01.12.2015

Gastbeitrag des Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen: Globaler Klimawandel setzt sich fort

Es ist eindeutig, dass sich das Klimasystem der Erde erwärmt. So ist das globale Mittel der Oberflächentemperatur seit 1880 um 0,85 °C angestiegen. Insbesondere in den letzten Dekaden war dieser Anstieg besonders stark. Jede der vergangenen drei Dekaden war sukzessive wärmer als alle vorangegangen seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Darüber hinaus war das vergangene Jahr 2014 das bisher wärmste Jahr. Das Jahr 2015 wird den Rekord mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nochmals übertreffen. Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sind alle in den Jahren ab 1998 aufgetreten. Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem der Erde und die Rolle des Menschen als Hauptverursacher des Klimawandels sind unbestritten.

Folgen des globalen Klimawandels

Die globale Erwärmung hat bereits weitreichende Folgen, wie etwa einen erheblichen Eisverlust der beiden großen Eisschilde auf Grönland und in der Antarktis. Auch das Abschmelzen von Gletschern nahezu überall auf der Welt ist eine der deutlich sichtbaren Folgen. So haben die Alpengletscher seit 1850 etwa zwei Drittel ihres Volumens verloren. Weitere Auswirkungen sind der globale Meeresspiegelanstieg, die Erwärmung und Versauerung der Ozeane und der Schwund der arktischen Meereisbedeckung.

Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz sind die Folgen des Klimawandels bereits erkennbar. Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur ist seit 1881 um rund 1,4 °C angestiegen. Das Jahr 2014 war nicht nur global, sondern auch in Deutschland und in Rheinland-Pfalz das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in Rheinland-Pfalz beispielsweise in der Phänologie, dem Jahresablauf der Pflanzenentwicklung. Die mittlere Länge der Vegetationsperiode war im Zeitraum 1991 bis 2014 um 14 Tage länger als im Zeitraum 1961 bis 1990. Alle Jahreszeiten beginnen früher, der Herbst dauert 11 Tage länger an.

Der bisher ungebremste Ausstoß an Treibhausgasen wird zu einer anhaltenden und vermutlich sich sogar noch beschleunigenden Erwärmung führen. Auf Grundlage von regionalen Klimaprojektionen (Klimasimulationen mit Modellen) muss in Rheinland-Pfalz mit einem weiteren Anstieg der Temperatur zwischen 2 und 4,5 Grad Celsius bis Ende dieses Jahrhunderts gerechnet werden. Beim Niederschlag wird von einer Umverteilung ausgegangen: einer Zunahme der Niederschläge im Frühjahr und im Winter steht eine Abnahme der Niederschlagsmenge im Sommer bzw. in der Vegetationszeit entgegen.

Neben der Veränderung der langjährigen Mittelwerte sind auch Zunahmen von einzelnen Ereignissen wie extreme Temperaturen, Starkniederschläge oder Stürme bedeutend. Diesbezüglich zeigen Klimaprojektionen, dass Hitzewellen in der Zukunft nicht nur häufiger auftreten, sondern auch länger andauern. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts ist laut einer Studie des Deutschen Wetterdienstes mit einer Zunahme der Häufigkeit gegenwärtig noch relativ seltener Ereignisse zu rechnen. Dazu zählen insbesondere sehr hohe Temperaturen, aber auch starke Niederschläge und Stürme. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass extrem hohe Temperaturen, die gegenwärtig nur einmal alle 25 Jahre auftreten, zukünftig alle 3 Jahre oder noch häufiger gemessen werden könnten. Sturmereignisse, die gegenwärtig alle 25 Jahre auftreten, könnten zukünftig alle 5 Jahre über Deutschland hinwegfegen.

Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen

Die Auswirkungen des Klimawandels werden regional unterschiedlich sein. Daher muss auch die Anpassung an unvermeidbare Klimaänderungen regionale Besonderheiten berücksichtigen. In Rheinland-Pfalz befasst sich das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen seit 2010 mit den regionalen Auswirkungen des Klimawandels. Es sorgt für Transparenz, Information und Beratung und wendet sich an Politik, Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit. Das Kompetenzzentrum koordiniert und betreibt eigene Forschung, bereitet die Daten und Erkenntnisse zum Thema Klimawandelfolgen auf und macht Vorschläge für Anpassungsmaßnahmen. Als zentrale Informationsplattform wurde ein Klimawandelinformationssystem (kwis-rlp) mit vielfältigen Informationen zum Klimawandel und seinen Auswirkungen auf Gesellschafts- und Umweltbereiche in Rheinland-Pfalz eingerichtet. Zentraler Bestandteil des Informationssystems ist das Kommunalportal, das Politik, Wirtschaft und Bürgerinnen und Bürgern dabei unterstützt, sich zu informieren und sich individuell auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Klimawandelinformationssystem: www.kwis-rlp.de

Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen: www.klimawandel-rlp.de