19.07.2017

Elektrofahrzeuge können im Fuhrpark wirtschaftlich betrieben werden

Lars Kober von der Kreisverwaltung Altenkirchen koordiniert den gemeinschaftlichen Förderantrag. (Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Sonja Schwarz)

Die Gemeinschaftsinitiative "Wir Westerwälder!" der Landkreise Altenkirchen, Neuwied und des Westerwaldkreises setzt gemeinsam mit der Stadt Siegen ein Zeichen für die Elektromobilität und schafft Elektroautos und Ladesäulen an. Die Beschaffung wird im Rahmen der Förderrichtlinie Elektromobilität mit insgesamt 243.914 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Die Bundesförderung wird von der NOW Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordiniert.

Elektromobilität gehört die Zukunft

Lars Kober von der Regionalentwicklung der Kreisverwaltung Altenkirchen koordiniert das Gemeinschaftsprojekt. Anfang März des vergangenen Jahres startete der zweite Förderaufruf des BMVI. Seitens der Gemeinschaftsinitiative "Wir Westerwälder!" hatte man diesen Termin extra abgewartet, um die Antragsstellung ausführlich vorzubereiten. Neben den Verwaltungen der Landkreise Altenkirchen, Neuwied und des Westerwaldkreises beschaffen auch die Verbandsgemeindeverwaltungen aus Altenkirchen, Daaden, Flammersfeld, Kirchen, Vallendar und Wallmerod Elektroautos für ihre Fuhrparks. "Wir möchten als kommunale Familie unseren Beitrag dazu leisten, eine neue Technologie im Markt zu etablieren. Man kann es vielleicht ein bisschen mit der Photovoltaiktechnik vergleichen. Auch hier sind Kommunen als Vorbild und Motivator vorangegangen. Damals wollten wir unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie unseren Unternehmen zeigen, dass die Anschaffung einer Photovoltaikanlage sinnvoll ist und zum Nachmachen animieren. Rückblickend waren die Investitionen nicht nur ökologisch, sondern auch insbesondere wirtschaftlich sinnvoll und wirken heute noch haushaltsentlastend. Wenn bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollen, dann möchten wir auch dazu beitragen", erklärt Lars Kober die Motivation der Gemeinschaftsinitiative.

Investitionszuschuss ermöglicht wirtschaftliche Beschaffung

Das BMVI gewährte im Rahmen der Förderrichtlinie für die Anschaffung von Elektroautos einen Zuschuss von bis zu 35 Prozent. Bei Ladesäulen sind es 50 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, die bezuschusst werden. Voraussetzung ist, dass der Ladepunkt öffentlich zugänglich und anwenderfreundlich ist. Für das Projekt wurden von einem Fachunternehmen aus dem Bereich moderner Mobilitätskonzepte Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die Elektrofahrzeuge erstellt. Das Ergebnis zeigt: Im Rahmen der durchgeführten Vollkostenrechnungen stellt die Anschaffung der Elektroautos unter Berücksichtigung der Fördermittel keine wirtschaftlichen Nachteile gegenüber der Anschaffung eines konventionellen Fahrzeugs dar. Die Wirtschaftlichkeit der Elektrofahrzeuge verbessert sich mit zunehmender Laufleistung, da die laufenden Kosten für Elektroautos geringer sind als bei den konventionellen Fahrzeugen. "Die Integration von Elektrofahrzeugen in Fuhrparks ist ein wichtiger Impuls zur Akzeptanzsteigerung der Technologie und zur Darstellung des Nutzens, gerade bei höheren Betriebsleistungen", erläutert Florian Strunk von der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Zudem werde das Thema Nachhaltigkeit immer bedeutsamer. Kunden, Kooperationspartner und Fachkräfte achteten mehr und mehr darauf, dass Unternehmen und Kommunen verantwortungsbewusst und umweltschonend handeln. Der Einsatz von Elektrofahrzeugen leiste einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und wirke so positiv auf die Außenwahrnehmung.

Elektromobilität weiter Thema in der Region

Das Thema Elektromobilität wird die Region auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Über den Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) ist eine Projektstelle im Westerwald eingerichtet worden die das Thema Opens internal link in current windowElektromobilität im ländlichen Raum bearbeitet. Das Projektmanagement liegt beim Regionalbüro der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Altenkirchen. Das Projekt zielt darauf ab, die Kommunen, deren Bürgerinnen und Bürger sowie die dort ansässigen Unternehmen konzeptionell zu unterstützen und mit Projekten, gezielten Informationen und Angeboten zum Thema Elektromobilität die Nutzung alternativer Antriebe in der Region voranzubringen.

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