Deutsche Gruppe besucht französische Quartierskonzepte

Vom Ökoquartier "Les rives du bief" waren die deutschen Gäste starkt beeindruckt. (Foto: David Cesbron)

Am 29. Januar 2019 reiste eine deutsche Delegation, bestehende aus mehr als 30 Mitgliedern, von Kaiserslautern nach Burgund-Franche-Comté. Die Gruppe bestand aus Mitarbeitern des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEFF), Architekten, Energieberatern, Fachplanern, Angestellten von Wohnungsbaugesellschaften und kommunalen Vertretern. Sie wurde am Abend von den Vizepräsidenten der Region Burgund-Franche-Comté, Frédérique Colas und Patrick Ayache, willkommen geheißen.

Am Mittwoch (30.01.) besuchte die Gruppe das Ökoquartier "Les rives du bief" in Longvic und tauschte sich mit dem Architekten aus. "Les rives du bief" ist eine Kombination aus sozialem, ökologischem und energetischem Wohungsbau. Neben den sozialen Aspekten gibt es innerhalb des Quartiers auch Einfamilienhäuser für Normalverdiener. Das Quartier beinhaltet einen Gemeinschaftsgarten, einen Kindergarten und eine Mediathek. Im Außenbereich wurde Wert gelegt auf Biodiversität. Bei der Planung und Umsetzung des Quartiers orientierten sich die Architeken an den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals).

Am nächsten Tag ging es nach Besancon, wo die Gruppe energetisch sanierte Sozialwohnungen besichtigte. Die Besonderheit dieses Projekts lag darin, dass bei der Planung und Umsetzung der energetischen Sanierung die Bewohner einbezogen wurden. Trotz der Sanierung gab es für die Bewohner keine Mieterhöhung. Doch nach der Sanierung konnten die Nebenkosten auf durchschnittlich 40 Euro pro Monat und Person gesenkt werden. Durch Umweltbildungsmaßnahmen wurden die Bewohner zudem zu umwelt- und energieschonendem Verhalten motiviert.

Für die Gäste aus Deutschland wurde eines klar: Von den französischen Nachbarn kann noch einiges gelernt werden. So wurde beispielsweise das Ökoquartier in Longvic ganzheitlich betrachtet und umgesetzt und den sozialen Unterschieden wird mehr Augenmerk gewidmet. Eine Durchmischung sozialer Schichten in Wohnquartieren soll das Verständnis füreinander und das Leben miteinander fördern.

Auf der Heimfahrt gab es für die deutsche Delegation jedenfalls viel zu besprechen. Der Zweck der Reise, nämlich die Vertiefung der Zusammenarbeit deutscher und französischer Experten auf fachlicher Ebene, der Ideen- und Wissensaustausch, der Perspektivwechsel und das Networking wurden erreicht und so mancher der Mitreisenden wünscht sich einen weiteren intensiven Austausch zum gegenseitigen Lernen.