18.06.2013

Energieeffizienz in kommunalen Schwimmbädern

Auf großes Interesse stieß die Veranstaltung „Energiedialog: Effizientes Schwimmbad“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH am 12. Juni 2013 in Rheinböllen. Rund 70 Teilnehmer diskutierten die für viele Kommunen wichtige Frage nach Möglichkeiten des energieeffizenten und damit kostensparenden Betriebs öffentlicher Schwimmbäder. Denn die Schließung von Badeanstalten aus Kostengründen führt zu erheblichen Einbußen der örtlichen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Gesundheitsprävention (u. a. Schulschwimmen) und damit der Lebensqualität der Bevölkerung in betroffenen Kommunen. Die vornehmlich an kommunale Betreiber gerichtete Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, dem Städtetag und dem Landkreistag Rheinland-Pfalz, dem Landessportbund Rheinland-Pfalz sowie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. statt.

Beim Betrieb von Schwimmbädern handelt es sich für Kommunen in aller Regel um ein außerordentliches Zuschussgeschäft. Angesichts ihrer häufig angespannten Finanzlage und hoher Energiekosten stehen Kommunen häufig vor der Entscheidung, ihre Hallen- oder Freibäder zu schließen – umso mehr, da es sich bei ihrem Betrieb um eine freiwillige kommunale Aufgabe handelt. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten zur Behebung des oftmals bestehenden Sanierungsrückstaus weiter eingeschränkt. Kommt es zur Durchführung von Sanierungsmaßnahmen, genießen energetische Aspekte und deren positive Auswirkungen auf die langfristigere Wirtschaftlichkeit aufgrund akuter Finanzknappheit meist geringere Beachtung

Nachdem mehrere Fachvorträge einen Überblick über Möglickkeiten des energieeffizienten Bäderbetriebs mit Einblicken in die Themenfelder energieoptimierte Gebäudeplanung sowie energieeffiziente Anlagentechnik geboten hatten, diskutierten die Teilnehmer in zwei parallelen Workshop-Einheiten die spezifischen Probleme ihrer Hallen- bzw. Freibäder und hatten hierbei Gelegenheit zum Austausch ihrer Erfahrungen. Die Diskussion in den Workshops machte deutlich, dass für die Erschließung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz eine gezielten Analyse der Ausgangssituation vor Ort nötig ist und Effizienzmaßnahmen immer in Wechselwirkung mit anderen Aspekten, wie bspw. sich aufgrund des demografischen Wandels verändernde Zielgruppen und die Erhaltung oder Erhöhung der Angebotsattraktivität, zu betrachten sind. In diesem Zusammenhang werden energetische Aspekte bislang häufig nachrangig betrachtet.

Um diese Situation zu verbessern und auf eine energetische Optimierung hinzuwirken, sollte eine zielorientierte Analyse der Verbrauchssituation den Ausgangspunkt bilden. Die nachfolgende Entwicklung eines integrierten und standortangepassten Energiekonzepts für alle Bäderkomponenten stellt einen ersten Schritt hin zum energieeffizienten Bäderbetrieb dar, für den es jedoch keine Patentrezepte gibt. Darum wird die Energieagentur Rheinland-Pfalz den mit der Veranstaltung angestoßenen Prozess weiterverfolgen und die Vernetzung der Betreiber durch zukünftige Aktivitäten zu diesem Themenkomplex vorantreiben.

Downloads:
Vortrag von Ewald Emmerich: Energieeffiziente Anlagentechnik

Weiterführende Informationen zur Veranstaltung:
Ochsenbauer, Christian (2013): Die Bedeutung der Energiekosten für die Wirtschaftlichkeit öffentlicher Bäder, in: Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e. V. (Hrsg.): Archiv des Badewesens, Heft 06/2013, S. 371-375