Im Interview: Ehrenamtliches Engagement für den Klimaschutz

Portraitbild Marcus Lendlein

Bild: Marcus Lendlein

Marcus Lendlein ist in der Verbandsgemeinde Rüdesheim als Ehrenamtskoordinator für Flüchtlinge aktiv. Er engagiert sich aber auch im Netzwerk „Energiecontrolling und –management in der Region Rheinhessen-Nahe“, um den Klimaschutz vor Ort voranzubringen. Wir haben mit ihm über seine Tätigkeiten gesprochen.

Herr Lendlein, Sie engagieren sich stark für Ihre Gemeinde! Sie sind ehrenamtlich als Flüchtlingskoordinator aktiv, aber auch im Netzwerk „Energiecontrolling und –management in der Region Rheinhessen-Nahe“. Wie kamen Sie denn dazu?  

Flüchtlinge kommen oft aus Ländern in denen Energieeinsparung, unter anderem aufgrund des Klimas,  keine Priorität hat. Bei ihnen muss erst ein Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas geschaffen werden und sie müssen lernen verantwortungsbewusst mit Energie umzugehen. Auch wir in der Ortsgemeinde müssen sparen lernen. In öffentlichen Gebäuden wie Kitas, Schulen, Feuerwehrhäusern etc. sind warmes Wasser und beheizte Räume nicht kostenlos. Das war für mich und auch für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rüdesheim der Start und die Motivation sich dieses Themas anzunehmen.

Was genau sind Ihre Aufgaben im Rahmen des Energiemanagements und welche Unterstützung erhalten Sie durch das Netzwerk?

Die Verbandsgemeinde will sich mehr den Themen Energieeinsparung und Klimaschutz widmen. Bisher wurden punktuell Verbesserungen vorgenommen. Zum Beispiel im Pumpenbereich, bei der Ortsbeleuchtung und es wurde ein hybridbetriebenes Dienstfahrzeug angeschafft. Ich möchte nun ein Konzept für den Verbandsgemeinderat ausarbeiten, welches aufzeigt, wo welche Energieeinsparungen bei den Liegenschaften möglich sind. Das Netzwerk der Energieagentur Rheinland-Pfalz gibt mir die Basis dazu. Einige Teilnehmer betreiben bereits seit einigen Jahren das Energiemanagement in ihrer Gemeinde. Sie waren und sind sehr erfolgreich darin, Energie einzusparen. Sie können mit ihren guten Ergebnissen andere überzeugen. Bei den Netzwerktreffen tauschen wir Erfahrungen aus und informieren uns gegenseitig über die Möglichkeiten der Energieeinsparung. Diese Transparenz ist sehr hilfreich.

Warum erachten Sie es für wichtig, dass in der VG Rüdesheim etwas für den Klimaschutz gemacht wird?

Die Verbandsgemeinde besteht aus 32 Gemeinden mit ca. 25.000 Einwohnern. Diese verbrauchen nicht unerhebliche Energiemengen. Wenn die Verbandsgemeinde, also die Behörde, den Bürgerinnen und Bürgern beispielhaft vorlebt wie man Klimaschutz betreiben kann, sind diese motivierter mitzumachen. Die Wirkung, sprich die Energierechnungen,  spricht dann für sich.

Wo steht im Moment die VG Rüdesheim aus Ihrer Sicht, wenn es um das Thema Klimaschutz geht?

Die heute bestehende Verbandsgemeinde mit ihren Ortsgemeinden ist vor ungefähr zwei Jahren neu geordnet worden. Sie hat daher bisher noch keine gesamtheitliche Strategie entwickelt, weder thematisch noch zeitlich. Das wollen wir in diesem Jahr angehen.

Wo sehen Sie die VG bezüglich des Klimaschutzes in 10 Jahren?

Die VG Rüdesheim hat einen tatkräftigen Bürgermeister, der überzeugen kann. Wir werden bei vielen Themen (auch finanztechnisch) auf Kreisebene anerkennend wahrgenommen. Wir nehmen bereits am "Energietisch" der Landrätin, des Klimaschutzmanagements des Kreises und der Energieagentur Rheinland-Pfalz teil. Klimaschutz wird sowohl politisch als auch gesellschaftlich auf jeder Agenda stehen.

Ergeben sich Synergien aus der Tätigkeit als Flüchtlingskoordinator und durch das Energiemanagement für Sie?

Unbedingt, da ich in vielen Ortschaften der VG Flüchtlinge betreue, werde ich auch von Behörden und der Bevölkerung als Gesprächspartner wahrgenommen. Meine Ausbildung als Ingenieur hilft mir technische Prozesse zu verstehen. Somit kann ich für zwei wichtige Themen bei den Menschen werben: die Integration und den Klimaschutz.
 


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