Hunsrücker „Dorfauto“-Projekt überzeugt Bürger wie Kommunalpolitiker

Fast 30.000 rein elektrisch gefahrene Kilometer, hoch zufriedene Nutzer, Kümmerer und Bürgermeister, konkrete Überlegungen das Angebot auf Dauer zu erhalten: So positiv  fällt die erste Zwischenbilanz im „Dorfauto“-Projekt im Rhein-Hunsrück-Kreis aus.

Seit genau zwei Monaten sind die acht E-Autos vom Typ Renault Kangoo auf ihre Standorte verteilt. Knapp 300 Bürgerinnen und Bürger aus den ausgewählten Orten haben sich bisher als Nutzer registrieren lassen, mehr als 700 Buchungen sind elektronisch erfasst. Die Resonanz auf dieses - für die Einwohner der Standort-Kommunen kostenlose - Angebot übersteigt die Vorab-Schätzungen erheblich.

Auf drei Jahre ist das Modellprojekt angelegt, sodass am Ende zwei Dutzend Standorte in den Genuss von E-Car-Sharing gekommen sein werden. Doch schon jetzt haben Ortsgemeinden und auch einige  Bürger signalisiert, das System künftig selbst in die Hand nehmen zu wollen.

Projektziele bereits erreicht

Zwei vorrangige Ziele haben Kreisverwaltung und Energieagentur mit dem Unterfangen „Dorfauto“ erreichen wollen: 1. die Praxistauglichkeit der Elektromobilität individuell überprüf- und erfahrbar zu machen und 2. Car-Sharing im ländlichen Raum zu praktizieren.

Beide Ziele sind für Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle bereits zwei Monate nach dem Start erreicht, trotz einzelner technischer und organisatorischen „Kinderkrankheiten“. Und mit vielen weiteren Nutzern - die Nachfrage nimmt ungebrochen zu, schon bevor die nächsten Dörfer an der Reihe sind - dürfte sich dieser ganz praktische Beitrag zur Verkehrswende noch ausweiten. 

Zunächst bezahlt der Landkreis

Träger der Maßnahme ist der Rhein-Hunsrück-Kreis, der für zwei Jahre auch die gesamten Kosten für sieben Fahrzeuge übernimmt. (Ein achtes E-Auto finanziert die Verbandsgemeinde Simmern zusätzlich aus eigenen Mitteln.)  Im dritten Projektjahr sind die Verbandsgemeinden bzw. die Stadt Boppard Kostenträger.

Zahlreiche Anfragen zu dem Projekt aus der gesamten Bundesrepublik sind bereits in Simmern eingegangen. Für Auskünfte stehen die Kreisverwaltung und das Regionalbüro Mittelrhein der Energieagentur Rheinland-Pfalz gern zur Verfügung.