Gemeinsamer Knopfdruck in Ellern bekräftigt: Die Energiewende ist dezentral

Einweihung Nahwärmenetz in Ellern

von links: Ulrich Schäfer (Planungsbüro ibs), Landtagsvizepräsident Hans-Josef Bracht, VG-Bürgermeister Arno Imig, Ministerin Ulrike Höfken, Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle, Ellerns Ortsbürgermeister Friedhelm Dämgen, Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro stadt-land-plus, Landrat Dr. Marlon Bröhr und Paul Ngahan von der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Bilder: Energieagentur Rheinland-Pfalz)

„Dorfwärme“ - das ist ein sehr schöner Begriff! Weil es ja um die Zukunft des Dorfes geht.“ So dankte Umweltministerin Ulrike Höfken am Sonntagnachmittag den aktiven Bürgern von Ellern dafür, dass sie in dem Ort am Fuß des Soonwaldes ein solargestütztes Nahwärmenetz möglich gemacht haben. 110 Haushalte machen nach derzeitigem Stand mit, rund 90 sind am Tag der offiziellen Inbetriebnahme bereits angeschlossen.

Gemeinsam mit Ulrich Schäfer vom Stromberger Planungsbüro ibs rief Ortsbürgermeister Friedhelm Dämgen die rund vierjährige Entstehungsgeschichte der Ellerner Dorfwärme in Erinnerung - vom ersten Blick auf das Neuerkirch-Külzer Vorbild bis heute. Dass das Projekt selbst zu Zeiten extrem niedriger Heizölpreise gelingen konnte, rechnet er nicht zuletzt dem Engagement von Gemeinderat und Arbeitskreis Energie zu. Nachbarn überzeugen Nachbarn - dieser neue Weg der dorfinternen Information habe schließlich zum Erfolg geführt.

Wie sich dieser Erfolg in Zahlen bemisst, das rechnete Verbandsgemeindebürgermeister Arno Imig in seiner Begrüßungsrede dem Publikum in der Soonwaldhalle vor: 350.000 Liter Heizöl werden Jahr für Jahr eingespart, was rund 900 Tonnen CO₂ jährlich entspricht. Die Holzhackschnitzel kommen aus der Region und sorgen hier für Wertschöpfung; „und die Sonne schickt keine Rechnung“, setzte Imig mit Blick auf die 17% solare Heizleistung im Wärmenetz hinzu.

Über die komfortable Wärmeversorgung für die Netzteilnehmer hinaus profitiert das gesamte Dorf von dem Projekt. Denn bei den Arbeiten wurden Synergie-Effekte genutzt: Leitungen für schnelles Internet, Erneuerung von Bürgersteigen und die Modernisierung der Straßenbeleuchtung gehen mit dem Bau einher. Ministerin Höfken ermunterte deshalb die Gäste in der Halle und später an der Heizzentrale, wo der symbolische Knopfdruck vollzogen wurde, zum Weiter- beziehungsweise Nachmachen: „Der Einsatz lohnt sich; er lohnt sich im Sinne eines regionalen Denkens. Denn die Energiewende ist dezentral.“

Einweihung Nahwärmenetz in Ellern