11.12.2015

Gerhard Hahn aus Allenfeld: Konsequent „zu hundert Prozent erneuerbar“

Von Anfang an engagiert beim Regionalbündnis "SooNahe": Gerhard Hahn aus Allenfeld

Wer sich von Norden her dem beschaulichen Dorf Allenfeld nähert, durchquert zuvor eine der bezauberndsten Landschaften: den Soonwald. Am Fuß des unberührt wirkenden Höhenzuges westlich der Nahe-Mündung reihen sich hübsche Dörfer an einander, viele zählen nur ein paar Dutzend Häuser. Hier befand sich bis 1997 der Nato-Fliegerhorst Pferdsfeld, der in der Region eine hohe wirtschaftliche Bedeutung hatte. Mit der Schließung des Flugplatzes verschwanden  Arbeitsplätze und Kaufkraft aus der Gegend - den Dörfern drohte der wirtschaftliche Niedergang.
In dieser unsicheren Phase entstand das Regionalbündnis Soonwald-Nahe mit dem Ziel, die schlummernden Potenziale zu erkennen und ein regionales Selbstbewusstsein zu befördern.

Das Regionalbündnis Soonwald-Nahe ist heute ein eingetragener Verein, der mit ökologisch orientiertem Wirtschaften, mit Naturprojekten am Wasser und sanftem Tourismus neue Entwicklungsperspektiven eröffnen wollte. Nachhaltigkeit war damals und ist bis heute dabei oberstes Gebot.

Was als lokales Projekt begann, ist mittlerweile in drei Landkreisen präsent und geschätzt. Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück und Birkenfeld - innerhalb dieser politischen Einheiten erstreckt sich der Markenkern des Regionalbündnisses, die Marke „SooNahe“. Unter diesem Logo haben sich regionale und umweltbewusst hergestellte Produkte inzwischen einen Namen gemacht: vor allem Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs.

Gerhard Hahn ist von Anfang an ehrenamtlich dabei im Regionalbündnis Soonwald-Nahe und heute Vorstandsmitglied. Er organisiert und entscheidet mit, welche Aktionen und Schwerpunkte die Initiative setzt. Das Spektrum reicht weit über die „SooNahe“-Artikel hinaus. Die regionalen Märkte und Gastronomiebetriebe, gelistet in einem eigenen Netz-Portal, sind noch nahe dran am Vertrieb dieser Markenprodukte. Acht Solarkoffer als Experimentierkästen für Schulklassen, die kostenlos verliehen werden, sind es ebenso wenig wie die Organisation von Film-Reihen oder Diskussionsforen zum Thema Energiewende.

Regenerativ und rentabel

„Es soll Spaß machen.“ Das ist Hahn wichtig - und: „Wir bauen gemeinsam an der Idee. Das  Gefühl zu haben, dass man etwas bewirkt!“ Ausgehend von den Schreckensszenarien vor mehr als 15 Jahren hat das Regionalbündnis enorm viel erreicht. Den Beweis, dass ökologisches Wirtschaften unter der Vorgabe „zu 100 % erneuerbar“ rentabel möglich ist, hat die Initiative längst erbracht.

Privat legt der 53-jährige Maschinenbau-Ingenieur übrigens den gleichen strikten Maßstab an. Das eigene Haus ist energetisch effizient konzipiert, trägt eine Photovoltaik-Anlage, wird seit einigen Jahren über eine Wärmepumpe anstelle des alten Ölkessels beheizt. Um bilanziell mit seiner Familie „zu 100 % erneuerbar“ dazustehen, hat er sich an einem Windpark beteiligt, damit auch im Winter genügend Strom für die dann hohen Bedarfe verfügbar ist.
Vier Söhne hat Gerhard Hahn. Wenn die beiden, die noch studieren, damit fertig sind, will er den nächsten Schritt zugunsten seiner persönlichen Bilanz  tun: „Dann ist ein Elektro-Auto dran.“