09.11.2017

Höfken: Bund muss Kohleausstieg einleiten und Verkehr- und Wärmewende umsetzen

Die sieben klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke sind für annähernd 15 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich (Bild: pixabay).

„Durch den Klimawandel hat sich die Anzahl der heißen Sommertage innerhalb der letzten 30 Jahre fast verdoppelt, die Niederschläge im Frühjahr und Winter sind um bis zu 30 Prozent angestiegen und 73 Prozent unserer Bäume in Rheinland-Pfalz sind geschädigt. Das alles zeigt: Der Klimawandel ist auch bei uns real und das Zeitfenster zum Handeln wird immer kleiner“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Veranstaltung „Klimaschutz in Kommunen“ vor dem Hintergrund der Weltklimakonferenz in Bonn. Der achte Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms belegt: Die Ziele des Klimaabkommens von Paris werden nicht erreicht, wenn alle Länder so weitermachen wie bisher. Selbst bei Einhaltung aller bisher vorgelegten Klimaschutzzusagen wird sich die mittlere Jahrestemperatur, laut Bericht, um mindestens drei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöhen.

Handeln in Deutschland notwendig

Gerade auch Deutschland werde seine Klimaschutzziele krachend verfehlen, wenn jetzt nicht ein ambitioniertes Einlenken auf Bundesebene erfolge, erklärte die Ministerin. „Der Bund muss die Kommunen mit der Stärkung und Verstätigung der Nationalen Klimaschutzinitiative unterstützen, den Kohleausstieg einleiten sowie die Sektoren Verkehr und Wärme angehen. Denn die sieben klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke sind für annähernd 15 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich, der Verkehr stößt 20 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen aus und der Wärmemarkt hat einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten CO2-Emissionen“, führte Höfken an. Das sei auch im Sinne großer Teile der Wirtschaft, wie dem Konzern-Bündnis für den Kohleausstieg, und der Kommunen, die erhebliche Wertschöpfung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger erzielen könnten.

Landesklimaschutz in Rheinland-Pfalz mit 100 Maßnahmen

Rheinland-Pfalz hat 2014 als eines der ersten Bundesländer den Klimaschutz in einem Landesklimaschutzgesetz fest verankert. „Mit den rund 100 Maßnahmen des Konzeptes, dem Engagement von Kommunen und Unternehmen sowie der Bürgerinnen und Bürger wollen wir bis 2050 weitgehend klimaneutral werden“, erklärte die Umweltministerin. Viele Kommunen in Rheinland-Pfalz zeigten bereits heute ganz konkret, wie Klimaschutz geht: Mit Nahwärmenetzen, der Erzeugung von Strom aus Wind und Sonne oder der energieeffizienten Sanierung von Quartieren leisten sie einen Beitrag zur Erreichung unserer Klimaschutzziele, erläuterte die Umweltministerin. So deckt etwa die Verbandsgemeinde Wörrstadt seit Ende 2012 ihren Strombedarf zu über 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. „Ich freue mich, dass Wörrstadt heute mit dem European Energy Award für seine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ausgezeichnet wird“, so Höfken.

„Es gilt nun, auf der Weltklimaschutzkonferenz in Bonn die Kräfte für mehr Klimaschutz zu bündeln und die Paris-Ziele auszugestalten“, sagte Höfken. Die Zeit laufe davon und für viele Länder hätten die Folgen des Klimawandels bereits heute drastische Auswirkungen. „Das führen uns etwa die Fidschi-Inseln vor Augen, unter deren Präsidentschaft die aktuelle UN-Klimakonferenz steht und deren Existenz vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht ist“, sagte die Ministerin.

(Quelle: Opens external link in new windowMinisterium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz)