09.12.2015

Familie Lenz aus Koblenz: Vom Land der Windmühlen ins Viertel der klimafreundlichen Passivhäuser

Familie Lenz aus Koblenz fühlt sich in ihrem Passivhaus sehr wohl.

Die Initialzündung selbst täglich aktiv Klimaschutz zu betreiben, kann auch bei der Planung des Eigenheims entstehen. So geschehen bei der sechsköpfigen Familie Lenz aus Koblenz. „Als wir aus den Niederlanden nach Deutschland zurückkehren wollten und sich abzeichnete, dass eine Gebrauchtimmobilie nicht infrage kommt, entstand die Idee eines Passivhauses auf dem Asterstein“, erzählt Alwin Lenz, der als Physiklehrer auch beruflich eine Affinität zum Thema „Energie“ besitzt. Doch bereits die ersten gedanklichen Pläne stießen auf zahlreiche Einwände aus dem eigenen Bekanntenkreis: „Da friert man doch bestimmt drin!“, war neben den in den Medien häufig beschworenen Schimmel- und Brandgefahren ein viel zitiertes Gegenargument.
Alwin Lenz und seine Frau Monika ließen sich nicht beirren und begannen im Juni 2013 mit den Bauarbeiten in der Passivhaussiedlung Koblenz-Asterstein. „Wir finden es gut, dass in unserer Nachbarschaft zahlreiche Familien mit Kindern leben. Unsere Kinder können sich hier frei bewegen und finden viele Freunde“, nennt Monika Lenz Vorteile des verkehrsberuhigten Baugebiets.

Geringer Heizenergiebedarf, angenehmes Raumklima - 2:0 fürs Passivhaus

Großen Wert legte das Ehepaar auf die Wahl des Baumaterials für die Außenwände; letztendlich fiel die Wahl auf Porotonsteine mit sehr guten Dämmeigenschaften. Die Fenster sind dreifach wärmeschutzverglast und auch die Haustür ist passivhaustauglich. Nach unten, zum Erdreich hin, wurde die Bodenplatte sehr gut gedämmt,  ebenso das Dach als oberer Abschluss des Hauses.
Den wegen der guten Dämmung sehr geringen Heizenergiebedarf  deckt eine Erdwärmepumpe, die den Fußboden temperiert und auch das warme Wasser bereitet. „Wir leben hier mit den vier Kindern und unserer Labrador-Hündin Kaya und wir kochen und backen viel: Die dadurch im Haus entstehende Wärme wird mit unserer Lüftungsanlage zurückgewonnen. Das spart noch einmal Heizenergie und bringt zudem ein angenehmes Raumklima “, versichert Alwin Lenz und fügt schmunzelnd hinzu: „Wir sind recht aktiv, und selbstverständlich öffnen wir die Fenstertüren und die Haustür, wenn wir rein- und rausgehen.“

Die Sonne nutzen – und es in der Sommerhitze schön kühl haben

„Wenn schon, denn schon!“, dachte sich das Ehepaar und installierte auf dem Dach zusätzlich eine PV-Anlage mit einer Leistung von 4,6 kWp. Diese trägt mit dazu bei, dass der ohnehin niedrige Energiebedarf des Passivhauses zu einem beträchtlichen Teil von der Sonne bereitgestellt und auch bezahlt wird.

Bezugsfertig war das energetisch passive Eigenheim im Juli 2014. Und die ersten Erfahrungswerte haben die größten Zweifel erstmal beiseite geräumt: Niemand muss im neuen Domizil frieren und der diesjährige Rekord-Sommer offenbarte als großen Vorteil den an heißen Tagen kühlenden Effektes eines Passivhauses. „Ich finde, wir leben hier ganz gut!“, fügt der neunjährige Sohn Joshua dementsprechend überzeugt hinzu.

„Seit dem Bau des Passivhauses sind wir generell sensibler im verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt geworden und können lagebedingt viele Erledigungen zu Fuß oder mit dem Rad machen. Außerdem versuchen wir, wenn möglich, Fahrgemeinschaften zu bilden“, sagt das Ehepaar. „Wir wollen unseren Kindern natürlich auch Vorbild sein“, ergänzt Monika Lenz. Und die Meinungen im Bekanntenkreis? Nicht jeder ist schon restlos überzeugt von den Vorzügen der Passivhausbauweise, aber es  gibt bereits potenzielle Nachahmer: Ein Freund der Familie will in Westdeutschland ein größeres Wohnprojekt auf ganz ähnliche Weise realisieren.