. Im Mittelpunkt steht hier die Rückgewinnung des Nährstoffs Phosphor, der nur in begrenztem Maß in der Natur vorkommt. Die neue Bundesklärschlammverordnung sieht vor, dass größere Kläranlagen zur Rückgewinnung von Phosphor verpflichtet werden. Damit entfällt für diese Anlagen die Möglichkeit, den Klärschlamm direkt als Dünger auf den Boden zu bringen. 

Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 100.000 Einwohnern müssen die Phosphorrückgewinnung in spätestens 12 Jahren integriert haben, Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mehr als 50.000 Einwohner in spätestens 15 Jahren. In Rheinland-Pfalz gibt es 22 Kläranlagen, bei denen diese Verpflichtung greift. Auch wenn dies angesichts der Gesamtzahl von 670 Anlagen wenig erscheinen mag - in diesen großen Anlagen fällt 40 Prozent des kommunalen Klärschlamms an. Kleinere Abwasserbehandlungsanlagen dürfen Klärschlamm noch unmittelbar zu Düngezwecken nutzen, jedoch gelten auch hier schärfere Grenzwerte und weitere Einschränkungen zur Sicherung einer hohen Qualität. Der Anteil des thermisch zu verwertenden Klärschlamms wird dadurch voraussichtlich ansteigen. Neben großen Lösungen wie die geplante Verbrennungsanlage in Mainz kommen für den ländlichen Raum auch alternative Lösungen im kleineren Umfang in Frage.

26 Verbandsgemeinden und die Stadt Trier hatten im Rahmen der Kooperation eine Studie in Auftrag gegeben. Ein Ergebnis ist, Partner bei der Entwässerung des Klärschlamms und der Biogasgewinnung zu finden, um im ländlichen Raum lange Transportwege zu vermeiden und Energie zu nutzen.

Weitere Information zum Thema Klärschlammverwertung gibt es auf der Opens external link in new windowWebsite des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz.