Erster Energietisch des Landkreises Bad Kreuznach

Baum im Rapsfeld

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz | Julia Schneiders

Auf Einladung der Kreisverwaltung Bad Kreuznach und der Energieagentur Rheinland-Pfalz kamen Vertreterinnen und Vertreter der kreisangehörigen Verbandsgemeinden sowie einiger Ortsgemeinden zum ersten "Energietisch" des Landkreises zusammen. Neben dem Hauptanliegen des Treffens, nämlich dem Erfahrungsaustausch zu Energie- und Klimaschutzthemen, nahm auch die Vorstellung des vielfältigen Klimaschutzengagements des Rhein-Hunsrück-Kreises im Sinne regionaler Wertschöpfung einen großen Raum ein. Zudem informierten das Klimaschutzmanagement des Landkreis Bad Kreuznach sowie die Energieagentur Rheinland-Pfalz, welche Fördermittel Kommunen für Klimaschutzprojekte nutzen und welche Unterstützung sie dabei erhalten können.

Tätigkeitsfelder und Fördermöglichkeiten im Klimaschutz

Landrätin Bettina Dickes begrüßte die Anwesenden und wies nicht nur auf die Bedeutung des Thema Klimaschutzes gerade auch für kommende Generationen hin, sondern auch auf die Aktualität des Themas aufgrund der #FridaysForFuture-Demonstrationen. Simon Haas, Klimaschutzmanager des Landkreises, betonte, dass der Klimawandel längst in Rheinland-Pfalz angekommen sei. Dies zeigten die Wetterextreme der vergangenen Jahre deutlich. In einem kurzen Vortrag schilderte Haas, welche Projekte im Landkreis bereits umgesetzt wurden oder angedacht sind. Hervorzuheben sind dabei die umfassenden Umrüstungen auf LED-Beleuchtung auf den Straßen, sowie Modernisierungsmaßnahmen in den öffentlichen Liegenschaften. Auch die Bildungsarbeit sei ein wichtiger Pfeiler im Klimaschutz. Haas setzt dabei nicht nur auf Aktivitäten auf Kreisebene, sondern bot den Gemeinden im Kreis aktive Hilfestellung bei der Umsetzung von Projekten an.

Luisa Scheerer vom Regionalbüro Rheinhessen-Nahe der Energieagentur gab einen groben Überblick über die Fördermöglichkeiten, die Kommunen für Klimaschutzprojekte in Anspruch nehmen können. Den Schwerpunkt setzte sie dabei auf die Kommunalrichtlinie des Bundes sowie das Landesförderprogramm ZEIS. Von der Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich, Modernisierungen im Gebäudebestand, Energiemanagement, Straßenbeleuchtung, emissionsarmer Mobilität, bis hin zur Energieeffizienz in Kläranlagen oder der Trinkwasserversorgung reicht die Palette der möglichen Fördergegenstände. Auch ist es möglich, sich Hilfe bei der strategischen und konzeptionellen Arbeit im Klimaschutz fördern zu lassen - idealerweise über ein Klimaschutzmanagement in den Verwaltungen, das eine zentrale "Kümmerer"-Funktion einnimmt.

Klimaschutz als Wirtschaftsförderung

Im Anschluss tauschten sich die Anwesenden, d.h. Bürgermeister/innen, Mitarbeiter/innen aus Fachabteilungen, aber auch eine Planerin und ein Ehrenamtler, zu laufenden Energie- und Klimaschutzprojekten in ihren Gemeinden aus. Dabei zeigte sich deutlich, dass Förderung und Unterstützung für die Kommunen des eher strukturschwachen Landkreises von essentieller Bedeutung sind.

Die Chancen, die sich gerade für eine strukturschwache Region durch den Klimaschutz bieten, standen im Mittelpunkt des Beitrags von Frank-Michael Uhle, langjähriger Klimaschutzmanager des Rhein-Hunsrück-Kreises, und der Ausführungen von Volker Wichter, Bürgermeister der Ortsgemeinde Neuerkirch im Hunsrück. Klimaschutz wird hier nicht ausschließlich zum Selbstzweck betrieben. Besonders entscheidend ist die daraus resultierende Wertschöpfung und Regionalentwicklung - Klimaschutz wird hier ganz im Sinne der Wirtschaftsförderung verstanden. Die jährliche regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien im Kreis beträgt ca. 44 Millionen Euro. Mit diesen Einnahmen konnten in den Gemeinden wichtige Infrastrukturprozesse angestoßen werden, die der Bevölkerung direkt zugute kommen. Leerstand in kleinen Gemeinden, klamme Kassen, Bevölkerungsschwund - all dies hat der Landkreis dank regionaler Energieerzeugung und Stoffstrommanagement hinter sich gelassen. Die Gemeinde Neuerkirch ist hier ein Paradebeispiel. Dort wurde mit einem solarthermisch unterstützten Wärmenetz zudem ein besonders innovatives Projekt angestoßen. Über die Gemeinden Neuerkirch und den Nachbar Külz läuft am Freitag, den 29.03. um 21:00 Uhr  eine Dokumentation im SWR Fernsehen Rheinland-Pfalz. Die Filmproduktion "Heimat der Energiewende-Vormacher" fasst die Höhepunkte der Klimaschutzmaßnahmen im Rhein-Hunsrück-Kreis zusammen.

Die Teilnehmer des Energietisches zeigten sich von den Schilderungen aus dem benachbarten Landkreis beeindruckt und inspiriert zugleich. Ideen gibt es auch hier zu genüge - wichtig ist, die Chancen zu sehen, die der Klimaschutz für die Region bieten kann.

Vorträge

Vortrag von Simon Haas
Vortrag von Luisa Scheerer
Vortrag von Frank-Michael Uhle, Teil 1
Vortrag von Frank-Michael Uhle, Teil 2
Vortrag von Frank-Michael Uhle, Teil 3
Vortrag von Volker Wichter, Teil 1
Vortrag von Volker Wichter, Teil 2
Vortrag von Volker Wichter, Teil 3
Vortrag von Volker Wichter, Teil 4

Wegen der Dateigröße der Vorträge haben wir diese zum Teil gesplittet.