25.06.2015

Energetische Stadtsanierung: Weg vom Einzelgebäude hin zum Gesamtquartier

„Bei der energetischen Sanierung ist ein Perspektivwechsel erforderlich: Weg vom Einzelgebäude hin zum Gesamtquartier“, sagte Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz beim Grußwort zur Veranstaltung „Energetische Stadtsanierung – Vom Quartierskonzept bis zur Umsetzung“ am 23. Juni in Kaiserslautern. Denn mit einem integrierten Konzept auf Quartiersebene wird eine ganzheitliche Lösung erarbeitet, um den Strom- und Wärmebedarf zu senken und bei der Versorgung der Kommune auf Erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen zu setzen. Für die Umsetzung einer energetischen Stadtsanierung können Kommunen attraktive Fördergelder beantragen: Mit dem Programm „Energetische Stadtsanierung – Zuschüsse für integrierte Quartierskonzepte“ fördert die KfW bundesweit rund 460 Projekte – jedoch nur 16 Vorhaben in Rheinland-Pfalz. „Das Programm ist lukrativ“, sagte Pensel. Denn die Antragssteller erhalten eine Förderung von 65 Prozent.

Im Anschluss an das Grußwort von Thomas Pensel schilderte Armin Raatz von der Klima und Energieeffizienz Agentur in Kassel die Potenziale der Quartierssanierung aus Sicht der Begleitforschung. Außerdem legte David Michael Näher, als Vertreter der KfW Bankengruppe, einschlägige Förderprogramme auf Bundesebene dar. Den Abschluss des Vormittages bildete der Vortrag von Tobias Gruben vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) in Birkenfeld, indem er die Herausforderungen und Chancen einer integrierten Betrachtungsweise aus Sicht eines Dienstleisters skizzierte. Besondere Bedeutung sprachen alle Referenten der Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz im gesamten Arbeitsprozess zu.

Am Nachmittag lag der Fokus stärker auf der praktischen Umsetzung der Konzepte. Exemplarisch für ein Sanierungsprojekt im städtischen Raum, stellte Prof. Björn-Martin Kurzrock vom Fachgebiet Immobilienökonomie der TU Kaiserslautern, die Gartenstadt Bahnheim in Kaiserslautern vor und ging dabei vor allem auf die Belange des Denkmalschutzes ein. Die Stadt Cochem wurde, beispielhaft für den ländlich geprägten Raum, von Kerstin Kriebs vom ITB der Transferstelle Bingen und Herrn Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt+Land+plus vorgestellt, die sich beide einig waren: „Energetische Stadtsanierung beginnt im Kopf!“. Unmittelbar aus der eigenen Arbeit berichtete Bozena Reichard-Matkowski, bislang erste und einzige geförderte Sanierungsmanagerin in Rheinland-Pfalz. Den Abschluss bildete Herr Thorsten Henkes von der Energieagentur Rheinland-Pfalz, der den 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von kommunalen Gebietskörperschaften und Eigenbetrieben, Wohnungsbaugesellschaften, Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen einen Überblick über Kredite und Zuschüsse auf Bundes- und Landesebene gab.