Ehrenamtliche Klimaschutzpaten setzen sich für die Energiewende ein

Im Projekt ‚Klimaschutz in kleinen Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten‘ (KlikK aktiv) unterstützt die Energieagentur Rheinland-Pfalz ehrenamtliche Kümmerer bei der Umsetzung von Projekten rund um Klimaschutz und Energiewende. Die Landesenergieagentur hat das Projekt entwickelt. Es wird von der Bundesregierung gefördert.

Unterstützung für kleine Kommunen

Kleine, ländlich geprägte Gemeinden in Rheinland-Pfalz können einen großen Beitrag leisten, um die Klimaschutzziele der Bunde- und Landesregierung zu unterstützen und aktiv zur Energiewende beizutragen. „Gerade in den kleinen Kommunen bleiben die bestehenden Potenziale jedoch oft ungenutzt, da finanzielle und personelle Ressourcen zur Umsetzung kommunaler Klimaschutzmaßnahmen fehlen“, sagt Projektleiterin Lisa Rothe. Diesen Herausforderungen begegnet das bundesweit einmalige Modellprojekt „KlikK aktiv" das durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert wird.

Verknüpfung von Klimaschutz und Ehrenamt

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat das Projekt entwickelt, um die Themen Klimaschutz und Ehrenamt zu verknüpfen. KlikK aktiv zielt auf die konkrete Einbindung ehrenamtlicher Klimaschutzpaten in den kleinen Kommunen der Pilotregionen Pfälzerwald, Mittleres Moseltal und Osteifel ab. Die Projektmanager der jeweiligen Regionen schulen die Klimaschutzpaten, informieren und vernetzen sie miteinander und geben Tipps zur Projektförderung, um dann gemeinsam mit der Kommunalverwaltung Klimaschutzmaßnahmen anzustoßen und umzusetzen. „Wir helfen gezielt dabei, Projekte vor Ort anzustoßen und umzusetzen und stärken damit die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde“, erklärt Rothe. Das Projektteam besteht aus Lisa Rothe (Region Pfälzerwald), Zeljko Brkic (Region Mittleres Moseltal) und Sabrina Wolf (Region Osteifel).

Voneinander lernen - miteinander wachsen

Das Projekt läuft seit April 2018 und insgesamt 32 kleine Kommunen in allen drei Regionen mit 41 ehrenamtlichen Klimaschutzpaten beteiligen sich daran. „Die Palette der Ideen und Projekte, die von den Klimaschutzpaten kommen, ist breit: Sie reicht von der Durchführung von Zukunftswerkstätten und Informationsveranstaltungen in den Gemeinden, und Sensibilisierungsprojekten bis hin zu Initiierungen von Machbarkeitsstudien zur Umsetzung von Nahwärmenetzen in den Ortskernen sowie kalte Nahwärmenetze in Neubaugebieten“ sagt Projektmitarbeiterin Sabrina Wolf und fügt hinzu: „Ein besonderes Augenmerk legen die Klimaschutzpaten in allen drei Regionen auf das Thema Biodiversität, was zeigt, dass Klima und Naturschutz nicht zu trennen sind“. Mehr als 160 Projekte wurden angestoßen und mehrere davon bereits umgesetzt.

Als ein Zwischenergebnis im Projekt ist die Schulungsmappe für Klimaschutzpaten entstanden, in der neben Argumentationshilfen für aktiven Klimaschutz auch zahlreiche Projektideen und Tipps für ihre Umsetzung aufgeführt sind.

Klimaschutzpaten werden geschult und geben ihr Wissen weiter

Im Rahmen des Projektes wurden mehrere Schulungen für die Klimaschutzpaten organisiert, wie zum Beispiel zu den Themen Photovoltaik oder Grundlagen der Energieeffizienz in Öffentlichen Gebäuden. Auch Exkursionen zu Vorzeige-Regionen, wie z. B. dem Rhein-Hunsrück-Kreis standen auf der Agenda. Aus dem Kreis der Klimaschutzpaten haben sich bereits einige technikaffine Referenten herausgebildet, die mit der Unterstützung der Projektmitarbeiter Vorträge zu Photovoltaik oder Alternativen zu Ölheizungen für Bürger aus den KlikK aktiv-Gemeinden anbieten.

Die regelmäßigen regionalen Netzwerktreffen finden in der Regel alle zwei Monate statt. Neben den thematischen Vorträgen zu Klimaschutzthemen, werden diese Begegnungen zum Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie zur Vernetzung zwischen den Klimaschutzpaten genutzt. In der Zeit der Corona-Pandemie finden diese Treffen regionalübergreifend online statt.

Paten arbeiten mit Gemeinden gut zusammen und sind integriert

Die Zusammenarbeit mit den Verwaltungen klappt in der Regel gut. Ortsbürgermeister und Ratsmitglieder stehen hinter den Klimaschutzpaten und unterstützen sie bei der Projektumsetzung. „Unser Ziel ist, dass die ehrenamtlichen Klimaschutzpaten in die hauptamtlichen Verwaltungsstrukturen integriert werden und auch nach dem Ende der Pilotprojektphase gut zusammenarbeiten“ sagt Projektmitarbeiter Zeljko Brkic. „Insbesondere in den Kommunen, die bisher noch keine hauptamtliche Klimaschutzmanager haben, sind Klimaschutzpaten sehr wertvoll und dort, wo Klimaschutzmanager bereits aktiv sind, unterstützen und ergänzen Klimaschutzpaten ihre Arbeit“ fügt Brkic hinzu.

Nach dem Ende der Pilotprojektphase Mitte 2021 ist eine Fortsetzung des Projektes vorgesehen, bei der, neben der flächendeckenden Verbreitung des Ansatzes in Rheinland-Pfalz auch die bundesweite Übertragbarkeit in einigen ausgesuchten Bundesländern gesichert werden soll.

Die ehrenamtliche Klimaschutzpaten aus der Pilotregion Mittleres Moseltal bei der Schulung zum Thema Energieeffizien in öffentlichen Gebäuden mit einem Energieberater aus Trier (erster v.l.)