Im Interview: Der Energiebericht der VG Römerberg-Dudenhofen

Anne Kuschnik (außen rechts) bei der Abschlussveranstaltung des EKM-Netzwerks (Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Im Rahmen des Projektes „100 Energieeffizienz-Kommunen in Rheinland-Pfalz“ wurden vier regionale Netzwerke gegründet, um das Energiemanagement in Kommunen zu systematisieren und damit Energie- und Kosteneinsparungen in öffentlichen Liegenschaften zu erreichen. Das Netzwerk in der Metropolregion Rhein-Neckar (EKM) ist nun nach zweieinhalb Jahren und zehn Arbeitstreffen zu Ende gegangen.

Konkretes Ziel der 16 teilnehmenden Kommunen war es, einen Energiebericht zu erstellen und erste Schritte in Richtung eines strategischen Energiemanagement-Zyklus zu unternehmen. Die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen hat ihren fertig erstellten Energiebericht bereits im Rat vorgestellt, und dieser stimmte einer Veröffentlichung zu.

Wir haben mit Anne Kuschnik, Klimabeauftragte der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, über die Erstellung des Energieberichts gesprochen:

Was beinhaltet der Energiebericht denn und wie wurden die Inhalte zusammengetragen?

Im Energiebericht der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen wird der IST-Zustandes der Energieverbräuche und -kosten in den Liegenschaften der Verbandsgemeinde aufgezeigt und ein Überblick über die Verbräuche der letzten drei Jahre gegeben. Der Energiebericht dient als Fortschreibung unseres Klimaschutz-Teilkonzeptes „Eigene Liegenschaften“ (Links siehe unten).

Um den Energiebericht zu erstellen, haben wir zunächst verschiedene Daten zu den kommunalen Liegenschaften erhoben: z. B. Grunddaten wie die Objekt- und Vertragsdaten, aber auch die Verbrauchsdaten und Kosten von Heizung, Strom und Wasser.

Später haben wir die Daten mit einem Tool, welches die Deutsche Energie-Agentur (dena) zur Verfügung stellt, aufbereitet und witterungsbereinigt. Anhand von Kennwerten konnten wir unsere Strom- und Heizenergieverbräuche mit denen anderer deutscher Kommunen vergleichen. Zudem konnten wir die Daten direkt auswerten und damit die Gebäude mit dem höchsten Modernisierungsbedarf ermitteln. Falls eines der ermittelten Gebäude noch nicht Teil des Klimaschutzteilkonzeptes war, haben wir entsprechende Modernisierungsmaßnahmen entwickelt. Dies hilft uns, Verbesserungspotenziale abschätzen zu können.

Außerdem haben wir den Energiebericht um Steckbriefe zu den einzelnen Gebäuden ergänzt. Diese geben einen Überblick über die Verbräuche, Baudaten, bereits durchgeführten und geplanten Maßnahmen.

Wie lief die Erstellung des Energieberichts ab und wieviel Zeit hat das in Anspruch genommen?

In die Entwicklung des Energieberichts war hauptsächlich ich eingebunden, Unterstützung bei der Datenermittlung habe ich von unserer Rechnungsstelle und den Verbandsgemeindewerken bekommen.

Die eigentliche Erstellung des Berichts ist nicht der Anteil, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Sehr viel Zeit hat die Datenermittlung in Anspruch genommen, aufgrund von unterschiedlichen Zuständigkeiten, aber auch wegen der unterschiedlichen Abrechnungszeiträume. Diese Problematiken haben wir jetzt aber in Angriff genommen. Mittlerweile laufen sämtliche Verbrauchsrechnungen über meine Stelle und die Abrechnungszeiträume sowie auch die Bezeichnungen der einzelnen Rechnungen werden mit den jeweiligen Versorgern überarbeitet.

Der Energiebericht wurde am 08.04.2019 veröffentlicht und vom Verbandsgemeinderat beschlossen. Der Ratsbeschluss und die damit verbundene Präsentation waren in unserer Verbandsgemeinde unkompliziert, da der Energiebericht viel mehr als Instrument gesehen wird, denn als Offenbarung von Missständen.

Momentan wird der Energiebericht noch einmal überarbeitet, da zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht alle konkreten Abrechnungsdaten vorlagen. Danach wird er auf unserer Homepage veröffentlicht.

Wie profitiert die Verbandsgemeinde vom Energiebericht?

Der Energiebericht dient als Fortschreibung unseres Klimaschutzteilkonzeptes „Eigene Liegenschaften“ (Links siehe unten) und als Kontrollinstrument der bereits durchgeführten Maßnahmen. Er ist aber auch ein öffentlichkeitswirksames Mittel:  die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde können sich darin über den Zustand der Liegenschaften informieren. Aber wir kommunizieren damit auch, welche weiteren Aufgaben wir angehen und welche Maßnahmen wir noch entwickeln und umzusetzen wollen.


Weitere Informationen:

Klimaschutzteilkonzept der VG Römerberg-Dudenhofen (Baustein 1 + 2)

Klimaschutzteilkonzept der VG Römerberg-Dudenhofer (Baustein 3)

Kommunales Energiemanagement

Projekt „100 Energieeffizienz-Kommunen Rheinland-Pfalz“

Energie- und Klimaschutzmanagement für Kommunen in der Metropolregion Rhein-Neckar