10.12.2015

Johannes Hill aus Trier: Klima- und Umweltschutz vorleben

Umweltberater und Klimaschützer Johannes Hill aus Trier heizt privat mit Sonne und Holz

Wer mit Johannes Hill über sein Engagement für den Klimaschutz sprechen möchte, muss erst mal eine Lücke zwischen seinen vielen Aktivitäten für den Klimaschutz finden. Und so erreichen wir ihn am Telefon zwischen seiner Arbeit als Umweltberater der Stadt Trier und dem Werken auf der eigenen Baustelle, wo er selbst Hand anlegt und eine Wandheizung in Lehm einbaut – natürlich betrieben mit Sonnenenergie und Holz, das aus der direkten Umgebung kommt.

Ob in seiner Funktion als Umweltberater, als Gründungsmitglied des Trierer Solarvereins und der Lokalen Agenda 21 Trier, ob auf dem Weg ins Büro oder auf der eigenen heimischen Baustelle – Johannes Hill lebt Klima- und Umweltschutz und ist dafür in Trier seit langem bekannt.

Das eigene Haus als Anschauungsobjekt für Trierer Bürger

Der 54-jährige Familienvater ist überzeugt davon, dass man den Herausforderungen des Klimawandels auf allen Ebenen begegnen muss. Einerseits müssen aus seiner Sicht globale und politische Weichenstellungen erfolgen, wie es z.B. beim Atomausstieg und der Energiewende der Fall ist, andererseits muss aber auch der Einzelne aktiv werden. Und so setzt der Diplom-Geograph das, was er in seiner täglichen Arbeit den Bürgern der Stadt Trier und in der Großregion vermittelt, selbst im eigenen Umfeld um. Besonders liegen Johannes Hill dabei die Themen Sonnenenergie und natürliche Baustoffe am Herzen. Beides nutzt er in seinem eigenen Haus in Trier-Ehrang. Und das wird dann auch schon mal zum Anschauungsobjekt, z.B. wenn er im Rahmen der QuattroPole-Energietouren Trierer Bürgern seine Solarthermieanlage zeigt. „Ich versuche das, was ich anderen als Umweltberater der Stadt vermitteln soll, erst mal selbst vorzuleben.“ Und so hat sich Johannes Hill viele Themen selbst angeeignet, hat sein Eigenheim mit Lehm verputzt, hatte noch nie ein eigenes Auto und legt die meisten Wege mit einem Pedelec oder dem Bus zurück. Schon vor zwanzig Jahren hat er sich zu Hause von seiner Ölheizung verabschiedet.

Global beschließen? Besser: Lokal umsetzen

Als Naturwissenschaftler kennt er die Funktionszusammenhänge von Ökosystemen und Stoffkreisläufen und weiß um die große Verantwortung, die wir für kommende Generationen haben. Im Sinne der Bewahrung der Schöpfung ist es in seinen Augen dringend erforderlich, den Ressourcen- und Energieverbrauch zu reduzieren, um eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, die auch den nächsten Generationen eine ausreichende Lebensgrundlage bietet. Dabei helfe es nicht, nur auf die große Politik zu schauen, die häufig nur Beschlüsse auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners fassen kann. Auf kommunaler Ebene müsse letztlich mehr umgesetzt werden, als auf globaler Ebene beschlossen wird.

Auch beruflich kann sich Johannes Hill für seine Überzeugung einsetzen und hat zahlreiche Umweltinitiativen der Stadt Trier mit auf den Weg gebracht. So hat er den Beitritt der Stadt Trier zum Klimabündnis im Jahr 1994 angestoßen und die Gründung der regionalen Energieagentur mitbegleitet. Aus seiner langjährigen Erfahrung mit Themen des Umweltschutzes zieht Johannes Hill vor allem das Fazit, dass Kommunikation und Information das A und O sind: „Um Menschen zum Handeln im Sinne des Klimaschutzes zu motivieren, ist es unerlässlich über Möglichkeiten und gute Beispiele zu informieren.“