Fünf Jahre Nahwärme und Energiegenossenschaft in Kappel

Anlässlich der Jubiläumsfeier am 5. Mai in Kappel konnten rund 180 Besucher erleben, wie umwelt- und klimafreundliche Wärme für das Nahwärmenetz in Kappel erzeugt wird. Den ganzen Tag über fanden Führungen durch die Heizzentrale und die angeschlossene Biogasanlage statt.

Das Nahwärmenetz, das von der Energiegenossenschaft Kappel e. G. betrieben wird, ging im April 2014 in Betrieb und hat eine Länge von 4.500 Metern. Es versorgt mittlerweile 93 Gebäude mit regenerativer Wärme, darunter die Kita, das Gemeinde-, Heimat- und Backhaus. Die Wärme erzeugen zwei Holzhackschnitzelkessel mit jeweils 500 Kilowatt (kW) Leistung. Eine angeschlossene Biogasanlage der Bioenergie Hunsrück GmbH und Co. KG  sichert die Grundversorgung durch die Abwärme, die bei der Stromerzeugung anfällt und erbringt ebenfalls eine Leistung von 600 kW.

„Wir versorgten unsere Mitglieder in den vergangenen Jahren mit rund 7.400.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme. Um diese Wärmemenge mit Heizöl zu erzeugen, braucht man rund 820.000 Liter. Das entspricht 55 Tankwagen mit einem Volumen von 15.000 Litern, wie sie üblicherweise das Heizöl ausliefern,“ informierte Michael Stein (Vorstandmitglied der Genossenschaft) in seiner Begrüßung.

„Gegenüber Heizöl haben wir 2.400 Tonnen CO2 eingespart. Wir haben seit Genossenschaftsgründung am Wärme- und Grundpreis nichts geändert. Unsere Anlagen laufen ohne erhebliche Störung, es musste bisher niemand im Kalten sitzen.“ Weitere Informationen und Angaben über das Nahwärmenetz können dem von der Energieagentur Rheinland-Pfalz erarbeiteten Steckbrief entnommen werden.

Unzähligen Fragen von angereisten Mitgliedern anderer Energiegenossenschaften, Vertretern von Kommunen, die Interesse an Nahwärme haben, sowie von interessierten Bürgern zeigten, dass das Thema Wärmewende so aktuell ist wie noch nie.

Auch das Thema Elektromobilität spielte bei der Jubiläumsfeiert eine große Rolle. Neun Pioniere der Elektromobilität aus dem Hunsrück, Kaiserslautern, Trier und Mainz waren gekommen und zeigten Ihr E-Autos (Tesla Modell S, Hyundai Kona, Hyndai Ionig, VW e-Up, Renault ZOE und Steetskooter). In Fachgesprächen tauschten sie Informationen aus. Als Beifahrer hatten Besucher die Gelegenheit Elektromobilität hautnah zu erleben.