15.11.2016

Energieatlas Rheinland-Pfalz macht Energiewende transparent

In Rheinland-Pfalz visualisiert seit 2015 der Energieatlas als zentrales Online-Datenportal zur Energiewende im Land, wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Land voranschreitet und welche Handlungsbedarfe noch existieren.

Er bündelt einerseits statistische Daten zur Energiewende, liefert aber auch Praxisbeispiele zu den Themengebieten Energieeffizienz, Energieeinsparung und Erneuerbare Energien. Darüber hinaus bietet er vielfältige individuelle Suchfunktionen auch auf Landkreis- und Kommunen-Ebene. So können beispielsweise Kommunen und Landkreise regionale Energiesteckbriefe abrufen. Diese enthalten eine Zusammenstellung der unterschiedlichen Daten bis auf Verbandsgemeindeebene. Die vorliegenden Daten des Energiewende-Monitorings können bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz Opens window for sending emailabgefragt werden.

Rund 200 Praxisbeispiele

Aktuell enthält der Energieatlas bereits rund 200 vorbildliche Projekte von Bürgern, Kommunen und Unternehmen. Die Bandbreite reicht von hochenergieeffizienten Neubauten und erfolgreichen Sanierungen über kommunale Nahwärmenetze und Nullemissionsgemeinden bis hin zu Power-to-Gas-Anlagen und energieautarke Betriebe. Der Kreis der Projektträger wurde jetzt ergänzt: Ab sofort können auch Vereine, kirchliche Träger und Institutionen aus Bildung und Forschung sowie Bürgerenergiegenossenschaften Praxisbeispiele veröffentlichen.

Aktuell online: Daten 2015 zu Strom und Wärme

2015 wurden im Land insgesamt 8,45 Millionen MWh Strom aus erneuerbaren Energien eingespeist, die nach dem EEG gefördert wurden. Das entspricht einem Plus gegenüber 2014 von 20 Prozent bzw. etwa 1,4 Millionen MWh. Der größte Teil mit fast 60 Prozent entfiel auf die Windkraft, gefolgt von Photovoltaik mit 20 Prozent. Jeweils etwa 10 Prozent wurde über die Energieträger Biomasse und Wasser generiert. Für Sonne und Biomasse konnte ein leichtes Plus gegenüber 2014 verzeichnet werden, während die Wasserkraft etwa 21 Prozent weniger produzierte. Spitzenreiter beim Zubau ist der Rheinhunsrückkreis mit allein fast 300.000 MWh und einem Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier dominiert die eingespeiste Menge aus Windkraftanlagen.

Die Darstellung der Stromerzeugung beschränkt sich vorerst noch auf Photovoltaik. 2015 wurden mit 2907 Anlagen und einer Gesamtleistung von 78.883 kW weniger zugebaut als in den sechs Jahren davor. Am ausbaustärksten waren hier vor allem Landkreise im Rheinland, allen voran Bernkastel-Wittlich (plus 13 Prozent gegenüber 2014). Insgesamt wurden landesweit seit 2009 mehr als 1.574.000 kW Leistung in 65.650 PV-Anlagen realisiert. Spitzenreiter hält der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit einem Anteil von Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaft (BAFA) zehn Prozent (Leistung).

Insgesamt beschied  das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaft (BAFA) im Wärmebereich im Jahr 2015 2.158 Förderanträge für effiziente Wärmepumpen (293), solarthermische Anlagen (492) und Biomasseanlagen (1.373) positiv. Dies entspricht einer möglichen Wärmeerzeugung von 53.790 MWh, die nicht über konventionelle fossile Energieträger zur Verfügung gestellt werden musste. Mit der Einspielung der aktuellen Daten wurde die Berechnungsmethodik für Solarkollektoren mit dem Einbezug der regionalen durchschnittlichen Globalstrahlung überarbeitet.

Weiterentwicklungen im Jahr 2017

Im kommenden Jahr soll die Darstellung von Wärmedaten im Energieatlas mit Aufnahme der Kehrbuchdaten der Schornsteinfegerweiter ausgebaut werden. In einer weiteren Ausbaustufe ist eine Übersicht über die im Land vorhandenen kommunalen Klimaschutzaktivitäten geplant. Dazu gehören unterschiedlichste Konzepte, die Kümmerer vor Ort  sowie weitere Aktivitäten wie die Teilnahme an verschiedenen Programmen.

Ende 2016 veröffentlicht die Energieagentur Rheinland-Pfalz zudem die Erstausgabe des „Statusberichts zur Energiewende“. Er enthält Daten und Beispiele mit Hintergrundinformationen.

Zur Übersichtskarte mit Praxisbeispielen und zum Daten-Bereich.