10.08.2018

Die Erde schwitzt

Eine internationale Forschergruppe mit Wissenschaftlern des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung warnt in einer neuen Studie vor einer Heißzeit. In der Studie wurde deutlich, dass das Erdsystem sich momentan auf einem Weg zu heißeren Klimabedingungen und einer völlig anderen Biosphäre befindet. In den kommenden Jahrzehnten könnte sich die Erde um 4-5 °C erwärmen und der Meeresspiegel um 10–60m ansteigen. Die Forscher prognostizieren, dass bei einer Erderwärmung von
2 °C Rückkoppelungseffekte in Gang gebracht werden. Dadurch würde sich die Erde von alleine weiter erwärmen.

Entscheidend für dieses Szenario sind die sogenannten Kippelemente des Klimasystems. Wie der Name sagt, handelt es sich dabei um stabilisierende Bestandteile des Klimasystems. Diese können bei einer Beeinträchtigung eine ökologische Kettenreaktion auslösen. Zu den kritischen Rückkoppelungsprozessen, die in der Studie betrachtet werden, gehören unter anderem folgende Kippelemente: die Permafrostböden, große Ökosysteme wie der Amazonas Regenwald als auch die land- und ozeanphysiologischen CO₂-Senken (Flächen, die mehr CO₂ aufnehmen als sie wieder abgeben).

Das Grönländische Eisschild, die zweitgrößte permanent vereiste Fläche, dient als gutes Beispiel zur Veranschaulichung der stattfindenden Prozesse. Je dünner und kleiner die Eisfläche wird, desto mehr treten Erde, Felsen und Staub an die Oberfläche. Da diese weniger Sonnenlicht reflektieren können als Eis und Schnee wird es noch wärmer. Die erhöhte Temperatur treibt das Schmelzen der Eisfläche weiter voran. Das Abtauen und letztlich der Verlust der Grönländischen Eisdecke kann sodann weitere Kippelemente anstoßen und damit eine Kettenreaktion entfachen.
 
Um das Auslösen der Kettenreaktion zu verhindern, ist es notwendig die Erderwärmung bei 1,5 °C zu stoppen. Hierfür müssen unbedingt Treibhausgasemissionen weiter reduziert werden.  Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten.

Opens external link in new windowDer Klimacouch der Energieagentur Rheinland-Pfalz gibt Ideen zum CO₂-Sparen im Alltag sowie im Büro. Wer ein Jahr lang täglich seine Hände mit kaltem Wasser wäscht, spart 65kg CO₂, was einer Autofahrt von Kaiserslautern nach Paris (475km) entspricht.  Ebenso vermeidet die Einführung von vegetarischen Tagen CO₂. Bei der Produktion von 1kg Rindfleisch wird so viel CO₂ freigesetzt, wie bei einer 250km langen Autofahrt.