23.09.2014

Ein Land voller Energie: Besichtigungen, Ausstellungen und Mitmachaktionen im Rahmen der Aktionswoche

In den vergangen Tagen waren Mitarbeiter der Energieagentur Rheinland-Pfalz im ganzen Land bei der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ unterwegs und haben vorbildliche Projekte und engagierte Energiewende-Macher kennengelernt.  

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In der Region Westpfalz lud gestern die Verbandsgemeinde Weilerbach zur Baustellenbesichtigung ein. Die Stationen der Besichtigungstour waren das Bürgercenter und die Kläranlage Weilerbach. Angeführt von Bürgermeisterin Anja Pfeiffer und Energiewendemanagerin Teresa Karayel und begleitet von den Planern und Praktikern der Verbandgemeindewerke bahnte sich eine kleine Besucherschar den Weg durch das neue Bürgercenter in Weilerbach und die Gruppenkläranlage im Rabental. Mit dem Bürgercenter-Anbau schlägt die VG mehrere Fliegen mit einer Klappe: das gesamte Rathaus wird barrierefrei, durch das neue Front-Office wird dringend benötigte Bürofläche frei, und Rat und Verwaltung erhalten neue Sitzungsräume. Und dies alles in Niedrigstenergie-Standard mit der Anschlussmöglichkeit an ein noch zu schaffendes Nahwärmenetz. Die Gruppenkläranlage wiederum wurde in mehreren Bereichen den aktuellen Erfordernissen angepasst und hat zusätzlich eine Hochlastfaulung erhalten. Mit dem demnächst dort produzierten Biogas werden zwei BHKWs betrieben, die bilanziell den gesamten Energiebedarf der Anlage decken können. Nach Angaben der Verbandsgemeinde Weilerbach, wird sich in zehn bis zwölf Jahren die Investition dank eingesparter Energie- und Entsorgungskosten amortisiert haben.   

Im Sonnenpark St. Alban findet täglich bis Samstag, 27.09., jeweils in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr, eine Ausstellung und Präsentation zum Thema „Gesunder Hausbau ohne Lüftungsanlage“ statt. Die Firma Bio-Solar-Haus im Sonnenpark informiert über modernen, energiesparenden und gesunden Hausbau ohne Dampfbremse und ohne Lüftungsanlage bei geringsten Betriebskosten. Neben fast wartungsfreier Technologien setzen die Entwickler des Bio-Solar-Hauses auf solare Gewinne. Raumwärme kann in drei Jahreszeiten – sprich Frühling, Sommer, Herbst – fast komplett über den Solareintrag erzielt werden. Das Brauchwasser wird überwiegend von einem 1.000 Liter fassenden Wasserspeicher bereitgestellt. Solarthermische und Photovoltaik-Anlagen können jederzeit mit dem Bio-Solar-Haus kombiniert werden. Auch die Fassadengestaltung ist offen – je nach Wunsch der Kunden. Der Clou: Es wird kostenloses Probewohnen in den Häusern angeboten. Nur wer fühlt, fühlt den Unterschied.

E-Mobilität, effiziente Heiztechnik und Eigenversorgung mit Strom und Wärme – das waren die zentrale Themen beim Auftakt der Aktionswoche im Westerwald am vergangenen Wochenende. Ein Schwerpunkt der diesjährigen Aktionswoche liegt auf der E-Mobilität und gipfelt am kommenden Samstag in die Sternfahrt nach Bad Kreuznach. Im Westerwald griff die Klimaschutzinitiative Altenkirchen das Thema bereits jetzt auf und lud ein, die „E-Mobilität hautnah (zu) erleben“. Viele Interessierte kamen nach Betzdorf und Altenkirchen, um sich auf den Parkplätzen der lokalen Baumärkte über Elektromobilität zu informieren. Dafür standen jeweils rund 15 Elektroautos und zehn E-Bikes zur Verfügung. Gerade Personen, die bislang noch keine Erfahrung mit E-Autos machen konnten, waren sichtlich begeistert. Darunter auch der Landtagsabgeordnete Michael Wäschenbach aus Wallmenroth. „Diese Erfahrung muss man mal gemacht haben!“, resümierte Wäschenbach nach einer Testfahrt.

Die Klar Folien GmbH zeigte bei ihrem Tag der offenen Tür wie sich Unternehmen intelligent mit Strom und Wärme selbst versorgen können. Das Wäller Unternehmen setzt bei der Stromversorgung des Betriebs auf Photovoltaik. Mit der Sonnenenergie werden auch die drei E-Autos des Unternehmens klimafreundlich „betankt“. Der Strom, der nicht unmittelbar im Unternehmen genutzt wird, wird mit Hilfe einer Batterie gespeichert und zur Wasserstoffgewinnung genutzt. Die gespeicherte Energie kann so zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsorientiert im Unternehmen eingesetzt werden. Die Klar Folien GmbH verdeutlicht eindrucksvoll, welche Vorteile die Eigenversorgung mit Strom und Wärme mit sich bringt.

In der Region Mittelrhein veranstaltete die Rhein-Hunsrück-Entsorgung am Sonntag einen Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Kreismülldeponie in der Nähe von Kirchberg. Bei einer Führung über das Deponiegelände konnten das als Energiegewinnhaus gestaltete Verwaltungsgebäude sowie das auf der Altdeponie errichtete Solarkraftwerk besichtigt werden. Zudem konnten Elektrogeräte kostenlos repariert werden.

Bereits am Samstag stand in Speyer in der Region Vorderpfalz „Radeln für den Klimaschutz“ auf dem Programm. Die Teilnehmer der Radtour konnten sich über die Faktoren informieren, die Einfluss auf das Stadtklima nehmen. Auch die Ansätze der Stadtverwaltung zur Verbesserung des Stadtklimas konnten die Teilnehmer kennenlernen. Dabei wurde deutlich, dass jede städtebauliche Maßnahme Folgen für das Stadtklima mit sich bringt, diese bedacht werden müssen und bestmöglicht durch die Ausweisung von ökologischen Ausgleichsflächen kompensiert werden sollten. An einigen dieser vorbildlichen Ausgleichsflächen machte die Radtour Station. Zum Abschluss wurden die Teilnehmer von Mitarbeitern der Stadtwerke Speyer an der Heizzentrale des solarthermischen Nahwärmenetzes im Alten Schlachthof empfangen und über technische Aspekte des Projektes informiert. Insgesamt werden durch das vorgestellte Nahwärmesystem, das mit einem riesigen Pufferspeicher ausgestattet ist, 47 Reihenhäuser und zwölf Doppelhäuser versorgt. Der benötigte Wärmebedarf von rund 762 MWh pro Jahr wird über eine Solarkollektorenfläche von insgesamt 550 m², die auf der Heizzentrale und den benachbarten Carports installiert ist, und einen 599 kW Gas-Brennwertkessel sichergestellt. Der solare Deckungsanteil liegt dabei mit 22 Prozent sogar über dem kalkulierten Planwert.

In der Region Rhein-Mosel-Eifel öffnete am Samstag und Sonntag die Firma Eugen König (Koblenz) ihre Türen. Beim Aktionstag „Bad und Energie“ gab es Informationen rund um die Themen innovative Heizung und Fördermittel. Die Energieagentur Rheinland-Pfalz war mit einem Infostand und dem Infomobil vor Ort.

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