Ehrenamtliche Klimaschutzpaten in der VG Brohltal nehmen ihre Arbeit auf

Die drei ehrenamtlichen Klimaschutzpaten der VG Brohltal

Auf dem Bild von links: Zeljko Brkic, Projektmanager der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Ursula Reuter (Niederzissen), Jutta Dietz (Niederdürenbach) und Armin Rau (Wehr). Bild: Verbandsgemeinde Brohltal

Im Rahmen der letzten Bürgermeisterdienstbesprechung der Verbandgemeinde Brohltal im vergangenen Jahr stellte Projektmanager Zeljko Brkic das Projekt „Klimaschutz für kleine Kommunen durch ehrenamtliche Klimaschutzpaten (KlikK aktiv)“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz vor. Nicht lange hat es gedauert, bis sich die ersten interessierten Bürger gemeldet und Interesse geäußert haben, jeweils in ihren Gemeinden ehrenamtliche Klimaschutzpaten zu werden. Die drei Bürger*Innen sind die ersten ehrenamtlichen Klimaschutzpaten in der Pilotregion Osteifel. Zum ersten Treffen in der Verbandsgemeinde bringen sie eigene Ideen mit und hoffen, dass diese auch bald umgesetzt werden können. Peter Engels, in der Verbandsgemeinde zuständig für Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit, unterstützt begleitend das Projekt.

Klimaschutz für die künftigen Generationen

Ursula Reuter ist von Beruf Erzieherin und kandidiert für den Gemeinderat in Niederzissen. „Eine intakte Umwelt, die wir an die nachfolgenden Generationen weitergeben werden, liegt mir besonders stark am Herzen - und deshalb möchte ich mich aktiv für den Klima- und Umweltschutz engagieren“, sagt sie. Sie möchte gerne das Radwegenetzes in der Verbandsgemeinde ausbauen und an die Nachbarkommunen anbinden. Außerdem sollten Pedelec-Ladestation im Bereich des Niederzissener Bahnhofs aufgestellt werden. Auch die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Bauhofs in Niederzissen soll geprüft werden. Ebenfalls möchte sie Projekte an Kindergärten und Schulen initiieren.

Mobil mit elektrischer Energie

Jutta Dietz engagiert sich persönlich schon lange für die Energiewende. Die Maschinenbau-Ingenieurin und begeisterte E-Bike-Fahrerin lebt zusammen mit ihrem Mann in einem Passivhaus in Niederdürenbach, in dem es selbst im Winter ohne fossile Heizenergie angenehm warm ist. Sie regt an, anhand des bestehenden Solarkatasters die Eignung öffentlicher Gebäude für Solarnutzung zu überprüfen und auch Privatpersonen auf die Chancen der Photovoltaik aufmerksam zu machen. „Als Mitglied des Fördervereins Burg Olbrück möchte ich außerdem prüfen, auf welchen Grundstücken im Umfeld der Burg das Projekt des Landkreises Ahrweiler ‚Artenreiche Wiese - Lebensraum für Biene, Schmetterling & Co.‘  umsetzbar ist“, betont sie. Das Projekt leiste einen Beitrag gegen das Bienen- und Insektensterben und zeige, dass jeder im Kreis Ahrweiler mit geringem Aufwand etwas für die Artenvielfalt tun kann. Darüber hinaus möchte sie – ebenso wie Ursula Reuter – die Installation von E-Bike-Ladestationen an Sehenswürdigkeiten und Gastronomie-Standorten in der VG Brohltal vorantreiben.

Nutzung erneuerbarer Energien in der Gemeinde

Armin Rau, Ratsmitglied der Verbandsgemeinde Brohltal (Bündnis90/Die Grünen), ist einer der Pioniere der Energiewende. Bereits in den 90er Jahren baute er auf dem Dach seines Hauses eine Photovoltaikanlage: „Die öffentlichen Gebäude der Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde müssen mit erneuerbaren Energien bestückt und energetisch saniert werden“, sagt Rau. Als Beispiele nennt er die Mehrzweckhalle in der Gemeinde Wehr und das neu gebaute Feuerwehrgebäude in der Gemeinde Glees. „Auch die Heizungsanlagen der Gebäude müssen von fossilen Brennstoffen auf geothermische Wärmequelle bzw. nachwachsende Rohstoffe umgestellt werden“, meint er und fügt hinzu: „In jeder Gemeinde ist mindestens eine zentrale E-Ladestation für Elektroautos und E-Bikes aufzubauen z.B. an Mehrzweck- bzw. Sporthallen und Schulen, zweckmäßig in Verbindung mit installierten Photovoltaiksystemen.“

Unterstützung durch die Energieagentur Rheinland-Pfalz

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt die ehrenamtlichen „Kümmerer“ dabei, Projekte vor Ort zu identifizieren, umzusetzen und dazu auch Fördergelder zu beantragen. Ehrenamtliche Klimaschutzpaten werden regelmäßig informiert, geschult und miteinander vernetzt. Dabei kann es sich sowohl um investive Maßnahmen - beispielsweise eine Fassadenerneuerung, Heizungsoptimierung oder einen Beleuchtungsumtausch - handeln, aber auch um Sensibilisierungsmaßnahmen wie Aktionstage und Kampagnen an Schulen und Kindergärten sowie Infoveranstaltungen für Bürger. Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass ehrenamtliche Klimaschutzpaten tiefe technische Vorkenntnisse mitbringen. Interessierte können sich bei den Projektmitarbeitern melden.

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