26.11.2015

"Kalte Nahwärme"-Konzept der Energieagentur überzeugt Schifferstadt

Unabhängig sein von steigenden Preisen für fossile Energieträger und gleichzeitig einen dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz leisten: wer möchte das nicht? Die Stadtwerke Schifferstadt gehen bei der Wärmeversorgung des geplanten Neubaugebietes in der Max-Ernst-Straße als erstes Stadtwerk im Land neue Wege: Statt eines ursprünglich geplanten konventionellen Fernwärmenetzes wird der Versorger noch in diesem Jahr mit den Vorarbeiten für ein sogenanntes Kaltes Nahwärmenetz für insgesamt 38 noch zu errichtende Häuser beginnen. Kalte Nahwärme nutzt die konstante Untergrundtemperatur von rund 12 Grad Celsius in 100 Meter Tiefe.

In einem ersten Schritt entsteht ein Erdsondenfeld mit insgesamt 20 Sonden, die rund 100 Meter tief reichen. In diesen zirkuliert ein Wasser-Glykol-Gemisch (Sole) und nimmt beim Durchfließen durch eine geschlossene Ringleitung die Wärme aus dem Erdereich auf. Über eine zentrale Verteilerstation gelangt die Sole zu den Abnahmestellen im Haus. Dort hebt eine Wärmepumpe die Sole auf das gewünschte Temperaturniveau. Das neue Konzept bietet neben der Wärmeversorgung in den kälteren Monaten die Möglichkeiten, die Häuser in den Sommermonaten zu kühlen. Darüber hinaus sorgt die zurückgeführte Wärme in den Sommermonaten für die Regeneration des Erdsondenfeldes. Stadtwerke Chef Hans-Jürgen Rossbach war vom Konzept der Energieagentur ökonomisch wie ökologisch gleichermaßen überzeugt:" Wir sparen erhebliche Investitionen in die Versorgungsinfrastruktur, außerdem können wir weitaus flexibler auf die individuellen Kundenwünsche  eingehen".

"Für gut gedämmte Neubauten mit einem geringen Wärmebedarf ist Kalte Nahwärme eine intelligente Lösung," so Michael Jakob, Referent der Energieagentur Rheinland-Pfalz, der das Wärmekonzept bei Gesprächen mit den Stadtwerken erfolgreich ins Gespräch brachte. Zusätzlich machen sich die neuen Hausbesitzer dauerhaft von der Preisentwicklung fossiler Energieträger unabhängig. 

Kalte Nahwärme ist insbesondere für Neubaugebiete, aber auch für andere Areale ideal geeignet, wenn es darum geht, eine Wärmeversorgung in mehreren Bauabschnitten bereitzustellen und bei Bedarf Erweiterungen zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen. Auch andere Kommunen in Rheinland-Pfalz könnten damit einen Beitrag zum Klimaschutz bei der Entwicklung von Arealen leisten.

Weitere Informationen zum Thema Kalte Nahwärme Schifferstadt

Aktivitäten der Energieagentur zu oberflächennaher Geothermie