Futter für erneuerbare Wärme

Durchwachsene Sylphie; Foto: DLR Eifel

Trier, Niederbettingen: Sie arbeiten ununterbrochen, brauchen nicht mal Luft zum Atmen dafür aber Pflanzen wie Grassilage, Raps, Mais oder auch die durchwachsene Sylphie. Die Rede ist von speziellen Bakterien, die „gefüttert“ werden müssen um unter bestimmten Bedingungen Biogas zu erzeugen. Dieses kann in einem Blockheizkraftwerk eingesetzt werden um Strom und Wärme zu erzeugen.

In Niederbettingen liefert die Blum Biogas GmbH bereits seit 2013 über ein Nahwärmenetz erneuerbare Wärme an 75 % der Haushalte. Das „Futter für die Bakterien“ stammt von den umliegenden Feldern des Land(-Energie)wirts. Jetzt kommt noch etwas Neues für sie dazu: die durchwachsene Sylphie.

Gut für den Boden und mehrjährig.

Diese Pflanze aus der Familie der Korbblütler kann bis zu drei Meter hoch werden und liefert daher auch reichlich Biomasse. Sie zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie an trockene Standorte angepasst ist, sich sehr schnell entwickelt und bereits im zeitigen Frühjahr einen geschlossenen Pflanzenbestand bildet.
Vorteil für den Boden: durch die Beschattung werden keine Herbizide benötigt, auch die Bodenerosion wird durch die mehrjährige Kultur vermindert. Ab dem zweiten Standjahr kann auch auf Düngung verzichtet werden.
„Wir haben 11 ha mit durchwachsener Sylphie  angesät und können in diesem Jahr das erste Mal ernten“ so Rene Blum. Der Gas-Ertrag in der Biogasanlage liegt bei etwa 80 % des Ertrages von Mais. Vorteilhaft bei der Sylphie ist aber eine Entzerrung der Arbeitsspitzen, vermiedene Kosten für Herbizide und Düngung. „Wenn es gut läuft will ich die auf die Hälfte der Maisfläche verzichten“ sagt Rene Blum.

Neue Technik und Flexibilisierung

Um die durchwachsene Sylphie gut verarbeiten zu könnten wird seit kurzem in der Biogasanlage mit einer neuen Technik,  der Kavitation als Aufschlussverfahren, gearbeitet. Diese dient einer Optimierung der Einsatzstoffe, dabei werden auch die Massen reduziert.
Zugleich wurde im Rahmen der Flexibilisierung ein zusätzliches Blockheizkraftwerk installiert.  Vorteilhaft ist dass diese zusätzliche Motorleistung aus der Flexibilisierungsprämie finanziert wird. Mit der vergrößerten BHKW-Leistung wird jetzt im Winter mehr Strom und damit auch Wärme produziert als im Sommer. Das passt gut zum Wärmebedarf für das Nahwärmenetz: 80 % der Gesamtwärme für Niederbettingen entstehen im Winter.
Weitere Informationen:https://munter.stoffstrom.org/ und https://www.energieagentur.rlp.de/zukunftscheck-biogasanlagen/