30.11.2015

Fokus Kommunen: Energiewende und Klimaschutz in Rheinland-Pfalz

Kommunen gelten zu Recht als Schlüsselakteure für die Energiewende: Als Planungs- und Genehmigungsstellen vor Ort, als Eigentümer von Liegenschaften, als Betreiber kommunaler Einrichtungen und von Stadt- und Gemeindewerken haben sie viele Möglichkeiten, Erneuerbare Energien zu erzeugen und einzusetzen, effizient mit Energie umzugehen und – nicht zuletzt auch als Vorbild für die Bürger – Energie zu sparen.

Klimaschutzkarte Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz sind Landkreise und Kommunen aktiv für die Energiewende und den Klimaschutz. Zum Beispiel, indem sie Klimaschutz- und/oder Quartierskonzepte erstellen, ein kommunales Energiemanagement einführen, Klimaschutz- und Sanierungsmanager einstellen, die die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort koordinieren, sich als Bioenergiedorf empfehlen oder einen „Masterplan 100% Klimaschutz" umsetzen wollen. Ein Blick auf die Karte der Energieagentur „Klimaschutzaktivitäten in Landkreisen und Kommunen“ vermittelt von der Vielfalt der Maßnahmen und dem flächendeckenden kommunalen Engagement einen guten Eindruck. 

Kommunales Energiemanagement

3,4 Mrd. EUR zahlen nach Informationen der dena Deutschlands Kommunen jährlich für die Strom- und Wärmeversorgung ihrer öffentlichen Gebäude. Allein diese Zahl macht deutlich, wie wichtig es ist, Einspar- und Effizienzpotenziale auszunutzen. Wo es aber eine schier unüberschaubare Zahl von Einzelmaßnahmen gibt, droht manchmal der Gesamtüberblick verloren zu gehen. Ein systematisches Energiemanagement in Kommunen ist wichtig, um Einsparpotenziale optimal nutzen zu können. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt Kommunen im Land dazu in zwei Projekten unter dem Titel „Kommunales Energiemanagement“ sowie beim Prozess „dena EKM“.

„Cleveren Verbrauch kannst Du auch!“

Weil es in Kommunen leider oft an den Möglichkeiten fehlt, passende Angebote zu entwickeln, mit denen sie die Bürger dazu motivieren können, die vielen einfachen, kostengünstigen Maßnahmen umzusetzen, mit denen sich Energie sparen und der Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren lässt, hat die Energieagentur in diesem Jahr die Kampagne „Cleveren Verbrauch kannst Du auch“ für Kommunen entwickelt. Sie enthält ein Set von verschiedenen Aktionsbausteinen, aus denen sich die Kommunen Module auswählen können, um sie ihren Bürgern zu präsentieren. Ein Überblick, welche Kommunen schon Aktionen unter dem Dach von „Cleveren Verbrauch“ durchgeführt haben, und über die kommenden Termine findet sich hier.

Das jüngste Beispiel: Kaltes Nahwärmenetz in Schifferstadt

Im Neubaugebiet Max-Ernst-Straße in Schifferstadt werden die künftigen Bewohner ihre Häuser CO2-neutral und nahezu emissionsfrei heizen und kühlen können. Außerdem sind sie dauerhaft von der Preisentwicklung fossiler Energieträger unabhängig. Möglich macht dies ein von der Energieagentur Rheinland-Pfalz empfohlenes sogenanntes „Kaltes Nahwärmenetz“, das die Stadtwerke Schifferstadt als erstes Stadtwerk in Rheinland-Pfalz errichten wollen.

„Wir sind sicher, dass ein Kaltes Nahwärmenetz für die zukünftigen Eigenheimbesitzer zahlreiche ökonomische wie ökologische Vorteile bietet“, so Hans-Jürgen Rossbach, Geschäftsführer der Stadtwerke Schifferstadt. „Die Energieagentur hat uns dargelegt, dass aufgrund der niedrigen Temperaturniveaus nur sehr geringe Leitungsverluste zu erwarten sind und deshalb eine Dämmung der Ringleitungen entfallen kann. Das spart erhebliche Investitionen in die Versorgungsinfrastruktur. Außerdem können wir weitaus flexibler auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden bezüglich Wärmebedarf und Kühlung eingehen“, so Rossbach. „Hinzu kommt, dass wir den Ausbau des Netzes schrittweise umsetzen können, anders als bei einem herkömmlichen Fernwärmenetz.“

„Für moderne Neubauten, die nur noch einen geringeren Wärmebedarf haben und im Sommer sogar einen Wärmeüberschuss aufweisen, ist die Kalte Nahwärme eine intelligente Lösung mit minimalen Betriebskosten“, so Michael Jakob von der der Energieagentur Rheinland-Pfalz. „Die Kalte Nahwärme in Schifferstadt kann für viele weitere Kommunen, die Neubaugebiete erschließen wollen, ein gutes Beispiel sein. Wir freuen uns, dass wir dieses Konzept in Schifferstadt vorgestellt haben und damit indirekt auch einen Beitrag zur klimafreundlichen und wirtschaftlichen Wärme- und Kälteerzeugung in einem ganzen Wohngebiet geleistet haben. Gerade vor dem Hintergrund der Klimakonferenz in Paris zeigt Schifferstadt, wie man konkret zum Klimaschutz beitragen kann und dabei den Geldbeutel seiner Bürger schont.“ 

Einen Überblick über weitere aktuelle Projekte der Energieagentur Rheinland-Pfalz für Kommunen und die jeweiligen Ansprechpartner finden sich auf der Internetseite der Energieagentur unter www.energieagentur.rlp.de/energiewende-gestalten/kommune/aktuelles/ und www.energieagentur.rlp.de/regionalbueros/