Erstes Dorfgemeinschaftshaus in Rheinland-Pfalz erhält die Klimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“

Freude bei der Übergabe der Klimaschutzplakette für ein besonders effizientes Gebäude, von links: Landrat Dr. Matthias Schneider; Ortsbürgermeister Peter Schwarzbach, Architektin Dominique Zimmer, Anna Jessenberger, Dr. Bernhard Alscher und Jürgen Noss. Foto: OG Niederhambach

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat heute in Niederhambach erstmals einem Dorfgemeinschaftshaus die Landesklimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“ verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Land Rheinland-Pfalz Bauherren, die bei Neubauten oder Sanierungen einen hohen Grad an Energieeffizienz für ihr Gebäude erreichen und die als Vorbild dienen können. Anna Jessenberger, Regionalreferentin der Region Trier bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, übergab die Plakette am 10. Mai an Ortsbürgermeister Peter Schwarzbach. „Klimaschutz und die Energiewende sind für uns in der Gemeinde wichtig. Wir sind stolz mit unserem neuen Dorfgemeinschaftshaus ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass auch hochwertige energetische Standards im Kommunalbau möglich sind. Über die Würdigung der Energieagentur Rheinland-Pfalz mit „H.ausgezeichnet" freuen wir uns sehr“, sagte Bürgermeister Schwarzbach.

Dorfgemeinschaftshaus setzt ein Zeichen für zukünftiges Bauen

Bereits im Jahr 2015 begann die Planung des neuen Dorfgemeinschaftshauses in Niederhambach. Es wurde als eingeschossiges Gebäude ohne Unterkellerung konzipiert und ist barrierefrei erreichbar. Von Beginn an war wichtig, dass die Unterhaltskosten so gering als möglich gehalten werden. So wurde ein Holz-Ständerbau-Gebäude mit gutem energetischen Standard geplant. Ende Mai 2018 begann der Bau des KfW-Effizienzhauses 55. Die energetische Qualität eines Gebäudes wird durch eine Kennzahl angegeben. Je kleiner die Kennzahl, desto geringer ist der Energiebedarf. Der vorbildliche Energiestandard des KfW 55-Gebäudes wurde durch eine energetisch hochwertige Gebäudehülle in Holz-Ständerbauweise erreicht. Das Außentragwerk aus Holz ist vollständig mit einer Einblasdämmung aus Zellulose gedämmt. Auf den sichtbaren Holzdachstuhl wurde eine Aufdachdämmung aus Zellulose aufgebracht.

Auch bei der Anlagentechnik setzte die Gemeinde auf Nachhaltigkeit. Sie basiert auf regenerativen Energien. Eine Erdkollektor-Wärmepumpe auf der Rückseite des Gebäudes sorgt für die Beheizung. Damit wird ein Primärenergiebedarf des Gebäudes erreicht, der rund 50 Prozent unter den Anforderungen an ein neues Gebäudes nach Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt. Eine Photovoltaik (PV)-Anlage produziert Strom, um rund die Hälfte des Strombedarfs abzudecken.

Das Dorfgemeinschaftshaus verfügt über eine 90 Quadratmeter große Mehrzweckhalle und einen rund 40 Quadratmeter großen Bürgertreff mit Küche, Lager- und Sanitärräumen. Die Räumlichkeiten des Bürgertreffens können über eine Schiebewand der Mehrzweckhalle zugeschlagen werden, sodass ein großzügiger Veranstaltungsraum entsteht. „Die Gemeinde ist froh, den Bürgern ein zukunftsfähiges Gebäude bieten zu können, das als allgemeine Anlaufstelle dient und von allen genutzt werden kann, einen Mehrwert für alle darstellt“ so Bürgermeister Schwarzbach.