Im Ortskern wohnen und ein perfektes Raumklima genießen

Familie Gräf steht vor ihrer Haustür

Alexandra, Johannes, Justus und Jakob Gräf vor ihrem preiswürdig sanierten Wohnhaus in Treis. Sie genießen das Leben im Ortszentrum, dennoch ruhig und mit einem weitläufigen Garten als Spielort für die Kinder. (Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Sorgfältige Planung bei Bauprojekten zahlt sich aus - das gilt nicht nur für Neubauten. Familie Gräf hat in Treis-Karden ein Einfamilienhaus aus den 50ern saniert; gestern Abend konnten sie in Mainz ihren Preis aus dem Gebäudewettbewerb der Energieagentur Rheinland-Pfalz entgegennehmen, von der Jury als zweitbeste energetische Sanierungsmaßnahme im Land ausgezeichnet.

Mit heißen Tagen hat dieser Sommer nicht gegeizt. Nicht Wenige nehmen ihn als Beleg für den eingetretenen Klimawandel. Für Alexandra Gräf dient er als deutlich spürbarer Beleg dafür, dass ihr ganz persönlicher Einsatz für die Energiewende sich gelohnt hat. „Was ist es bei Euch so schön kühl!“, hätten Gäste immer wieder gesagt, berichtet die junge Mutter. Und setzt hinzu: „Das ganze Jahr über genießen wir das angenehme Raumklima.“ Familie Gräf bewohnt einen sanierten Altbau mitten in Treis. Für die Sanierung des 50er-Jahre-Hauses haben die Gräfs den zweiten Preis im Gebäudewettbewerb der Energieagentur Rheinland-Pfalz gewonnen.

Vor sechs Jahren hatten Alexandra und Johannes Gräf das Einfamilienhaus in ihrem Geburtsort erworben - im Originalzustand von 1957. Das galt im Guten wie im Bösen: auf der einen Seite Mauern aus Natur-Bims, solide und mit positiven bauphysikalischen Eigenschaften, auf der anderen Seite Einscheibenverglasung und keinerlei Wärmedämmung. Deshalb war von vornherein klar: Es muss ordentlich investiert werden, Eigenleistung und Geld.

Einen bestehenden Baukörper zu sanieren, kommt nicht unbedingt billiger als ein Neubau. Das bestätigt auch Familie Gräf, benennt aber zugleich die Vorteile: Lage im Herzen des Ortes statt in einem Neubaugebiet ohne Lokal oder Geschäfte, den großen geschützten Garten hinterm Haus samt starkem Pflanzenbewuchs, idealer Spielort für die beiden Söhne Justus (4) und Jakob (7). Manchmal lassen sich dort auch Rehe aus dem nahen Wald blicken.

Rund ein Jahr hat die Sanierung gedauert. Als Johannes, Alexandra und Jakob einzogen, gab es noch keine Innentüren. Sonst aber waren sämtliche Bauarbeiten abgeschlossen: außen der Abriss von zwei Balkons, die Erweiterung des Dachüberstands und ringsum eine vorgesetzte Wärmedämm-Fassade mit Holzwolle-Füllung, innen unter anderem neue Fußböden und eine Verstärkung der Dachkonstruktion unter der fest eingeplanten Photovoltaikanlage.

Der Sonnenstrom schafft gemeinsam mit einem Pelletofen und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung das Raumklima, das Alexandra Gräf so sehr schätzt. Die inzwischen natürlich längst vorhandenen Türen stehen eigentlich immer offen; im ganzen Haus ist keine Zugluft wahrnehmbar. 

Als Bauherren haben die Gräfs strikt darauf geachtet, dass alle Bauteile dicht eingepasst wurden. Heute profitieren sie (nicht nur, aber auch) von dieser Akribie: Der Verbrauch an Wärme-Energie ist so gering, dass sie aus dem Ertrag der Sonnenkollektoren auf den Dach Monat für Monat sogar einen kleinen Reingewinn verbuchen können.

Das Haus der Familie Gräf im Altzustand

Vor und nach der Sanierung: Das Haus der Familie Gräf hat durch die Sanierung nicht nur optisch gewonnen - das Raumklima und die Energiebilanz sind vorbildlich. Der Jury des landesweiten Gebäudewettbewerbs der Energieagentur Rheinland-Pfalz war die Leistung der Treis-Kardener Familie den zweiten Preis wert. (Bilder: privat)

Das Haus der Familie Gräf nach der Sanierung